​Die Spielausfälle aufgrund der Corona-Pandemie zwingen die Bundesligisten zu einschneidenden Maßnahmen. Während es jedoch etwa bei ​Borussia Dortmund ein wenig dauerte, bis ein Gehaltsverzicht der Profis öffentlich bestätigt wurde, stellte die Mannschaft von ​Borussia Mönchengladbach als erstes Team in Europa sofort ihre Geldbörsen zur Verfügung - und setzte damit die Konkurrenz in der ​Bundesliga unter Druck. Denn auch wenn jeder Verein für sich selber entscheiden muss, mit welchen Methoden er die wirtschaftlichen Konsequenzen der fehlenden Einnahmen kompensiert, wartet die Öffentlichkeit täglich auf Bekanntgaben des Gehaltsverzichts aus Solidarität - wer zögert, der gilt schnell als gierig oder unsolidarisch.


Bevor die DFL sich am kommenden Dienstag erneut berät, wie der weitere Verlauf der Saison aussehen soll, bekamen die Vereine Post. Denn um in der aktuellen Situation nicht die Übersicht zu verlieren, schickte die Sportschau kürzlich ein acht Fragen beinhaltendes Schreiben an alle Klubs aus der höchsten deutschen Spielklasse. Kernthemen waren der Umgang mit einem Gehaltsverzicht und die Frage, ob die Klubs Angestellte auf Kurzarbeit umstellen. Die Beantwortung war den Empfängern naturgemäß freigestellt, als Frist zur Bearbeitung gab die Sportschau jedoch den 25.03.2020 an.


Bayern und Werder reagieren nicht


Während sich​ viele Vereine bereiterklärten, teilweise oder in Gänze Auskunft zu geben, reagierten der ​FC Bayern München und der ​SV Werder Bremen gar nicht auf die Anfrage. ​RB Leipzig gab an, eine Antwort nachzureichen und ​Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach, ​Union Berlin und der ​FSV Mainz 05 sind die einzigen vier Vereine, die sowohl einen Gehaltsverzicht ihrer Profis, als auch Anträge auf Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter bestätigt haben.

Karl-Heinz Rummenigge

Auch sein Klub ließ die Anfrage links liegen - Karl-Heinz Rummenigge


Bayer Leverkusen stellte klar, dass "das Thema Gehaltsverzicht nicht zu einem medialen Wettbewerb stilisiert werden sollte, sondern eher eine persönliche Einstellung widerspiegelt und entsprechend behandelt werden sollte. Man kann keinem Menschen eine Einstellung 'auferlegen'." Sollte keine Bekanntmachung folgen, hieße das aber laut Bayer "nicht, dass nichts passiere."


Borussia Dortmund gab sich - ​wie so oft in den letzten Tagen - auch in der Antwort an die Sportschau ein wenig wankelmütig. So hieß es zuerst, dass der BVB "unternehmensinterne Vorgänge in der Regel nicht zum Gegenstand unserer Medienarbeit" mache. Wenig später kam die Kehrtwende und Dortmund gab an, dass die Profis auf "signifikante Teile ihrer Gehälter" verzichten würden und man dadurch einen "zweistelligen Millionenbetrag" einspare.


Die ​TSG Hoffenheim ist der einzige Klub, der auf beide Kernfragen mit "nein" antwortete - öffentlichkeitswirksam positiv geht anders. 


Auch wenn das Veröffentlichen von internen Abläufen nicht zwingend erforderlich ist, verpassten einige Vereine es, sich zum Wohle der Anhänger medial in den Kernthemen zu positionieren - und wenn auch nur, um ein wenig Hoffnung zu verbreiten.


Die Tabelle in der Übersicht

​VereinGehaltsverzicht der Profis​Anträge auf ​Kurzarbeit
​FC Bayern​keine Antwort​keine Antwort
​Borussia Dortmund​ja​keine Angabe
​RB Leipzig​wird nachgereicht​wird nachgereicht
​Borussia Mönchengladbach​ja​ja
​Bayer Leverkusen​keine Angabe​nein
​Schalke 04​ja​eventuell
​VfL Wolfsburg​keine Angabe​keine Angabe
​SC Freiburg​ja​keine Angabe
​TSG Hoffenheim​nein​nein
​1.FC Köln​ja​keine Angabe
​Union Berlin​ja​ja
​Eintracht Frankfurt​keine Angabe​keine Angabe
​Hertha BSC​eventuell​eventuell
​FC Augsburg​keine Angabe​keine Angabe
​Mainz 05​ja​ja
​Fortuna Düsseldorf​ja​ja
​Werder Bremen​keine Antwort​keine Antwort
​SC Paderborn​eventuell​eventuell