​Im letzten Sommer wechselte​ Matthijs de Ligt (20) für den bemerkenswerten Betrag von 85,5 Millionen Euro von Ajax Amsterdam zu Juventus Turin. Praktisch alle Großen in Europa, allen voran der FC Barcelona, waren hinter dem Niederländer her. Auch ​Manchester United hatte sein Interesse an dem damals noch 19-jährigen Verteidiger-Talent angemeldet. Und könnte in diesem Sommer einen abermaligen Anlauf starten.


Und dies obwohl es bei den Red Devils mehr vorne als hinten knirscht. Mit nur 30 Gegentoren in 29 Spielen stellen die Mannen vom Old Trafford immerhin die viertbeste Defensive der Premier League (hinter dem FC Liverpool, Sheffield United und Leicester City). Mit 44 selbst erzielten Treffern weisen sie jedoch auch die schlechteste Quote unter den Top-Five der Tabelle aus. 


United-Trainer Ole-Gunnar Solskjaer jedenfalls ist schon seit längerem Fan des Holländers - und hat seinen Traum, diesen einem weiteren Rekordmann zur Seite zu stellen, nicht aufgegeben. So zumindest berichtet es der zumindest nicht  als unseriös einzuschätzende Evening Standard


Mit Harry Maguire stellen die Nordengländer immer noch den historisch teuersten Verteidiger der Welt. Der englische Nationalspieler kostete noch mal knapp zwei Millionen Euro mehr als de Ligt. Ein Innenverteidiger-Duo Maguire/de Ligt verspricht jedenfalls reichlich Stabilität in der Deckung. Doch angesichts der kostspieligen Pläne der Roten Teufel für die kommende Spielzeit (u.a. soll Jadon Sancho kommen, und auch über Antoine Griezmann wird nachgedacht), stellt sich die Frage, wie der englische Rekordmeister diese in die Tat umsetzen, sprich: finanzieren will. 


Spektakulärer Spielertausch zwischen Juve und Man United?


Und da kommt Paul Pogba ins Spiel. Der würde zwar liebend gerne zu Real Madrid wechseln, wo mit Zinédine Zidane ein absoluter Fürsprecher seiner Person tätig ist, doch ob Zizou überhaupt noch über den Sommer hinaus bei den Königlichen bleiben wird, steht zur Zeit in den Sternen. 


Diese unsichere Gemengelage beim Rekord-Champions-League-Sieger könnte nun auch den Weltmeister von 2018 zum Umdenken bewegen. Zumal Turin für ihn auch keine neue Station wäre. Zwischen 2012 und 2016 stand Pogba bereits in den Diensten der Alten Dame aus dem Piemont, konnte dort in insgesamt 178 Pflichtspielen 74 Scorer-Punkte erzielen. Für einen Mittelfeldspieler eine ansehnliche Bilanz.


Und umso ansehnlicher, wenn man sich vor Augen hält, dass er die Bianconeri nicht einen Cent an Ablöse gekostet hatte. Denn United ließ den damals 19-Jährigen in Verkennung seines überragenden Talents zum Null-Tarif ziehen, und musste dann, vier Jahre später, um so tiefer in die Taschen greifen. Und so wurde Paul Pogba im Sommer 2016 kurzfristig zum teuersten Spieler der Fußball-Geschichte. 


Doch das zweite Kapitel in Manchester wurde eigentlich nicht viel besser als das erste. Richtig erfüllen konnte der Mittelfeldspieler die verständlicherweise extrem hohen Erwartungen am Old Trafford nur selten. 

Paul Pogba

Verlässt Pogba ein zweites Mal das Old Trafford in Richtung Turin?


Und deshalb würde man Pogba auch durchaus als Verhandlungsmasse im de Ligt-Poker einsetzen. Trotz dessen Liebesbekundungen zu seinem aktuellen Arbeitgeber, die er in den letzten Wochen medial verkünden ließ. 


Die Kardinalfrage ist, ob Juventus bei diesem Spiel über drei Banden mitmacht. Und natürlich auch de Ligt, der sich schon während des Transfersommers im letzten Jahr wiederholt lobend über die spanische und italienische Liga geäußert hatte. 


Es wird Solskjaer sicherlich einiges an Arbeit und Mühe kosten, den Holländer von einem neuerlichen Umzug zu überzeugen. Denn mehr als ein mehr oder weniger illusionierendes Zukunftsprojekt haben die Engländer momentan nicht anzubieten. Unabdingbar erscheint da auf jeden Fall die Qualifikation für die Königsklasse. Die ist in den letzten erfolgreichen Wochen vor der Corona-Krise wenigstens wieder in Reichweite gekommen. Aktuell steht United auf dem fünften Rang, drei Punkte hinter Chelsea.