​Ganz allmählich hört man es wieder brutzeln in der Gerüchteküche der ​Bundesliga. Trotz der ungewissen Lage aufgrund der Corona-Pandemie taucht nun auch der ein oder andere Name im Zusammenhang mit ​Borussia Mönchengladbach auf. 

90min hat die vier bisher genannten Spieler ein wenig genauer unter die Lupe genommen.


Während - glücklicherweise - noch keine Spekulationen über eine Veränderung auf der Torwartposition zu vernehmen sind, decken die vier aktuellen Kandidaten die restlichen drei Mannschaftsteile ab. Grundlegend hat Gladbach die Chance, jeden dieser Spieler zu verpflichten, kann man doch mit einem spannenden Projekt, einer gesicherten Teilnahme an der Bundesliga in der nächsten Saison und eventuell sogar der ​Champions League für sich werben. Doch die Konkurrenz hat sicher auch Interesse an einem oder mehreren dieser Profis, besonders ein junger deutscher U-Nationalspieler steht dabei im Fokus.


Linton Maina (Hannover 96)

Linton Maina

Linton Maina hat von der U-16 an alle deutschen Jugendnationalmannschaften durchlaufen und ist mit gerade einmal 20 Jahren ein unumstrittener Stammspieler bei ​Hannover 96 in der ​2.Bundesliga​. Der offensive Außenspieler überzeugt mit Tempo und feiner Technik - er könnte das einlösen, was man sich in Gladbach einst von Keanan Bennetts versprach. 


Zudem würden durch die wahrscheinlichen Abgänge von Fabian Johnson und Ibrahima Traoré bei der Borussia gleich zwei positionsgetreue Kaderplätze frei werden. Maina fehlte in der laufenden Saison aufgrund von Adduktorenbeschwerden in neun Partien, konnte aber dennoch bei 16 Liga-Einsätzen zwei Tore erzielen und starke sieben Vorlagen verbuchen. 


Die Ablöse für den bis 2022 in Hannover unter Vertrag stehenden Maina ​wird von 96-Boss Martin Kind auf mindestens zehn Millionen Euro taxiert und der ​1. FC Köln soll ebenfalls interessiert sein.


Tendenz: Jung, laufstark, talentiert und mit Anlagen, die in der Form nicht im Gladbacher Kader zu finden sind. Sollte nicht noch größere Konkurrenz Linton Maina auf dem Schirm haben, könnte die Borussia ihn sehr wahrscheinlich als Neuzugang präsentieren.


Malang Sarr (OGC Nizza)

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Der 21-jährige französische Links- und Innenverteider​ Malang Sarr stand schon im Sommer 2019 kurz vor einem Wechsel zur Borussia. Allerdings bekam Nizza einen neuen Klub-Besitzer, der den Transfer unterband und Gladbach holte stattdessen Ramy Bensebaini. 


Während auch​ Bayer Leverkusen stark am U-21-Nationalspieler Frankreichs interessiert sein soll, würde man Sarr zudem vermutlich nur bei der Borussia sehen, wenn er als Ersatz für einen etwaigen Abgang von Nico Elvedi als Innenverteidiger eingeplant wird.


Tendenz: Zwar ist Malang Sarr dem Vernehmen nach ablösefrei zu haben und die Borussia hat bereits einige Landsmänner im Kader, doch Gehälter wie in Leverkusen zahlt man nicht. Als Backup für Bensebaini wird man ihn nicht holen und deshalb wird es darauf ankommen, wie sich die Zukunft von Elvedi - oder Ginter - gestaltet.


Sebastian Vasiliadis (SC Paderborn)

Sebastian Vasiliadis

Der in Deutschland geborene Grieche Sebastian Vasiliadis wirkt aufgrund seiner reifen Spielweise und seinen einprägsamen Auftritten im Trikot des ​SC Paderborn älter, ist aber auch erst 22 Jahre jung. Der Mittelfeldmotor des SCP​ lässt sich als defensiverer Peer Kluge beschreiben - gute Ballbehandlung, Übersicht und Zweikampfstärke zeichnen ihn aus. 


Sein Vertrag läuft nur noch bis 2021 und die Ablösesumme wird sich in Grenzen halten. Zudem ist mit ​Werder Bremen anscheinend momentan nur ein weiterer Bundesligist ernsthaft an ihm dran - dass Vasiliadis jedoch den Abstiegskampf dieser Saison im nächsten Jahr erneut durchlaufen will, anstatt im Europapokal zu spielen, ist mehr als fraglich.


Tendenz: Sebastian Vasiliadis bringt viele Anlagen mit, die Trainer Marco Rose sehen will und wäre dazu verhältnismäßig günstig zu haben. Unabhängig von einem Verbleib Zakarias wird in Gladbach ein Kaderplatz auf seiner Position durch den mutmaßlichen Abgang von Tobias Strobl freigemacht und deshalb ist dieses Gerücht als höchst wahrscheinlich einzustufen.


Streli Mamba (SC Paderborn)

Streli Mamba

​Streli Mamba wechselte im Sommer 2019 von Energie Cottbus zum SC Paderborn und debütierte kurz danach in der höchsten deutschen Spielklasse - mit bereits 25 Jahren. Davor spielte er lediglich unterhalb der 2.Bundesliga, hat aber in dieser Saison mit einigen starken Auftritten bewiesen, dass er in der Bundesliga bestehen kann. 


Mambas Vertrag bei den wahrscheinlich absteigenden Paderbornern läuft noch bis 2022, jedoch wäre er ebenso wie Teamkollege Vasiliadis für einen schmalen Taler zu haben. 


Tendenz: Auch Streli Mamba kann gut in das Anforderungsprofil von Marco Rose passen - physisch extrem präsent, sowie schnell und zielorientiert wie er ist. Fraglich ist hingegen, ob sich Mamba mit einer Rolle als Ergänzungsspieler zufrieden geben wird, denn hinter Marcus Thuram, Breel Embolo, Lars Stindl und Alassane Plea würde er nicht auf viele Einsätze kommen.