​Mit einem Verkauf von Milot Rashica strebt ​Werder Bremen die finanzielle Grundsteinlegung für die kommenden Jahre an. Mit jedem weiteren Tag und der wachsenden Unsicherheit, muss der SVW allerdings ungeliebte Szenarien in Betracht ziehen.


Für viele ​Bundesligisten brachte die Coronakrise einen gehörigen Schock mit sich. Die Fragen um eine mögliche Europa-Qualifikation oder einen Abstieg überschatten die Planungen für die nächste Saison. Den SV Werder trifft es dagegen besonders hart. Die Pandemie durchkreuzte gerade die Pläne, die vor einem Jahr noch sattelfest wirkten.


Angreifer und Starspieler Milot Rashica sollte in diesem Sommer mehr als gewinnbringend verkauft werden. Mit den Erlösen müssten die anstehenden Transfers und weitere Ausgaben getilgt werden. Da sich mit ​RB Leipzig ein Kaufinteressent gefunden hat, schienen die Bremer aufatmen zu können. Doch noch steht zwischen den Parteien nichts fest.


Werder sind die Hände gebunden


Im kicker dementierte Sportdirektor Markus Krösche die letzten ​Berichte über eine mögliche Einigung. "Wir standen nie mit solchen Zahlen und Ablösen in Verbindung, erst recht nicht in der heutigen Zeit", so der 39-Jährige. Worte die in Bremen nicht allzu überraschend kommen und doch enorm schmerzen.

Milot Rashica

Rashica wird seinen Bremern nur einen Bruchteil der erhofften Summe einbringen


Da Werder auf hohe Einnahmen angewiesen ist, müssen nun wieder die weiteren Optionen in Betracht gezogen werden. Das schließt zwangsläufig den Verkauf einiger Stars mit ein, die man im Sinne der Kaderentwicklung gerne gehalten hätte. Doch das Schicksal setzt sich über die Bedürfnisse der Norddeutschen hinaus. 


Dass der SVW die Kandidaten um Davy Klassen, Maximilian Eggestein oder Jiri Pavlenka auf dem Transfermarkt fast schon verramschen muss, scheint nur eine Frage der Zeit zu sein. Mit jedem vergangenen Tag muss die finanzielle Unabhängigkeit über das sportliche Wohl des Vereins gestellt werden. 


Werders schicksalshaftes Drama


Der größte Gegner der Grün-Weißen bleibt die Zeit, die unweigerlich weiter tickt.​ Umso dramatischer wäre ein Abbruch der Saison, der den Wertverlust innerhalb der Mannschaft noch einmal verschlimmern würde. Klubs wie Leipzig können nicht ins Risiko gehen, obwohl man in Bremen darauf hoffen müsste.


Es ist klar, dass viel Qualität im Kader der Bremer steckt. Dass sie in diesem Jahr nicht durchgängig zum Vorschein kam, wird damit doppelt bitter. Allein vom grundsätzlichen Interesse an Stars wie Rashica kann sich Werder aktuell nichts kaufen. Dazu braucht es schon sehr gnädige Angebote der Interessenten, die Werder vor Jahren wohl nur gewissenhaft belächelt hätte. Das Problem: Das grün-weiße Dilemma ist der Konkurrenz bewusst!