​Während die komplette Fußball-Welt nach Formeln sucht, um die durch die Coronavirus-Krise zu befürchtenden Einnahmeverluste wenn schon nicht zu kompensieren, so doch abzumildern, hat sich ​Real Madrids Mittelfeldstar ​Toni Kroos mit seiner Meinung ziemlich ins Abseits gestellt. Nachdem die Kritik an seinen Worten immer lauter geworden ist, rudert der deutsche Nationalspieler nun zurück.


In dem Interview auf dem SWR-Podcast "Steil extra!" hatte Kroos angegeben, dass er von Gehaltskürzungen nichts halte, da sie ihm wie "Spenden ins Nichts oder an den Verein" vorkommen würden. Bei dem dies, so Kroos, sowie nicht nötig sei. Er ziehe es deswegen vor, weiterhin sein Gehalt zu beziehen, um damit dann "vernünftige Sachen zu machen und links und rechts zu helfen". 


Doch diese Einschätzung hat verständlicherweise viel Kritik heraufbeschworen. So mahnte der bekannte Fußballreporter Tomás Roncero (von der as) an, Kroos müsse "auf die Erde zurückkehren. Er hat eine Gefühllosigkeit gezeigt, die mir wehtut." Kroos habe gezeigt, so Roncero, sich nicht um das Unternehmen zu scheren, das ihn bezahlt. Dies sei wie eine Ohrfeige. Auch in den sozialen Netzwerken sparten Kroos' Kritiker nicht mit harten Worten, warfen dem 30-Jährigen mangelnde Solidarität und Realitätsverlust vor. Grund genug für den Greifswalder, die Dinge nun eiligst klarzustellen.


Falsch übersetzt oder absichtlich missverstanden


Er sei entweder falsch übersetzt worden oder man wolle ihn absichtlich missverstehen. Was, auf den ersten Teil bezogen, eigentlich nur auf die spanischen (oder allgemein internationalen) Berichte gemünzt sein kann, denn sein Beitrag in besagtem Podcast war auf deutsch gehalten. 


Eine Sprache, die wir hierzulande, die einen mehr, die anderen weniger, doch alle einigermaßen beherrschen. Außer, natürlich, man wolle ihn absichtlich fehlinterpretieren. Aber dafür waren seine Worte im Podcast wiederum viel zu eindeutig. 


Ob nun falsch übersetzt, vorsätzlich missverstanden oder einfach nur daneben gelegen - Fakt ist, dass sich seine Mitspieler bei Real mittlerweile darauf verständigt haben, Gehaltskürzungen (zwischen zehn und zwanzig Prozent) zu akzeptieren. Und dass auch Kroos hinter dieser Entscheidung steht, hat er nun noch mal per (spanischem) Tweet bestätigt: "Von Beginn an ist dies, ihr kennt mich, meine Meinung gewesen: wenn wir Arbeitern und Bereichen des Klubs helfen können, sehe ich es als nur logisch an, auf einen Teil unseres Gehalts zu verzichten. So wie wir es heute getan haben."