Seit der Bekanntgabe der Verpflichtung von Alexander Nübel ist die Zukunft von Sven Ulreich ungewiss. Ein Abschied trotz Vertrags bis 2021 steht ebenso im Raum wie ein Verbleib. Kampflos will sich Ulreich jedenfalls nicht geschlagen geben, wie Berater Jürgen Schwab auf Nachfrage von kicker deutlich macht. 


Zwischen den Pfosten ist beim ​FC Bayern einiges los. Manuel Neuer würde seinen Vertrag am liebsten verlängern und musste mit Verwunderung hinnehmen, dass pikante Details aus den Verhandlungen an die Öffentlichkeit getragen wurden. Der 34-Jährige machte seinem Unmut in einem Interview mit Bild am Sonntag Luft und ​forderte mehr Wertschätzung seitens des Vereins


Im Laufe des Gesprächs wurde auch der Nübel-Transfer thematisiert. Der Schalker kommt ablösefrei, ein ums andere Mal tauchte das Gerücht auf, dass er vertraglich festgeschriebene Einsatzzeiten erhalten soll. So etwas gebe es im Leistungssport nicht, sagt Neuer, der daran zweifelt, dass sich Cheftrainer Hansi Flick sagen lässt, welchen Torhüter er in welchen Spielen aufstellen solle. Darüber hinaus sei der Nübel-Transfer "perspektivisch" nachvollziehbar, dringender Bedarf herrsche wegen Ersatzmann Sven Ulreich aber nicht. Der, schwärmt Neuer, sei eine "bärenstarke Nummer zwei. Der würde in vielen anderen Vereinen Stammtorwart sein." 

Manuel Neuer,Sven Ulreich

Manuel Neuer und Sven Ulreich sind ein eingespieltes Team. Mit Alexander Nübel erhalten beide einen neuen Konkurrenten


Während der Nationaltorwart nicht glaubt, dass sein Stammplatz gefährdet ist ("Solange ich meine Leistung bringe, werde ich auch spielen, davon gehe ich fest aus"), ist Ulreichs Zukunft seit Monaten offen. Im Januar hieß es seitens Sport Bild​er wolle die Bayern aufgrund der ​voraussichtlichen Degradierung zur Nummer drei verlassen, kurz darauf erklärte er selbst, ​sich "erstmal orientieren" zu wollen


Ulreich-Berater: "Schauen wir mal, wer auf der Bank sitzt"


Unbestritten ist, dass Ulreich innerhalb der Mannschaft einen hohen Stellenwert besitzt, wie das Lob von Neuer unterstreicht. Der 31-Jährige hat seine Rolle professionell angenommen und bringt stets seine Leistung, sobald er zwischen den Pfosten aushelfen muss. Ein Wechsel wäre nachvollziehbar, Ulreich will sich gegen Nübel aber nicht kampflos geschlagen geben, wie sein Berater Jürgen Schwab gegenüber dem kicker erklärt: "Der FC Bayern ist eine Leistungsgesellschaft, in der sportlich entschieden wird. Schauen wir mal, wer am Ende hinter Manuel Neuer auf der Bank sitzt."


Im Sinne des Sportgeistes und seiner persönlichen Ambitionen handelt Ulreich richtig, aufgrund seines Vertrags bis 2021 läuft ihm allerdings die Zeit davon - und mittelfristig ist klar geregelt, mit wem die Bayern planen. Doch weil es Stand jetzt seine voraussichtlich letzte Chance ist, die eigenen Qualitäten noch einmal unter Beweis zu stellen, wird er Nübel unmittelbar nach dessen Ankunft auf die Probe stellen.