​Noch steht nicht fest, ob ​Louis Schaub auch in der nächsten Saison für den ​HSV aufläuft. Der vom 1. FC Köln ausgeliehene Österreicher könnte für 2,6 Millionen Euro fix verpflichtet werden, aber das erscheint den Hamburgern wohl immer noch ein bisschen zu viel. Der Spieler selbst würde jedenfalls gerne in Hamburg bleiben.


Und das offenbar auch im Falle eines durchaus möglichen Verbleibs in der 2. Liga, wie der 25-Jährige gegenüber der ​Bild-Zeitung erklärte: "Ich habe ja von Anfang an gesagt, dass ich mir gut vorstellen kann, in Hamburg zu bleiben. Für mich steht auch nicht im Vordergrund, ob 1. oder 2. Liga. Ich hoffe natürlich, dass wir sportlich noch die Chance kriegen, in dieser Saison aufzusteigen. Aktuell ist die Zukunft eben ungewiss, aber der Zeitpunkt wird kommen, an dem wir sprechen können und Klarheit in die Sache kommt. Mir gefällt es hier jedenfalls richtig gut. Mitspieler und Trainerteam sind top, der Verein mit seinem Umfeld ist beeindruckend. Ich kann mir vorstellen, länger hier zu spielen, das liegt ja dann aber nicht nur an mir." 


Die berufliche Situation noch nicht endgültig geklärt, blickt Schaub in der gegenwärtigen globalen Coronakrise somit einer ungewissen Zukunft entgegen. 


"Es war richtig, die EM zu verschieben!"


Gewiss ist hingegen, dass die für diesen Sommer geplante Europameisterschaft nun doch erst im kommenden Jahr stattfindet. Was Schaub als Spieler natürlich bedauert - als Privatperson aber vollends akzeptiert. "Das ist natürlich schon bitter", so der Mittelfeldspieler. 


"Nach der Qualifikation haben wir uns schon sehr darauf gefreut. Aber es ist unmöglich, im Sommer in zwölf Ländern eine EM zu spielen. Es war wichtig und die richtige Entscheidung, das Turnier zu verschieben. Dadurch haben die Ligen die Chance, die Saison eventuell zu verlängern und die Meisterschaften vernünftig zu Ende zu spielen. Auch da geht es um die Existenz vieler Vereine mit all ihren Mitarbeitern. Die EM ist ja letztlich auch nicht ganz abgesagt, sondern nur verschoben worden."


Kontakt mit der Heimat über soziale Medien


Als sogenannter "Legionär" macht ihm die Coronakrise natürlich doppelt zu schaffen, da seine Familie in Österreich weilt. Dank sozialer Medien kann er aber den Kontakt mit ihnen aufrechterhalten. "Ich telefoniere immer wieder mit meiner Familie in Österreich. Dank Facetime ist das einfacher und schön, da man denjenigen auch sieht. Natürlich tauschen wir uns aus, wie es allen geht, ob alles in Ordnung ist. In Österreich gibt es auch erste Lockerungen, dennoch gibt es weiterhin Regeln, die eingehalten werden müssen. Wenn alle die beachten, können wir positiv nach vorn blicken und hoffen, dass bald wieder Normalität einkehrt."


Froh und dankbar, wieder auf dem Platz zu stehen


Doch Beschränkungen gibt es freilich auch hierzulande - was den gesamten Trainingsplan der hiesigen Profi-Klubs ordentlich durcheinander geschüttelt hat. Für Schaub überwiegt aber die Freude darüber, endlich wieder - wenn auch in reduzierter Form - auf dem Platz zu stehen. 

"Es ist sehr ungewohnt, dass wir im Moment in Kleingruppen und ohne Zweikämpfe trainieren. Dennoch sind wir alle froh und dankbar, dass wir wieder mit dem Ball auf dem Platz trainieren dürfen. Es ist auf jeden Fall viel besser, als nur zu laufen. Wir machen aktuell viele Pass- und Torschussübungen, viel im technischen Bereich. Alles mit der nötigen Ernsthaftigkeit, aber wir haben auch Spaß. Letzte Woche haben wir unter anderem Fußballgolf gespielt, das war richtig lustig. Unsere Trainer machen das richtig gut, lassen sich viel einfallen und sorgen für Abwechslung." 


Persönlicher Alltag im häuslichen Heim - und mit Wäschewaschen


Sein ganz persönlicher Tagesablauf habe sich aber auch in diesen Wochen nicht wesentlich verändert. "Wir verbringen die Zeit zu dritt, wie sonst auch, spielen viel mit meinem Sohn, sind viel mit ihm im Garten. Wir können zwar nicht auf den Spielplatz gehen, aber er bekommt von der aktuellen Situation nicht so viel mit (Sohn Nino ist 2, d. Red.) und das ist auch gut so, denke ich."


Auch die Tatsache, dass er - fast wie zu Jugendfußball-Zeiten - seine Schmutzwäsche nun selber waschen muss, stört Schaub nicht weiter. "Das Wäschewaschen ist überhaupt kein Problem. Ich nehme mein Zeug nach dem Training mit und bringe es am nächsten Tag frisch gewaschen wieder mit. Wir haben eben Regeln bekommen, an die wir uns natürlich halten müssen und da gehört auch das dazu."