​In den vergangenen Tagen ging es dann doch ziemlich schnell. ​Bundesligist ​RB Leipzig stieg in den Poker um Werder Bremens Angreifer Milot Rashica ein. Bereits seit ​Freitagabend scheint der Wechsel zu den Roten Bullen besiegelt. Anders als bei so manchen Transfers gibt es bei diesem Deal keine Verlierer.


Im Sommer dürfte sich Milot Rashica von Werder Bremen verabschieden. Nach zweieinhalb aufregenden und beeindruckenden Jahren an der Weser, soll der Kosovare den SVW in Richtung Leipzig verlassen. Der nahezu abgeschlossene Wechsel war für Fans und Verein nur eine Frage der Zeit. Dennoch sorgt er für mehr Aufbruchsstimmung als zunächst erhofft.


Ganze 40 Millionen Euro warten dem Vernehmen nach auf die Grün-WeißenEine Summe, die man sich selbst ohne die anhaltende Coronakrise nur erträumt hätte. Eben jenes Geld, das für die angeschlagenen Bremer die gesicherte Existenz bedeuten soll. 


Werder kann aus alten Fehlern lernen


Für den 23-jährigen Star ​könnte sich somit bald der Traum von der ​Champions League erfüllen. Überhaupt hätte Rashica wohl kaum bei einem besseren Verein landen können. Der Fokus auf die Talente, der große Erfolg der letzten Jahre und die steigenden Ambitionen lassen das Herz eines jeden Youngsters höher schlagen. In Leipzig erhält er die Chance, für die es in Bremen nicht gereicht hätte.

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Rashicas Dribbelkünste werden die Leipziger enorm bereichern



Und doch profitiert auch Werder enorm von seinem Wechsel. Allein die ausbleibenden Zuschauereinnahmen sorgen bei den Norddeutschen für viele Kopfschmerzen. Dass womöglich trotzdem alle anstehenden Kosten abgedeckt sind, dürfte Bremen auf Jahre den Weg ebnen. Doch speziell im Hinblick auf die Vergangenheit kann der SVW einen großen Schritt machen.


Noch vor nicht allzu langer Zeit investierte Werder die großen Transfergewinne durch einen Diego, Sokratis oder Anthony Ujah in Spieler, die dem Verein nicht weiterhalfen. Das Management um Frank Baumann scheint nun zu gefestigt, um weitere Fehler dieser Art zu begehen. Es ist klar, worauf der Fokus und damit der Sinn des Geldes liegt. Das richtige Gespür wird helfen, die Grundmauern nach diesem Krisenjahr zu erneuern.

Fans können ein gutes Gewissen haben


Selbst für die Fans wird der Wechsel zu einer Bereicherung. Dabei gäbe es durchaus Anlass für Verbitterung. Wie der Verlust eines der besten Talente des vergangenen Jahrzehnts. Dass dieses darüber hinaus zum ewig kritisierten RB Leipzig wechselt, wäre Grund genug für eine Verfluchung des scheidenden Rashica. Doch eine solche Reaktion wird nicht erwartet, denn jeder Anhänger weiß um die schwierige Situation des Klubs.


Einem Spieler wie Rashica ist es nicht zu verdenken, dass er die für ihn beste Perspektive wählt. Die Rückkehr von Davie Selke zeigte, wie sehr ein einstiger Star weiterhin an Bremen hängen kann, obwohl er längst an den Kommerz verloren schien. Der wohl bald offizielle Wechsel bringt also nur Gewinner hervor. Und das nicht nur kurzfristig, sondern auch für die wegweisende Zukunft.