Die FIFA hat am Dienstagabend einige Empfehlungen und Richtlinien zum Umgang mit der Krisensituation vorgelegt. Das Paket des Weltverbandes umfasst Lösungen zu den im Sommer auslaufenden Spielerverträgen und zum Transfermarkt. 


Die anhaltende Corona-Pandemie stellt den Fußball auf den Kopf. Die FIFA will etwas Ordnung in das Chaos einflechten und präsentierte am Dienstag ein Paket mit Ideen und Lösungsvorschlägen. Die Richtlinien und Empfehlungen der FIFA beziehen sich vor allem auf Verträge und das kommende Transferfenster. 


Die im Sommer auslaufenden Verträge sollen bis zum offiziellen Ende der Saisons verlängert werden.


Das Statement der FIFA dazu: "Ablaufende Spielerverträge enden normalerweise mit Saisonende (d. h. am Datum, an dem auch die Saison endet). Da der Spielbetrieb in den meisten Ländern eingestellt wurde, endet die laufende Saison nicht wie ursprünglich angenommen. Aus diesem Grund sollen Verträge bis zum effektiven Ende der Saison verlängert werden. Diese Regelung sollte der ursprünglichen Intention der Parteien bei Vertragsabschluss entsprechen, während die sportliche Integrität und Stabilität gewahrt bleiben. Eine ähnliche Regelung gilt für Verträge, die mit Beginn der neuen Saison beginnen sollten. So werden diese Verträge erst wirksam, wenn die neue Saison effektiv beginnt.


Der Weltverband ist sich natürlich auch der prekären wirtschaftlichen Lage der Vereine bewusst. Eventuelle Gehaltskürzungen schlug die FIFA vor, kann sie aber nicht verordnen - die Entscheidung liegt weiterhin in den Händen der in den Vereinen handelnden und aktiven Personen. 


Das Statement der FIFA dazu: "COVID-19 hat auch große Auswirkungen auf die Ertragslage der Klubs, insbesondere da keine Spiele mehr ausgetragen werden können. Der Fussball muss wie andere Wirtschaftszweige gerechte, austarierte und zielgerichtete Lösungen finden, um möglichst viele Stellen zu erhalten sowie ein faires und ausgewogenes Gleichgewicht zwischen den Interessen der Spieler und der Klubs zu erzielen.


Die FIFA empfiehlt den Klubs und Spielern daher dringend, für den Zeitraum, in dem der Spielbetrieb eingestellt ist, gemeinsame Lösungen zu vereinbaren.


Auch wenn in erster Linie die auf nationaler Ebene zuständigen Parteien situationsgerechte Lösungen finden müssen, empfiehlt die FIFA, alle Umstände objektiv zu prüfen, einschließlich möglicher behördlicher Maßnahmen zur Unterstützung von Klubs und Spielern, eines möglichen Aufschubs oder einer möglichen Senkung von Gehaltszahlungen sowie einer gegebenenfalls bestehenden Versicherungsdeckung.


Wenn sich die Parteien nicht einigen können und in der Sache die FIFA anrufen, werden folgende Kriterien in Erwägung gezogen:

  • redliches Bemühen des Klubs, mit den Spielern eine einvernehmliche Lösung zu finden
  • wirtschaftliche Lage des Klubs
  • Verhältnismäßigkeit der Änderung am Spielervertrag
  • Nettoeinkommen der Spieler nach der Vertragsänderung
  • Gleichbehandlung aller Spieler oder nicht

Die FIFA hofft, dass so für beide Seiten faire und ausgewogene Lösungen gefunden werden."


Außerdem stellte die FIFA eine Verschiebung des Transferfensters vor. 


Das Statement der FIFA dazu: "Auch bei den Transferfenstern müssen die geltenden Regelungen den neuen faktischen Gegebenheiten angepasst werden. Die FIFA bietet daher Hand für flexible Lösungen, damit die betreffenden Transferfenster zwischen das Ende der alten Saison und den Beginn der neuen Saison verschoben werden können.

Gleichzeitig ist die FIFA soweit möglich um eine Gesamtkoordination bemüht und trägt dem Schutz der Ordnungsmäßigkeit, der Integrität und des reibungslosen Betriebs von Wettbewerben Rechnung, damit die sportlichen Ergebnisse von Wettbewerben nicht unfair beeinflusst werden."


FIFA-Präsident Gianni Infantino unterlegte die Maßnahmen mit folgendem Statement: "COVID-19 hat die Gegebenheiten des Fussballs für diese Saison komplett verändert. Die FIFA hat deshalb zusammen mit allen Interessengruppen einige praktische Ideen und Vorschläge für diese neuen Gegebenheiten erarbeitet. Auch wenn diese Richtlinien und Empfehlungen nicht alle Probleme lösen, sollten sie für die nächste Zukunft zumindest für eine gewisse Stabilität und Gewissheit im Fussball sorgen. Diese Zusammenarbeit unter der Leitung der FIFA wird hoffentlich zeigen, wie der Fussball die Reihen schließen und schwierige Zeiten dank Einigkeit, Solidarität und Kompromissbereitschaft meistern kann. Aber bevor es so weit ist, muss jetzt allen klar sein: Die Gesundheit kommt zuerst – und erst danach der Fussball."