Lautaro Martínez (22) und Neymar (28) sind zwei Namen, die in den Transferplanungen des ​FC Barcelona eine wichtige Rolle spielen sollen. Wegen der Corona-Krise ist fraglich, ob der Klub einen der beiden Spieler verpflichten wird - doch wenn, dann sollte die Entscheidung pro Martínez fallen.


Ähnlich wie Neymar ist Lautaro Martínez einer der Spieler, die seit längerem mit Barça in Verbindung gebracht werden. Der Argentinier blüht bei Inter Mailand auf, steht in dieser Saison bei 16 Toren in 31 Pflichtspielen. 25 Millionen Euro überwiesen die Nerazzurri im Sommer 2018 an den argentinischen Racing Club, angeblich ist in seinem bis 2023 gültigen Vertrag eine Ausstiegsklausel über 111 Millionen Euro verankert, die in diesem Sommer ​über einen kurzen Zeitraum gültig sein soll


Samt Gehalt wäre es ein teures Paket, das Barça schnüren müsste - aber es wäre noch immer günstiger als im Falle eines Neymar-Transfers. Paris St. Germain verlangt angeblich 180 Millionen Euro, laut L'Équipe bezieht er obendrein ein Bruttogehalt von rund drei Millionen Euro pro Monat (!). Trotz eines möglichen Tauschgeschäfts mit Antoine Griezmann wäre die finanzielle Hürde also um einiges größer.


Barça mit Baustelle im Sturmzentrum


Zudem wäre der Martínez-Transfer von Weitsicht geprägt. Der argentinische Nationalspieler steht mit 22 Jahren am Anfang seiner Karriere, Luis Suarez zählt mit 33 Jahren dagegen zum alten Eisen. Schon seit geraumer Zeit steht die Frage im Raum, wie Barcelona den Mittelstürmer-Posten adäquat besetzen wird, sobald sich Suarez' Zeit dem Ende zuneigt. 


Martínez würde Abhilfe schaffen - anders als Neymar. Der Brasilianer ist auf dem Flügel zuhause, kommt vorwiegend auf der linken Außenbahn zum Einsatz. 

Lautaro Martinez

Tritt Lautaro Martínez in die Fußstapfen von Luis Suarez?



Wegen den häufigen Ausfällen von Ousmane Dembélé wird zwar auch ein Flügelspieler benötigt, Ferran Torres wäre allerdings ​die deutlich günstigere Alternative. Der 20-Jährige darf den FC Valencia Medienberichten zufolge für eine Summe zwischen 35 und 40 Millionen Euro verlassen und hat seine besten Jahre noch vor sich, wenn seine positive Entwicklung weiter anhält. 


Teamplayer statt Selbstdarsteller


Ein weiterer Punkt, der für Martínez spricht: Er versteht Fußball als Mannschaftssport, beteiligt sich an der Defensivarbeit und geht als erster Mann im Pressing voran. Neymar hingegen überlässt den Verteidigern die Arbeit am Ball und trabt ähnlich wie Lionel Messi nur halbherzig in Richtung eigene Hälfte, während er auf die Zuspiele seiner Mitspieler wartet. Zu viele Spieler dieser Art sind für ein funktionierendes (Gegen-)Pressing aber nicht förderlich. Das Ziel des FC Barcelona muss sein, den Ball so früh wie möglich zu erobern. Gelingt das nicht, droht ein zähes Spiel, in dem sich der Gegner immer wieder ordnen kann.  


Der Klub muss die Weichen für die Zukunft stellen und im Angriff einen Umbruch vollziehen. Wie lange die Verantwortlichen auf Messi und Suarez bauen können, ist unklar, umso mehr gilt es, entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Nach Transfers von Frenkie de Jong, Junior Firpo, Arthur und Clement Lenglet würde Lautaro Martínez in die Altersstruktur passen. 


Eine Wiedervereinigung mit Neymar klingt dagegen zwar spektakulärer, ist finanziell aber nur schwer zu stemmen und schließt nicht die Lücke im Sturmzentrum.