Die bisherige Zeit von Lucas Torró im Trikot der ​Frankfurter Eintracht ist von hartnäckigen Verletzungen gekennzeichnet. Nach seinem auskurierten Innenbandriss will der 25-Jährige im zentralen Mittelfeld angreifen, die Konkurrenz ist jedoch die größte Hürde im Bestreben, wieder Spielpraxis zu sammeln. Mit Blick auf den Sommer steht Torró vor wegweisenden Wochen.


Für 3,5 Millionen Euro verpflichtete die Eintracht Torró vor knapp zwei Jahren von ​Real Madrid, einen bleibenden Eindruck konnte der junge Spanier aus gesundheitlichen Gründen aber nicht hinterlassen. Nach nur 13 Pflichtspielen im Debütjahr, bedingt durch eine langwierige Schambeinentzündung, erhielt er erst sieben Einsätze in dieser Saison, vier davon in der Europa-League-Qualifikation. In der ​Bundesliga durfte Torró nach einem Kurzeinsatz im Auftaktspiel gegen die TSG Hoffenheim noch einmal am 13. Spieltag gegen Mainz 05 sowie am 15. Spieltag auf Schalke spielen, bei der 0:1-Niederlage erlitt er allerdings einen Innenbandriss im Knie. 


Wieder war eine lange Ausfallzeit vorprogrammiert, doch schon Ende Februar konnte Torró wieder mit der Mannschaft trainieren. Die Corona-Krise wirft auch ihn zurück, peilte er doch sein Comeback in der Bundesliga an. Hindern soll ihn die aktuelle Wettbewerbsunterbrechung aber nicht, im Gegenteil. "Ich fühle mich sogar besser als zu Saisonbeginn und verspüre eine große Lust, hoffentlich bald das zeigen zu können, was mich auszeichnet", sagte Torró gegenüber dem kicker.


Torró will sich in Frankfurt durchsetzen - Klappt es im dritten Anlauf?


​Klein ist die Konkurrenz im Mittelfeld aber nicht. Neben Torró kämpfen Sebastian Rode, Djibril Sow, Dominik Kohr, Gelson Fernandes und Winter-Neuzugang Stefan Ilsanker um einen Platz in der Zentrale, selbst Makoto Hasebe ist wieder eine Option. Trainer Adi Hütter hat die Qual der Wahl, muss wöchentlich die Entscheidung fällen, welche zwei, allerhöchstens drei Akteure - je nach Grundausrichtung - spielen dürfen. Ist dann überhaupt noch Platz für Torró?

Lucas Torro

Steht vor wegweisenden Wochen: Lucas Torró



Ein Abschied, versichert der Spanier, sei "zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen", er habe sich "immer das Ziel gesetzt, dass ich mich bei der Eintracht durchsetze." Sein Vertrag ist bis 2023 datiert, sollte Hütter allerdings weiterhin die Qualitäten anderer Spieler bevorzugen, ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die Wege vorzeitig trennen könnten. Nach langen Ausfällen braucht es viel Spielzeit, um das alte Niveau wieder zu erreichen - sollte Torró in Frankfurt aber nur Zuschauer bleiben, dürfte er sich nach Alternativen umsehen.