Dass nicht jeder Transfer so einschlägt und nach den Wunschvorstellungen funktioniert, ist Teil des Fußballgeschäfts. Wie andere Vereine auch, musste ​Bayer Leverkusen diese Erfahrung - trotz zahlreicher starker Verpflichtungen - ebenfalls machen.


Josip Drmic: 2014 - 2015

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Im Sommer 2014 wechselte Josip Drmic vom ​1. FC Nürnberg nach Leverkusen, nachdem er nur eine Saison für den "Club" aufgelaufen war. Für die Nürnberger konnte er in 34 Einsätzen gute 17 Treffer erzielen und drei weitere vorbereiten, sodass man sich ähnliche Quoten auch von seinem Transfer erhoffte, für den die Werkself immerhin knapp sieben Millionen Euro zahlte.


Das Resultat war allerdings enttäuschend: In 38 Pflichtspielen stand Drmic für Leverkusen auf dem Platz. In diesen Spielen gelangen ihm nur noch sechs Tore und ein Assist, gegen Stefan Kießling konnte sich der Stürmer nicht durchsetzen. Nach nur einem Jahr verließ der Schweizer den Verein wieder. Zunächst ging es zu ​Borussia Mönchengladbach, ehe sie ihn nach einem halben Jahr erst an den ​Hamburger SV verliehen und ihn nach weiteren drei Jahren fest an Norwich City verkauften, wo Drmic seit vergangenem Sommer - nur sehr sporadisch - spielt.


Junior Fernandes: 2012 - 2014

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Mit der Verpflichtung des Stürmers Junior Fernandes erhoffte sich Leverkusen einen Goalgetter geholt zu haben. Der damals 24-Jährige kam für fast fünf Millionen Euro aus Chile, wo er zuvor, ähnlich zu vergleichen mit Josip Drmic, mit 14 Treffern und zehn weiteren Vorlagen in 28 Einsätzen überzeugen konnte. Auch seine Verpflichtung sollte sich schnell als Fehleinkauf offenbaren. In lediglich 13 Einsätzen für die Werkself konnte er nur ein Tor erzielen - nach nur einem Jahr wurde er an Dynamo Zagreb verliehen und später verkauft. Heute läuft der Chilene für Alanyaspor in der Türkei auf.


Domagoj Vida: 2010 - 2011

Leverkusen's Croatian defender Domagoj V


Das Leverkusen-Kapitel sollte für Rechts- und Innenverteidiger Domagoj Vida ebenso schnell geöffnet wie geschlossen werden. Die Geschichte des Kroaten in der Bundesliga ist schnell erzählt: Für etwa 2,5 Millionen Euro kam er von NK Osijek zu seiner ersten Auslands-Station, bei der es schlicht nicht funktionieren sollte. In seiner einzigen Saison in Deutschland trug er nur neun Mal das Trikot von Leverkusen. Im Sommer darauf trat er die Rückkehr nach Kroatien (Dynamo Zagreb) an. Seit mehr als zwei Jahren spielt Vida für Besiktas Istanbul, wo er ein wichtiger Stammspieler in der Abwehr ist.


Aleksandar Dragovic: 2016 - heute

Aleksandar Dragovic


Aleksandar Dragovic ist zwar kein klassischer Flop im gewöhnlichen Sinn, und doch kann man die Umstände seiner Verpflichtung als einen solchen bezeichnen. Der Österreicher steht seit 2016 in Leverkusen unter Vertrag und hat bislang 69 Einsätze für den Verein zu verzeichnen. Ein wichtiger Stammspieler war er nie, auch wenn er einigermaßen regelmäßig zwischen der Bank und dem Feld hin und her pendelte.


Dass die Werkself jedoch satte 18 Millionen Euro für seine Dienste an Dynamo Kiev gezahlt hat, zeigt den Fehler dieses Transfers. Für die Leistungen und die Bedeutung Dragovics ist diese Summe einfach viel zu viel. Angesichts des sonst so starken Scoutings des Vereins ein großer Fehler. Im kommenden Sommer dürfte sein Abschied ins Haus stehen, immer wieder wird von Gesprächen mit anderen Klubs berichtet. 


Robbie Kruse: 2013 - 2017

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Nachdem Robbie Kruse 2011 den Schritt von Australien nach Deutschland wagte, als er zu ​Fortuna Düsseldorf wechselte, schien der Flügelspieler in der Saison 2012/13 einen gewissen Eindruck in der Führungsetage von Bayer Leverkusen hinterlassen zu haben. Mit vier Toren sowie neun Assists in der Saison konnte der Australier bei F95 eine wichtige Rolle spielen - offensichtlich erhoffte man sich dasselbe Ergebnis durch einen mit 1,5 Millionen Euro günstigen Transfer.


Bereits nach zwei Jahren verlieh man Kruse zum ​VfB Stuttgart, nachdem auch er keinen nennenswerten Beitrag auf den Platz bringen konnte. Eine zusätzliche Verletzung am Sprunggelenk half nicht beim Aufbessern des Einstands. Nach einem weiteren Jahr in Leverkusen wechselte er schließlich nach China, ehe er später zum ​VfL Bochum zurückkehrte. Seit dem letzten Sommer spielt Kruse wieder in seiner Heimat Australien.


Landon Donovan: 2000 - 2005

Donovan


Schon im Sommer 1999 kam Landon Donovan aus den USA in die zweite Mannschaft der Werkself. 17 Jahre war der Stürmer zu diesem Zeitpunkt alt, man erhoffte sich ein junges Talent entwickeln zu können. Ein Jahr darauf wechselte Donovan zu den Profis, für die er insgesamt lediglich neun Einsätze absolvierte. Früh wurde er zurück in die US-amerikanische Heimat verliehen, und das für ganze dreieinhalb Jahre. 


In seinen letzten Monaten in Leverkusen konnte er aber weiterhin keinen Fortschritt zeigen und nur eine Vorlage beisteuern, sodass er für eine Million Euro zu LA Galaxy verkauft wurde. Mit dem ​FC Bayern und dem FC Everton folgten weitere namhafte Stationen, doch seine sportliche Heimat erreichte Donovan erst wieder, als er 2012 wieder in Los Angeles ankam. Für Galaxy absolvierte er immerhin 315 Spiele mit 137 Toren und 104 Vorlagen. 


Arkadiusz Milik: 2013 - 2015

Arkadiusz Milik


Heutzutage läge es einem fern, bei Arkadiusz Milik vom einem Flop zu sprechen. Immerhin hat der polnische Stürmer längst ein Champions-League-Format erreicht, was ihn zu einem begehrten Spieler macht, der bei SSC Neapel unter Vertrag steht. Seine Vorgeschichte hat er jedoch zum beachtlichen Teil in Leverkusen geschrieben. Bereits im Frühjahr 2013 kam er für 2,6 Millionen Euro aus Polen. In der Rückrunde der Saison 2012/12 kam er zu nur sechs Bundesliga-Einsätzen, in denen er nicht überzeugen konnte. 


Im Sommer 2013 erfolgte dann die Leihe zum ​FC Augsburg, direkt nahtlos gefolgt von einer Leihe zu Ajax Amsterdam. Während der Leihsaison 2014/15 kam er dann langsam auf Touren. Nach elf Treffern und vier Vorlagen verpflichtete Ajax Milik fest, zahlte dafür nur 2,8 Millionen Euro. Ein Knackpunkt für den Stürmer, der die erfolglose Zeit in der Bundesliga damit beendet hatte. In der folgenden Spielzeit sollte er satte 21 Tore erzielen und weitere acht vorlegen, ehe er für 32 Millionen Euro nach Neapel wechselte. Es hat wohl nicht sein sollen. 


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