Noch immer wurde im Rechtsstreit um Kaiserslauterns Torwarttrainer Gerry Ehrmann keine Einigung erzielt. Der Prozess droht zum Präzedenzfall zu werden.


Die Zukunft um Kaiserslauterns langjährigen Torwarttrainer Gerry Ehrmann ist weiterhin ungewiss. Im Februar stellten die Roten Teufel den 61-Jährigen frei. Der Klub pocht auf das Ende seines Vertrags zum anstehenden Sommer. Doch ​Ehrmann legte vor dem Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage ein. 


In den vergangenen Wochen kam es noch nicht zu einer Entscheidung. Während der aktuellen Corona-Krise dürfte der Fall noch weitere Wochen stocken. Dennoch sind weitreichende Folgen kaum noch abzuwenden. Das schlechte Verhältnis von Boris Schommers zu Ehrmann könnte bei anderen Klubs ein Chaos auslösen.


Neuregelung für das Abwechslungsbedürfnis?


Nach 24 Jahren gemeinsame Arbeit setzt der Torwarttrainer darauf, dass für seinen Vertrag keine Befristung mehr gilt und ihn der Klub weiter beschäftigen muss. Kaiserslautern stützt sich dagegen auf das Abwechslungsbedürfnis, das bei Trainern und Spielern eines Profiklubs ein Ende des Arbeitspapiers vorsehen kann. ​


Möglicherweise hat ein Urteil damit Signalwirkung für die gesamte Sportwelt. Sollte Ehrmann mit seiner Klage Recht bekommen, könnten auch die Betreuer anderer Vereine auf die Entfristung ihres Vertrags plädieren. Selbiges Ziel hatte der ehemalige ​Main​zer Heinz Müller. Dieser klagte ebenfalls gegen seine vertragliche Befristung.


Die Klage des Keepers wurde abgewiesen. Doch in einem vergleichbaren Fall für Mitarbeiter steht noch ein Urteil aus. ​Hannovers Manager Gerry Zuber bekam Anfang des Jahres Recht. 96 legte Berufung ein, doch ein erster Schritt zur Entfristung einiger Verträge wurde gemacht. Ehrmann könnte den nächsten Wendepunkt darstellen.