​Max Eberl trat im Oktober 2008 sein Amt als Sportdirektor von ​Borussia Mönchengladbach an und führte den Klub mit überlegten Entscheidungen und einer rationalen Vision aus den Abstiegsgefilden der ​Bundesliga bis in die ​Champions League. Sicherlich hatten die Spieler und Trainer in den letzten zehn Jahren auch ihren Anteil am Aufstieg der Borussia - und dennoch gebührt Eberl ein Sonderlob. 


90min hat die besten Transferperioden der letzten Dekade zusammengefasst und veranschaulicht, warum Eberl einen so guten Ruf besitzt. 


In dieser Liste befinden sich ausschließlich die Transferjahre, in denen die Zugänge nicht von schmerzlichen Abgängen begleitet wurden. So tauchen zum Beispiel die Perioden der Zugänge von Yann Sommer (Marc-André ter Stegen ging zum ​FC Barcelona) oder Granit Xhaka (Marco Reus verabschiedete sich zu ​Borussia Dortmund) hier nicht auf.


6.) 2013/14 - Der Maestro wird ein Fohlen

FBL-GER-BUNDESLIGA--MOENCHENGLADBACH-HANOVER

Nachdem der Hoffnungsträger Luuk de Jong in Gladbach nie wirklich zündete und Igor de Camargo die Borussia verließ, musste man sich im Sturm neu aufstellen. Für fünf Millionen Euro holte man den Brasilianer Raffael von Dynamo Kiew zurück in die Bundesliga und für die Hälfte dieser Summe kam Max Kruse aus Freiburg. 


"Maestro" Raffael prägte über Jahre die Spiele der Gladbacher und Kruse wechselte 2015 nach 47 Torbeteiligungen für die Borussia mit 10 Millionen Euro Gewinn zum ​VfL Wolfsburg. Zudem lieh man im Sommer 2013 einen jungen Mittelfeldspieler namens Christoph Kramer von ​Bayer Leverkusen aus.


5.) 2017/18 - Die Krake kommt nach Gladbach

Denis Zakaria,Matthias Ginter,Florian Neuhaus

​Die zwölf Millionen Euro, welche die Borussia vom BVB für den Wechsel von Mahmoud Dahoud nach Dortmund bekam, investierte man zur Überraschung vieler Anhänger sofort in den Transfer eines jungen Mittelfeldspielers aus der Schweizer Super League. Doch Denis Zakaria sollte alle Kritiker Lügen strafen - er wird für ein Vielfaches seiner damaligen Ablöse den nächsten Schritt unternehmen. 


Dazu kamen noch der neue Abwehrchef Matthias Ginter und das Talent Florian Neuhaus, welches man sofort an ​Fortuna Düsseldorf in die ​2.Bundesliga verlieh - beide gehören mittlerweile zum Gerüst der Gladbacher Mannschaft.


4.) 2015/16 - Das Kapitano-Schnäppchen

FBL-EUR-C1-MOENCHENGLADBACH-BARCELONA

​Die Borussia spielte sensationellerweise das erste Mal in der Champions League, doch Max Kruse verabschiedete sich nach Wolfsburg. Die für ihn eingenommenen zwölf Millionen Euro steckte man zum großen Teil in die feste Verpflichtung von Thorgan Hazard, welcher zuvor nur vom ​FC Chelsea ausgeliehen war. 


Besser konnte man dann die übrig gebliebenen vier Millionen Euro nicht investieren. Für 75% dieses Spottbetrags kam Lars Stindl von ​Hannover 96 und avancierte zum absoluten Anführer und Kapitän der Mannschaft. Zusätzlich lieh man Andreas Christensen von Chelsea aus und verpflichtete Nico Elvedi. 


Dass der Königstransfer dieser Periode mit 10 Millionen Euro Ablöse den Namen Josip Drmic trug - geschenkt.


3.) 2009/2010 - Marco wer?

