​Der ​FC Barcelona kommt einfach nicht zur Ruhe. Nachdem Präsident Josep Maria Bartomeu im Februar beschuldigt worden war, über soziale Netzwerke eine Diffamierungskampagne gegen einzelne Spieler angezettelt zu haben, traten in der vergangenen Woche gleich sechs der insgesamt 19 Vorstandsmitglieder zurück. Darunter auch der designierte Nachfolger von Bartomeu und bisherige Vize-Präsident, Emili Rousaud. Gegen den klagt jetzt wiederum der Klub wegen übler Nachrede. 


Mit dem Barça-Gate fing alles an. ​Im Februar kamen schwerwiegende Anschuldigungen gegen Bartomeu ans Licht. Um sich und den gesamten Vorstand in ein besseres Licht zu rücken, soll er die Firma 13ventures damit beauftragt haben, einzelne kritische Spieler gezielt in sozialen Netzwerken zu diffamieren. Das Geld (ein Betrag in Millionenhöhe) soll Bartomeu aus der Kasse des Vereins genommen haben. 


"Jemand hat in die Kasse gegriffen!"


"Jemand aus dem Vorstand", so Rousaud, "hat in die Kasse gegriffen." Sprach's, scharte vergangene Woche fünf weitere Vorstandsmitglieder um sich und dimittierte dann am Gründonnerstag en bloc. 


Gegen die erhobenen Vorwürfe hat der Klub gestern nun Strafanzeige wegen Verleumdung eingereicht. In einer Mitteilung dazu heißt es: "Der Vorstand streitet jede Handlung, die als Korruption bezeichnet werden könnte, ab. Der Klub kann derartige Anschuldigungen, die das Image des Vereins schwer beschädigen, nicht tolerieren. Die Strafanzeige wird eingereicht zur Ehrenrettung des  Klubs und seiner Mitarbeiter." 


Währenddessen dauern die Untersuchungen der Social-Media-Affäre rund um 13ventures weiterhin an. Mit der Aufklärung beauftragten die Azulgrana die renommierten Wirtschaftsprüfer von Price Waterhouse Coopers. 


Schlammschlacht bis ins nächste Jahr?


Wie der dezimierte Vorstand nach der kollektiven Dimission der sechs Vorstandsmitglieder nun besetzt wird, wurde bislang nicht kommuniziert. 


Im kommenden Jahr endet die Amtszeit von Josep Maria Bartomeu nach insgesamt sechs Jahren an der Spitze des Klubs. Angesichts der aktuellen Lage erscheint es nur schwer vorstellbar, dass die Grabenkämpfe rund um seine Nachfolge bis dahin nachlassen werden. Dazu passt die Aussage des aussichtsreichen Kandidaten Víctor Font: "Wir steuern auf den perfekten Sturm zu!"