​Hertha BSC und Mario Götze. Eine mögliche Zusammenarbeit des BVB-Stars und des neureichen "Big City"-Klubs wurde in den vergangenen Monaten immer mal wieder ins Gespräch gebracht.  Doch würde ein Verpflichtung des einstigen WM-Helden überhaupt Sinn ergeben? Eine Einordnung.


Gerüchte besagen, dass die Hertha noch zu Klinsmann-Zeiten ein akutes Interesse am Mittelfeldmann gehabt habe und vereinsintern zumindest über die Möglichkeit, Götze im Sommer bei einer ausbleibenden Vertragsverlängerung mit dem BVB, ablösefrei zu verpflichten, diskutiert wurde. Ganz gleich, wie realistisch das Szenario auch sein mag: sollten wir Mario Götze in der nächsten Saison in blau-weißen statt schwarz-gelben Farben sehen, würde ein Engagement bei der Hertha tatsächlich für beide Seiten Sinn ergeben. 


Götze ist vielleicht eine der tragischsten Figuren in der jüngeren (deutschen) Fußballvergangenheit. Vom jungen Hoffnungsträger einer ganzen Nation wurde aus ihm in allzu kurzer Zeit das Sinnbild eines gescheiterten Talents. Zwar ist der Mittelfeldstratege nach gefühlten Jahrzehnten auf der Fußballbühne immer noch erst 27 Jahre jung, zu einem Superstar von Weltformat a la Neymar, mit dem er sich seit jeher vergleichen lassen muss, weil die Bayern sich damals für eine Verpflichtung des Dortmunder Youngsters und gegen den Brasilianer entschieden, wird er wohl jedoch nicht mehr werden. 


Hertha und Götze: Anspruch und Realität


Dass der WM-Final-Held von 2014 zwar nach wie vor ein hochveranlagter Kicker ist, bleibt festzuhalten, der Welt zeigen, "dass er besser ist als Messi", konnte er jedoch nicht. Und da kommt die Hertha ins Spiel. Der Verein, der auf ähnliche Weise den eigenen und den äußeren Ansprüchen nicht gerecht wird und für den die Realität im Mittelmaß der Bundesliga beinahe ein Trauma bedeutet. 

Michael Preetz

Steht vor einem geschäftigen Sommer: Hertha-Manager Michael Preetz


Doch seit Investor Lars Windhorst mit großzügigen Millionenbeträgen in das Projekt "Big-City-Club" eingestiegen ist, wehte ein anderer Wind. Als Jürgen Klinsmann als neuer Trainer vorgestellt wurde, war die Euphorie in der Hauptstadt deutlich zu spüren. Doch wie auch Götze selbst es am eigenen Leib erfahren musste, als es nach seinem Wechsel zurück aus München zum ​BVB einfach nicht mit einem Stammplatz klappen wollte, mussten auch die Hauptstädter schnell feststellen, dass ein Tapetenwechsel die Wohnung längst nicht größer macht. 


Man strich den Verein zwar neu an, das Chaos aber blieb und wurde mit dem Abgang Klinsmanns auf die Spitze getrieben. Dennoch könnte eine Zusammenarbeit Götzes und der Alten Dame für beide Seiten einen Neuanfang bedeuten, der positive Schlagzeilen generiert. Die Hertha ist ohnehin auf der Suche nach größeren Namen auf dem Transfermarkt, da ist die Leistung beinahe nebensächlich. Es gilt in Europa an Prestige zu gewinnen. 

Götze kann sportliche Bereicherung sein


Mit Götze würde man eventuell sogar beides bekommen. Das neue ehemals schillernde Gesicht, das über die Jahre zwar ein paar Kratzspuren abbekam, aber immernoch glänzt und tatsächlich auch sportlichen Mehrwert [ ;-) ] hätte. Denn ein offensiver Mittelfeldstratege, der das Auge für den Mitspieler hat und auch mal unvorhergesehene Aktionen liefert, fehlte den Berlinern bisher. 


Heißt im Fazit: Wenn Götze bei einem Wechsel zu der Hertha einigermaßen fit bleibt und sich aus seiner sportlichen Krise befreien kann, dann könnte in Berlin tatsächlich etwas entstehen, das irgendwann einmal wie ein Big-City-Klub aussieht.