Mit der wichtigsten Personalie hat der ​FC Bayern bereits verlängert: Hansi Flick. Dass die Trainerfrage bis 2023 geklärt ist, schafft auch bei den Spielern Klarheit. Zahlreiche Verträge enden im nächsten Jahr, der gesicherte Verbleib von Flick hat Auswirkungen auf die anstehenden Gespräche. 90min wagt eine erste Prognose, wen die Bayern langfristig binden werden und wer im Sommer gehen dürfte. 


Manuel Neuer: Verlängerung

Manuel Neuer

Grundsätzlich plant Manuel Neuer nicht, den FC Bayern zu verlassen, aber es sollen Differenzen bei der neuen Vertragslaufzeit herrschen. Angeblich bieten die Münchner nur einen Vertrag bis 2023, Neuer wolle allerdings bis 2025 verlängern. 


Mit Flick, der ein Mitspracherecht in den Personalfragen hat, besitzt er nun einen großen Fürsprecher. Der 55-Jährige stärkte Neuer bereits nach der Nübel-Verpflichtung den Rücken und dürfte auch in den kommenden Jahren auf ihn setzen, solange die Leistungen stimmen. 


Offen ist, ob die Neuer-Seite von ihren Forderungen abweichen wird, jedoch könnten die Bayern einen Schritt auf ihren Kapitän zugehen. Wäre Flick nach der Saison weg, wäre ein Abschied im kommenden Sommer vorstellbar; weil der Trainer aber bleibt, ist es wahrscheinlich, dass auch Neuer verlängert.


Thomas Müller: Verlängerung

Thomas Mueller

Thomas Müller braucht einen Trainer, der genau weiß, wie er seine Stärken effektiv ausspielen kann. Dazu zählen weder Carlo Ancelotti noch Niko Kovac, sondern Louis van Gaal, Jupp Heynckes, Pep Guardiola - und Hansi Flick.


Seit Flicks Amtsübernahme steht Müller bei 8 Toren und 13 Vorlagen in 21 Pflichtspielen, ist sogar auf der ungeliebten rechten Außenbahn wieder eine echte Waffe. Machten noch im Herbst Abschiedsgerüchte die Runde, so dürfte auch Müller seinen Vertrag noch einmal verlängern. Auf dem Platz ist er wieder eine Stamm- und Führungskraft, zudem genießt er wie Neuer das volle Vertrauen des Trainers. 


Thiago: Verlängerung

German DFB Pokal"FC Schalke 04 v Bayern Munchen"

Schon in der Vergangenheit rankten sich Gerüchte um einen Vereinswechsel von Thiago, doch nach der Verlängerung im April 2017 könnte er auch in diesem Jahr ein neues Arbeitspapier unterzeichnen.


Unter Flick ist der Spanier in der Form seines Lebens. An der Seite von Joshua Kimmich dirigiert Thiago das Geschehen im Offensivspiel, beteiligt sich zudem an der Defensivarbeit und ist überall auf dem Platz zu finden. Galt er zunächst noch als einer der Verlierer des Trainerwechsels, so ist er längst zu den Gewinnern aufgestiegen. 


Rein sportlich betrachtet gibt es keine Gründe, nicht mit Thiago zu verlängern, der seine Verbundenheit zum Klub beim Jubel und in den sozialen Medien immer wieder deutlich macht. Ein Abschied wäre eine große Überraschung.


David Alaba: 50/50

German DFB Pokal"FC Schalke 04 v Bayern Munchen"

Auch David Alaba gehört unter Flick zu den "Unverzichtbaren", kommt unter seiner Leitung aber hauptsächlich in der Innenverteidigung zum Einsatz. Alaba stellt sich in den Dienst der Mannschaft, soll jedoch noch immer davon träumen, im defensiven Mittelfeld eingesetzt zu werden.


Weil die Zentrale überbesetzt ist, die Verantwortlichen angeblich noch nicht auf die Gehaltsforderungen eingehen wollen und über einen - von Karl-Heinz Rummenigge dementierten - Tausch mit Leroy Sané berichtet wurde, wird über einen Abschied spekuliert. ​Alaba könnte sich seinen Traum von Spanien erfüllen, ob der FC Barcelona und Real Madrid ernsthaftes Interesse besitzen, darf wegen der finanziellen Größe eines Transfers aber angezweifelt werden.


Möglich ist also beides - doch weil Alaba einen extrem hohen Stellenwert besitzt und er keinen Wechsel forciert, bestehen berechtigte Hoffnungen auf einen Verbleib.


Jerome Boateng: 50/50

Jerome Boateng

Mehrere Male hätte Jerome Boateng den FC Bayern verlassen können, doch noch immer steht der Innenverteidiger beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag. Der Unterschied zur Amtszeit von Niko Kovac: Unter Flick ist er gesetzt.


Alaba und Boateng bilden ein starkes Innenverteidiger-Duo, das spielerisch extrem viel zu bieten hat und gleichzeitig rigoros verteidigt. Auf Dauer wird Boateng das Tempo für Flicks riskanten Fußball fehlen, bis hierhin macht er aber einen sehr guten Job. 


Genau wie Alaba könnte er noch einmal eine neue Herausforderung annehmen und sich im Guten verabschieden. Doch selbst wenn sich beide Parteien nicht auf eine Verlängerung einigen sollten, erwägt Boateng einen Verbleib im Sommer: "Ich muss nicht auf Teufel komm' raus weg vom FC Bayern, ich habe ja noch einen Vertrag", sagte er gegenüber dem kicker.


Javi Martinez: Wechsel

Javi Martinez

Bei Javi Martinez ist derweil ein Wechsel vorstellbar. Wie schon vor einem Jahr kamen erneut Gerüchte um eine Rückkehr zu Athletic Bilbao auf, laut Sky soll auch der FC Getafe seine Fühler ausstrecken. 


Martinez, in der Vergangenheit von zahlreichen Verletzungen gebeutelt, spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Für die Innenverteidigung ist er zu langsam, die Mittelfeldzentrale ist zu stark besetzt. Seine Zeit neigt sich dem Ende entgegen.


Sven Ulreich: Wechsel

Sven Ulreich

Hinter Manuel Neuer hat sich Sven Ulreich in den vergangenen fünf Jahren tadellos verhalten. Der 31-Jährige wusste von Anfang an um seine Rolle, hat sich anstandslos mit der Ersatzbank zufriedengegeben und erfüllte seine Aufgaben mehr als solide, wenn er zwischen den Pfosten gefordert war.


Weil Alexander Nübel nach der Saison kommt und Manuel Neuer frühestens nach Ablauf seines Vertrags wechseln dürfte, stehen auch bei Ulreich die Zeichen auf Abschied. Für einen Platz auf der Tribüne ist seine Qualität zu hoch.