Obwohl der Sport während der Videokonferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten am Mittwoch kein Thema war, deutet Markus Söder eine mögliche Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga an. Auch der Berufsverband "Akkreditierte Labore in der Medizin" sendet positive Signale.


Erst in zwei Wochen will die Politik über Sportveranstaltungen beraten, die DFL wird derweil ​am 23. April tagen und weiter an einem Konzept für die Fortsetzung der 1. und 2. Bundesliga basteln. Im Optimalfall soll der Ball wieder ab Mai rollen, dann jedoch für unbestimmte Zeit unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 


"Ich halte es für denkbar", sagte CSU-Parteivorsitzender Markus Söder am Donnerstag (zitiert via Sportbuzzer). Die DFL erstelle "ein intensives, und wie ich auf den ersten Blick sehe und höre, sehr gutes" Konzept, das von der Politik genau unter die Lupe genommen werde: "Dann muss man sehen, ob man Geisterspiele erlaubt." 


Der Fußball besitze eine "psychologische Wirkung", so Söder. Für "sehr viele Menschen" sei die Bundesliga "ein Teil von Freude".


Genügend Kapazitäten für regelmäßige Corona-Tests


Welchen Vorschlag die DFL präsentieren wird, ist offen. Laut ​BILD sehe ein Konzept vor, dass sämtliche Trainer, Spieler und Betreuer aller Profi-Klubs "alle drei oder vier Tage" getestet werden. Jedoch müsse sich nur, wer positiv getestet wird, in Quarantäne begeben. 


Laut Virologe Alexander Kekulé seien pro Spieltag etwa 20.000 Tests nötig, angezweifelt wird deshalb, ob die Kapazitäten ethisch vertretbar sind. "Das sehe ich sehr kritisch, wenn sich die Ressourcen für die Tests nicht deutlich verbessern", wird etwa Virologe Ulf Dittmer von BILD zitiert.

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Unter strikten Hygienevorschriften trainieren die Bundesligisten derzeit in Kleingruppen



Der Berufsverband "Akrreditierte Labore in der Medizin" sendet allerdings positive Signale: "Selbst wenn die 36 Vereine ihr Personal alle zwei Tage mit jeweils 40, 50 Personen durchtesten würden, liegen wir unter einem halben Prozent der Test-Kapazitäten", so Vorstand Dr. Evangelos Kotsopoulos. "Das ist in absoluten Zahlen so gering, dass das regional vor Ort einfach so mitgemacht würde. Das sehen wir als vollkommen unproblematisch an." Darüber hinaus seien die Vereine seiner Ansicht nach keineswegs darauf aus, "Tests in Anspruch zu nehmen, die medizinisch für andere Personen benötigt würden".


Die Argumentation der DFL basiert auf den Kapazitäten von 550.000 Tests pro Woche, die laut der jüngsten Datenerhebung der ALM zur Verfügung stehen. Diese "übersteigen den Versorgungsbedarf aktuell deutlich", so ALM-Vorstand Dr. Michael Müller, "es gibt noch Potenzial für zusätzliche Testungen." Aktuell sei ein Rückgang von 50 Prozent festzustellen, laut Müller hänge dies damit zusammen, dass sich seit Anfang März bereits 1,3 Millionen Personen haben testen lassen.