Im Viertelfinale der ​Champions-League-Saison 2002/03 trafen zwei europäische Schwergewichte aufeinander. Die Galaktischen von ​Real Madrid bekamen es mit dem zum damaligen Zeitpunkt 14-fachen englischen Meister ​Manchester United zu tun. Ein Hammerlos.


Es war bei diesen beiden Partien schier unmöglich, keinen internationalen Spitzenspieler im Sichtfeld zu haben. Die Hinspiel-Startaufstellungen unterstrichen dies.


Real Madrid lief im heimischen Estadio Santiago Bernabéu folgendermaßen auf: Casillas - Salgado, Hierro, Helguera, Roberto Carlos - Conceição, Makélélé - Figo, Raúl, Zidane - Ronaldo.


Man United begann mit dieser Elf: Barthez - G. Neville, Brown, Ferdinand, Silvestre - Beckham, Butt, Scholes, Keane, Giggs - van Nistelrooy.


Die Blancos führten bereits kurz nach dem Seitenwechsel mit drei Toren Vorsprung (Luís Figo (11.), Raúl González (28., 49.)), zwei Minuten später markierte Ruud van Nistelrooy den 3:1-Endstand. Doch der Fokus soll auf dem atemberaubenden Rückspiel liegen.


Veränderungen gegenüber dem ersten Match


Gut zwei Wochen nach dem spanischen Triumph waren die Red Devils im eigenen Stadion auf Revanche aus. Beide Trainer stellten ihre Grundformation um und setzten im Gegensatz zur ersten Partie jeweils auf ein 4-3-3.


Bei Manchester saß David Beckham aufgrund einer Auseinandersetzung mit Coach Sir Alex Ferguson zunächst nur auf der Bank - Ole Gunnar Solskjær ersetzte ihn. Becks sollte aber noch seinen Auftritt bekommen - so viel sei verraten. Zudem begannen John O’Shea als auch Juan Sebastián Verón für die gelbgesperrten Gary Neville und Paul Scholes.


Vor 15 Tagen noch Doppelpacker, diesmal nicht dabei: Raúl musste aufgrund einer Blinddarmentzündung passen, auch Sérgio Conceição schaffte es nicht in den Kader. Steve McManaman und Guti rückten bei den Madrilenen in die Anfangsformation.


Anpfiff eines späteren Champions-League-Klassikers


Es war soweit: Old Trafford, Mittwochabend, Primetime - der Ball rollte. Manchester startete forsch, geriet aber in der zwölften Minute in Rückstand. Zinédine Zidane bediente Guti aus dem Mittelkreis. Dieser bewahrte die Übersicht, indem er Ronaldo per Steilpass in der rechten Strafraumhälfte in Szene setzte. Dort netzte der damals amtierende Weltmeister per Direktabnahme trocken rechts unten zum 1:0 ein.


Es folgten bis kurz vor die Halbzeitpause relativ wenige nennenswerte Offensivszenen. Dann steckte Ryan Giggs etwa 21 Meter vor dem Tor aus zentraler Position ans rechte Fünfereck. Dort erlief Solskjær den Ball und stocherte flach nach innen, wo van Nistelrooy ihn zum 1:1 über die Linie drückte.


Nach dem Seitenwechsel verging nicht viel Zeit, ehe es doppelt rappelte. Zidane und Roberto Carlos sorgten mit einem verzögerten Doppelpass dafür, dass der brasilianische Außenverteidiger links im Strafraum viel Freiraum hatte und auf seinen Landsmann Ronaldo querlegte. Il Fenomeno vollstreckte aus sechs Meter mühelos zum 2:1 (50.).


Zwei Minuten darauf gab Veron aus der linken Sechzehnerhälfte scharf in den Fünfer, wo Iván Helguera mit seiner Klärungsaktion scheiterte, da er den Ball sehr unglücklich zum 2:2 in den eigenen Kasten lenkte.


Anschließend vergaben die Briten zwei gute Chancen, bevor R9 seinen Dreierpack komplettierte. Wes Brown bekam keinen Zugriff, sodass Ronaldo aus etwa 23 Metern Entfernung rechts oben zum 3:2 einwuchtete (59.).


Dann - wie angekündigt - kam Beckham ins Spiel. Dieser wurde stark mit einem Vereinswechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht, weswegen er besonders im Blickpunkt stand. Acht Minuten nach seiner Einwechslung wurde er bereits bejubelt, nachdem er in seiner unnachahmlichen Freistoß-Manier aus halbrechter Position zum 3:3 ins kurze Eck zirkelte (71.).

(FILE PHOTO) David Beckham of Man Utd scores the 3rd goal


Manchester warf in der Schlussphase alles nach vorne. In der 84. Minute tankte sich van Nistelrooy rechts in der Box durch, scheiterte mit seinem Schuss aber am winkelverkürzenden Iker Casillas. Das Spielgerät prallte an Fernando Hierro ab und landete bei Beckham, der aus kurzer Distanz zum 4:3-Endstand traf - Uniteds Ausscheiden war dennoch besiegelt!


Dieses Spiel wird wohl vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Was für ein Kracher!


Das Rückspiel in voller Länge im Video: