​​Louis Schaub war der erste von drei Wintertransfers, die der HSV im Januar diesen Jahres eintütete. Als er von Neu-Trainer Markus Gisdol bei den Geißböcken aussortiert wurde, reagierte HSV-Sportvorstand Jonas Boldt schnell und zurrte eine Leihe (inklusive Kaufoption) des Österreichers bis zum Saisonende fest. Für 2,6 Millionen Euro könnte der HSV den 25-jährigen Mittelfeldakteur dann fix an sich binden. Doch eventuell wird Schaub noch viel günstiger.


Das liegt - natürlich - auch an der Coronakrise. Denn aufgrund der immer noch unsicheren Ausgangslage ob des weiteren Verlaufs der Liga, könnte der Effzeh am Ende vor einem großen Problem stehen: nämlich dass alle aktuell verliehenen Spieler (es wären deren zehn!) zum Beginn der neuen Spielzeit (wann immer diese auch beginnen mag) wieder bei Gisdol und Co. auf der Matte stehen - ohne dass der Klub mit ihnen plant. 


Köln will und muss seinen Kader ausdünnen


Bis zu 35 (!) Spieler könnten sich somit insgesamt am Geißbockheim tummeln, wenn es gilt, die neue Saison vorzubereiten. Für den finanziell eh nicht auf Rosen gebetteten Klub sicher ein Alptraum. Oder wie Kölns Sportchef Horst Held es gegenüber dem Express formulierte: "Wenn alle zurückkehren, wäre das das Worst-Case-Szenario." 


Und genau deshalb halten sich, Angaben der Hamburger Morgenpost zu folge, in der Domstadt hartnäckig Gerüchte hinsichtlich einer drastischen Reduzierung des oben genannten Betrages. Selbst die Möglichkeit eines transfertechnischen Super-GAU, nämlich Schaub am Ende sogar ganz ohne Ablöseentschädigung ziehen zu lassen, wird in Köln durchgespielt. Denn eines will man in der Domstadt nach Möglichkeit vermeiden: ihn nach Beendigung der Leihe wieder auf der Gehaltsliste zu haben. Denn dass Gisdol, der aktuell so sicher im Sattel sitzt wie selten ein FC-Trainer in den vergangenen Jahren, nicht auf den Österreicher baut, steht unverrückbar fest.

 

Louis Schaub

Und wie das im Fußball nun mal so ist: der Schaden des einen könnte zum Nutzen des anderen werden -  und der HSV in den Genuss einer Konstellation kommen, die er in den letzten Jahren (und mehr als einmal) umgekehrt am eigenen Leibe durchleiden musste, wenn er gutverdienende Kicker ob finanziellen Drucks für ein Butterbrot und ein Ei an die Konkurrenz abgeben musste.