Über das vergangene Jahrzehnt hat ​Schalke 04 auf einige starke Mittelfeldspieler zurückblicken können, die das Spiel der Knappen maßgeblich und regelmäßig gelenkt und beeinflusst haben. Wir werfen einen Blick auf acht der besten Akteure seit 2010 bis inklusive der Saison 2019/20.


1. Ivan Rakitic: 2007 - 2011

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Ivan Rakitic hat dem gewählten Zeitrahmen entsprechend zwar lediglich anderthalb Jahre auf Schalke verbracht hat, doch muss man ihn trotzdem in diese Liste aufnehmen und würdigen. Auch wenn seine Karriere erst mit und nach dem Wechsel vom FC Sevilla so richtig durchstartete, so hat er auch beim S04 häufig gezeigt und angedeutet, was in ihm steckt. Der enorm ballsichere zentrale Mittelfeldspieler war schon in jungen Jahren ein sehr souveräner Spieler, der das Spielgeschehen gerne an sich nahm. Durch seine Übersicht, seine Passstärke und seiner Flexibilität, sich auch ins letzte Drittel einzuschalten, hat er oft für Gefahr und wichtige Angriffe aufseiten der Knappen sorgen können. 135 Pflichtspiele absolvierte er insgesamt für Schalke, schoss dabei 16 Tore und bereitete 29 weitere vor.


2. José Manuel Jurado: 2010 - 2013

Schalke's Spanish midfielder Jose Manuel


In José Manuel Jurado hat man einen der unterbewertetsten S04-Spieler des letzten Jahrzehnts. Der Spanier kam im Alter von 24 Jahren nach Gelsenkirchen, wo er jedoch nur 72 Pflichtspiele absolvieren sollte. Auch wenn der Offensivspieler nie wirklich den Durchbruch schaffte, sodass er zu keinem Zeitpunkt als enorm wichtiger und unverzichtbarer Spielmacher galt, so waren seine Kreativität, seine Übersicht und seine technischen Fähigkeiten doch besonders. Jurado war ein Spieler, dem man seine Freiheiten einräumen musste, damit er funktioniert - diesen Spielraum hat er leider zu wenig bekommen. Dennoch erinnert man sich immer gerne an seine Traumvorlage für Raúl, als er den Ball mit viel Gefühl über den Außenrist gleiten ließ und ihn über die gegnerische Verteidigung hob.


3. Julian Draxler: 2011 - 2015

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Trotz eines eher unrühmlichen Endes war die Zeit Julian Draxlers auf Schalke eine gute. Mit acht Jahren wechselte er in die Knappenschmiede, ehe ihm 2011 der Sprung zu den Profis gelang. Zahlreiche Tore, davon einige mit besonderem Flair, gelangen ihm während dieser Zeit. 30 Tore und 29 Vorlagen in 130 Spielen, und das trotz des so jungen Alters (17-22 Jahre) und der ihm noch bevorstehenden Entwicklung sprechen eine deutliche Sprache. Ob es der Treffer im DFB-Pokalfinale war, die häufig geniale Partnerschaft mit Raúl, oder die markanten Fernschüsse - Draxler hat in seiner Zeit beim S04 starke Leistungen abgerufen.


4. Jefferson Farfán: 2008 - 2015

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Blickt man einige Jahre zurück, so bekommt man auf Schalke schnell den Eindruck, dass Jefferson Farfán eine eigene kleine Ära geprägt hat. So gut wie jeder S04-Fan hat seine eigenen Lieblingserinnerungen an den peruanischen Flügelflitzer, der die sportliche Disziplin während der Saisonpausen nie wirklich ganz ernst genommen hatte. Während seiner sieben Jahre bei Königsblau war er so gut wie unverzichtbar. Mit seinen Dribblings im Sprinttempo über dutzende Meter oder die Zusammenarbeit auf rechts mit Atsuto Uchida - auch Farfán war ein besonderer und einzigartiger Spieler im Mittelfeld, auch wenn man ihn genauso gut als Flügelspieler im Sturm einordnen könnte. Satte 69 Vorlagen und 53 Tore konnte er nach 228 Spielen für sich verzeichnen.


5. Max Meyer: 2013 - 2018

Max Meyer


Max Meyer sollte - ähnlich wie Julian Draxler - ein ganz großer Spieler der Knappen werden. Auch wenn diese Wünsche und Hoffnungen nicht gänzlich erfüllt wurden, so muss man seine Fähigkeiten doch anerkennen. Meyer durchlief über vier Jahre ebenfalls die S04-Jugend und spielte ab 2013 regelmäßig für die Profis auf. Zunächst als Achter oder Zehner in der Offensive, später unter Domenico Tedesco als Sechser und Ballverteiler eingesetzt - diese neue Rolle brachte seine Stärken sehr gut zum Vorschein. Auch er stand in 192 Profi-Einsätzen auf dem Platz, in denen er 22 Mal treffen und 23 Mal vorbereiten konnte.


6. Daniel Caligiuri: 2017 - heute

Daniel Caligiuri


Auch wenn Daniel Caligiuri in der aktuellen Saison nicht so regelmäßig seine besten Leistungen abrufen konnte, wie man es von ihm gewohnt war (Systemumstellungen, Verletzungen, etc.), so wäre es ein Fehler, ihn nicht zu erwähnen. Seit seinem Wechsel vom VfL Wolfsburg im Winter 2017 lieferte der Deutsch-Italiener konstant gute und wichtige Leistungen ab. In der Vizemeister-Saison war er über weite Strecken einer der mit Abstand wichtigsten Spieler auf dem Platz, und vor allem in den Derbys wuchs er über sich hinaus. Eine Mischung, die auf Schalke besonders gut ankommt - und das völlig zurecht. Als Stammspieler konnte er in etwas mehr als drei Jahren bereits 122 Pflichtspiele sammeln, 20 Tore schießen sowie 24 weitere auflegen.


7. Leon Goretzka: 2013 - 2018

Leon Goretzka


Wie bei Julian Draxler und auch Max Meyer ging der Abschied von Leon Goretzka nicht ohne Nebengeräusche über die Bühne. Für die Betrachtung seiner Leistungen beim S04 ist das jedoch unerheblich, sodass er zurecht seinen Platz bekommt. Zusammen mit Meyer war er über Jahre die junge Achse im Schalker Mittelfeld, die man nach den Abgängen im Sommer 2018 nicht kompensieren konnte. Als "Box-to-Box"-Spieler war der gebürtige Bochumer sowohl für die Defensive, als auch für die Offensive wichtig und ein großer Bestandteil. Auch er steckte zu diesem Zeitpunkt noch am Anfang seiner Entwicklung, die mit Königsblau ihren richtigen Anlauf nahm.


8. Amine Harit: 2017 - heute

Amine Harit


Nur wenige Spieler im aktuellen S04-Kader verfügen über ein ähnlich großes Talent wie Amine Harit - das hat er über die vergangene Hinrunde eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Durch immer wieder auftretende Schwächephasen ist er bislang nicht zu dem Spieler geworden, der er sein und noch werden kann. Seine Stärken sind mit der Kreativität, dem Dribbling und seiner Lockerheit auf dem Feld von großer Bedeutung für Schalke. Umso offenkundiger war zuletzt die Ratlosigkeit der Offensive, wenn Harit einen schlechten Tag erwischt. Für ihn und den Verein würde es viel bedeuten, wenn er noch regelmäßiger in Hochform aufläuft und diese weiter strecken kann. Dadurch könnte er später ganz groß rauskommen.