Oft beträgt der Unterschied zwischen Torerfolg und Aluminiumtreffer in der ​Bundesliga wortwörtlich nur Millimeter. Ein Tausendstel zu viel oder zu wenig Effet, ein Milligramm Rasen auf der falschen Seite des Balles oder der Hauch des Schnürsenkels beim Abschluss - Details, die über Jubel oder Fassungslosigkeit entscheiden. Auch in der laufenden Saison gab es immer wieder das laute Klatschen des Spielgerätes an das Aluminiumgestänge des gegnerischen Tores zu hören. Doch welches Team hatte am häufigsten Pech und welcher Spieler ist der bisherige "Alu-Champion"?


90min​ zeigt die bisherigen Pfosten- und Lattentreffer aller Bundesliga-Mannschaften in der Saison 2019/20 in der Übersicht. (Quelle: bundesliga.com)


Naturgemäß finden sich die Spitzenteams der laufenden Bundesligasaison auch in dieser Tabelle ganz weit oben wieder - die höhere Zahl an Abschlussmöglichkeiten bedeutet gleichzeitig eine höhere Alutreffer-Bilanz. Dennoch zeigt sich, dass auch Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel in diese Statistik eingreifen. Die beiden Pole dieser Übersicht werden jedoch standesgemäß von der torhungrigsten und der torärmsten Truppe besetzt, denn während ​Fortuna Düsseldorf und sein unterdurchschnittlicher Angriff das Schlusslicht bilden, steht der ​FC Bayern auch in diesem Tableau an der Spitze.


Bayern Top - Bremen, Hoffenheim und Schalke mit überdurchschnittlich viel Pech 


Der FC Bayern München führt die Statistik mit 16 Aluminiumtreffern einsam an, die zweitplatzierte Mannschaft der ​TSG Hoffenheim hat bislang fünfmal weniger den Ball ans Gestänge gedonnert. Zwischen die folgenden offensivstarken Teams ​Borussia Mönchengladbach​Borussia Dortmund​Bayer Leverkusen und ​RB Leipzig haben sich mit ​Schalke 04​Hertha BSC und ​Werder Bremen gleich drei Vereine gedrängt, die in der laufenden Saison nur selten die gegnerischen Torhüter überwanden. 

Leonardo Bittencourt

Vereinsinterner "Spitzenreiter" mit drei Alutreffern - Leonardo Bittencourt vom SV Werder


Gerade die Bremer haben mit sieben Alutreffern ganze fünf mehr als die Fortuna mit zwei - dabei haben beide Teams jeweils nur 27 Tore erzielt. Hoffenheim und Schalke haben jeweils fast ein Drittel der Anzahl ihrer erzielten Tore zusätzlich an Latte oder Pfosten gesetzt, während das Pech bei Düsseldorf lediglich zu sieben Prozent weniger Treffern verhalf.


Der Bremer Leonardo Bittencourt allein traf dreimal das Gehäuse und steht damit bundesligaweit auf einem geteilten zweiten Rang. Der "Alu-Champion" kommt, natürlich, aus München.


Gnabry der grösste Pechvogel

Serge Gnabry

Viermal klatschte es nach Serge Gnabrys Abschlüssen - aber keinen Beifall


Spitzenreiter der individuellen Pfosten- und Lattentrefferstatistik ist Serge Gnabry (viermal Alu), neben Bittencourt folgen mit dem Hoffenheimer Christoph Baumgartner, dem Leverkusener Kai Havertz, dem Wolfsburger Joao Victor und Philippe Coutinho von den Bayern gleich fünf Spieler, die dreimal am Leichtmetall verzweifelten. Gnabry hätte sich bei vier Treffern mehr glatt um zwei Postionen in der aktuellen Torjägerstatistik verbessern können und wäre mit dann 15 erzielten Treffern hinter Robert Lewandowski und Timo Werner Dritter. 


Die Tabelle in der Übersicht


​Platzierung - VereinAlutreffer 2019/2020​​Tore / Alutreffer / Quote
1. FC Bayern​16​73​ / 16 / 22%
2. TSG Hoffenheim​​1135​ / 11 / 31%
3.​Borussia Mönchengladbach​1049​ / 10 / 20%
3. Borussia Dortmund​10​68​ / 10 / 15%
3. Schalke 04​10​​33 / 10 /  30%
6. Hertha BSC​​732​ / 7 / 22%
6. RB Leipzig
​7​62 / 7 / 11%
​6. Werder Bremen​7​27 / 7 / 26%
​6. Bayer Leverkusen​745​ / 7 / 16%
6. Union Berlin​​7​32 / 7 / 22%
6. VfL Wolfsburg​7​​34 / 7 / 21 %
12. Eintracht Frankfurt​​638​ / 6 / 16%
13. FSV Mainz 05​​5​34 / 5 / 15%
​13. SC Freiburg5​​34 / 5 / 15%
​15. SC Paderborn4​​30 / 4 / 13%
​15. 1.FC Köln​4​39 / 4 / 10%
​15. FC Augsburg​436​ / 4 / 11%
18. Fortuna Düsseldorf​2​​27 / 2 /  7 %