RESTRICTIONS / EMBARGO - ONLINE CLIENTS

Kurz nach Eberls Amtsantritt holte man ein vielversprechendes Mittelfeldtalent vom ​FSV Mainz 05 ablösefrei zur Borussia. Roman Neustädter sollte in der folgenden Zeit eine wichtige Stütze im Gladbacher Spiel werden. Für 3,6 Millionen Euro kam auch ein alternder und lauffauler venezolanischer Spielmacher ​vom RCD Mallorca, doch dieser Juan Arango hatte angeblich einen ganz guten linken Fuß. 


Zudem holte man zwei Jugendspieler zu den Profis hoch, die bis zum heutigen Tag für die Fohlen auflaufen - Tony "Fußballgott" Jantschke und Patrick "Flaco" Herrmann. Die Verpflichtung für eine ganze Million Euro eines bei seinem Ausbildungsverein Borussia Dortmund zu leicht befundenen und aus der Dritten Liga kommenden 20-Jährigen namens Marco Reus war dabei nur eine Randnotiz.


2.) 2019/20 - Auf zu neuen Höhen

Marcus Thuram,Marco Rose

Zur Spielzeit 2019/20 wollte Eberl die Borussia auf das nächsthöhere Level bringen. Mit Marco Rose kam ein neuer Trainer, der für Gier nach Erfolg und einen progressiven Spielstil stand. Der Coach brachte gleich noch den Dauerläufer Stefan Lainer mit und mit Marcus Thuram und Ramy Bensebaini kamen zwei Spieler aus der französischen Ligue 1 an den Niederrhein​, deren immenser Wert sich in den nächsten Jahren erst erschließen lässt. 


Zudem wurde der bei ​Schalke 04 ausgemusterte Breel Embolo verpflichtet, ​der sich in seiner Rolle sehr ordentlich zurecht findet. Dennoch gab es eine Saison, in der die getätigten Transfers der Borussia als noch wichtiger einzustufen sind.


1.) 2010/2011 - Der Anfang der Geschichte

Mainz' Nigerian striker Anthony Ujah (2n

Die Saison 2010/11 ging als die Spielzeit in die Geschichte der Borussia ein, in der man die Weichen für die jetzt gefeierten Erfolge stellte. Ganze 20 Spieltage lang standen die Gladbacher auf dem letzten Tabellenplatz in der Bundesliga, nur um sich am Ende in der Relegation gegen den VfL Bochum durchzusetzen und das folgende Jahrzehnt die Bundesliga​ zu begeistern. 


Während mit Igor de Camargo der Held aus dem Relegations-Hinspiel bereits im Sommer 2010 verpflichtet und gleichzeitig ein junger Torhüter namens Marc-André ter Stegen zu den Profis beförderte, waren es gerade die getroffenen Entscheidungen zu Beginn der Rückrunde, die unvergessen bleiben. 


Zum einen natürlich der im Frühjahr 2011 erfolgte Wechsel von Michael Frontzeck auf Lucien Favre als Trainer der Gladbacher. Beispielsweise war Favre derjenige, der ter Stegen im April 2011 zu seinem Debüt verhalf (5:1 im Derby gegen den 1. FC Köln) und die Borussia in den Folgejahren zum Champions-League-Teilnehmer formte. 


Zum anderen kamen im Winter der legendäre Abwehrchef Martin Stranzl (145 Einsätze für Gladbach, absoluter Anführer), Mike Hanke (95 Einsätze, Stichwort: doppelter Doppelpass im Schalker Strafraum mit Torerfolg) und Harvard Nordtveit (187 Einsätze) für INSGESAMT 800.000 Euro zum Verein und halfen mit, eine neue Ära einzuleiten. 


Eventuell wird man in Zukunft etwas Ähnliches von der Spielzeit 2019/20 schreiben, doch bis dahin ist das Wintertransferfenster 2010/11 zurecht auf dem ersten Platz.