​Paukenschlag beim ​FC Barcelona. Wie die katalanische Zeitung La Vanguardia (via transfermarkt.de) berichtet, treten mit sofortiger Wirkung sechs Mitglieder des Vorstands zurück. Grund für diesen Schritt soll die Führungspolitik um Präsident Josep Maria Bartomeu sein.


Trotz der aktuellen Zwangspause aufgrund des Corona-Virus geht es bei Barca turbulent zu. Bei den zwei der sechs Personen soll es sich unter anderem um die Vizepräsidenten Emili Rousaud und Enrique Tombas handeln. Die restlichen vier Zurückgetretenen seien einfache Mitglieder gewesen. Es ist eine Entscheidung, die sich angekündigt hatte.


Barcagate und Debatte um Gehaltsverzicht ausschlaggebend - Bartomeu fordert Loyalität


Bei den Katalanen kriselte der Vorstand unter Präsident Bartomeu zuletzt heftig. Der 57-Jährige ist für seine autoritäre Führung bekannt und sorgte zuletzt mit dem 'Barcagate' für Schlagzeilen. So sollen Funktionäre des Klubs (Ex-) Vereinsmitarbeiter wie Superstar Lionel Messi oder den ehemaligen Trainer Pep Guardiola gezielt in ein schlechtes Licht gerückt haben, um den Einfluss und das Ansehen des eigenen Präsidenten zu stärken.


Auch die öffentliche Diskussion um einen Verzicht der Spielergehälter soll ausschlaggebend gewesen sein. So wurde die Ansicht verbreitet, dass die Barca-Profis nicht freiwillig auf ihr Gehalt verzichten wollten, um den restlichen Mitarbeitern des Vereins im Zeichen der Corona-Krise zu helfen. ​Unter anderem Kapitän Messi äußerte sich vor einigen Tagen zu diesen Gerüchten und wies sie zurück.

Marc Ter Stegen,Clement Lenglet,Frenkie de Jong,Ivan Rakitic,Sergio Busquets,Gerard Pique,Lionel Messi,Antoine Griezmann,Martin Braithwaite,Nelson Semedo,Jordi Alba


Innerhalb des Vorstandes soll Bartomeu von den Mitgliedern absolute Loyalität fordern. So soll der Präsident auf die Vizepräsidenten Rousaud und Tombas sowie zwei weitere Mitglieder mit dem Wunsch zugetreten sein, dass sie ihre Ämter beim Verein niederlegen. Bartomeu habe das Ziel, in Zukunft vor allem mit ihm untergebenen Mitarbeitern den Verein zu führen. Zwei weiteren Vorstandsmitglieder hätten sich aus Solidarität dem Rücktritt angeschlossen.


Barcelona-Präsident bleibt im Amt - Neuwahlen möglich


"Wir sind an diesen Punkt angelangt, an dem wir uns nicht in der Lage sehen, die Kriterien und Formen des Klubmanagements angesichts der wichtigen Herausforderungen in der Zukunft und insbesondere angesichts des Szenarios nach der Pandemie umkehren zu können", heißt es im dem Schreiben der sechs ehemaligen Vorstandsmitglieder, welches der La Vanguardia vorliegt.


Der ursprünglich 19 Personen umfassende Vorstand ist nun auf lediglich 13 Mitglieder geschrumpft. Präsident Bartomeu soll allerdings weiter handlungsfähig bleiben. Neuwahlen würden die Sitze wieder auffüllen und es ist wahrscheinlich, dass der Präsident die Plätze mit ihm loyalen Leuten besetzen möchte. Dennoch scheint der 57-Jährige angezählt. Ein Machtkampf in Barcelona bahnt sich an.