​Weltweit versuchen die Fußball-Ligen der ​Coronavirus-Krise Herr zu werden. Fieberhaft wird an Modellen gebastelt, um die zur Zeit unterbrochene Spielzeit doch noch irgendwie zu Ende zu bringen. In Spanien kristallisieren sich dabei drei mögliche Szenarien heraus.


In enger Zusammenarbeit versuchen in Spanien der Verband und die Liga, die Problematik irgendwie in den Griff zu bekommen. Denkverbote gibt es dabei nicht. Von Kurzarbeit-Modellen über die schnellstmögliche Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb bis zu den verschiedenen Optionen die Saison zu beenden, kommt derzeit alles auf den Prüfstand. Wie wichtig eine Fortsetzung der Spielzeit in wirtschaftlicher Hinsicht wäre, deuten die Zahlen an, die der Medien-Mogul Jaume Roures gegenüber dem katalanischen Radiosender RAC1 angab: "Wenn nicht zu Ende gespielt, wird es zu 30-prozentigen Einnahmeverlusten kommen. Der europäische Fußball würde mehr als sieben Milliarden Euro verlieren, und das kann er sich nicht erlauben." 


Die drei Szenarien um die ​La-Liga-Saison fertig zu spielen sehen - Stand jetzt - so aus:


Saison wird von Mitte Mai an zu Ende gebracht

Die Saison ab Mitte Mai bis Ende Juni (oder gar bis Mitte Juli) zu Ende zu bringen. Dies wäre die optimistischste aller Varianten und erscheint angesichts der momentanen Lage beinahe illusorisch. Zwar bemüht sich ​LaLiga zu versichern, dass es möglich sei, und auch die Spieler sähen kein Problem darin, notfalls drei Spiele pro Woche zu absolvieren. Auch dass die Spiele allesamt unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würden, wäre für die Liga das geringere Übel als gar keine Spiele. Doch angesichts der Infektionszahlen Stand heute und der Dynamik, mit der sich der Virus immer noch ausbreitet, ist es mehr als zweifelhaft, dass diese Option greift.


La Liga nimmt Spielbetrieb erst im Juni/Juli wieder auf

Die Liga zu einem späteren Zeitpunkt (Juni oder gar Juli) neu zu beginnen, um sie bis zum August oder September beenden zu können. Durch die ​Verlegung der Europameisterschaft auf kommendes Jahr wurde schließlich ein wenig Platz im Kalender geschaffen. In diesem Fall müsste man zwar die kommende Spielzeit etwas nach hinten verschieben, doch prinzipiell wäre auch dies kein Problem. Die Verträge der Spieler müssten (wie auch bei Option 1) entsprechend angepasst oder mit den entsprechenden legalen oder statuarischen Mitteln "verlängert" werden. Zudem würde diese Variante für ein Plus an Zeit sorgen - Zeit, die man dann für eine effiziente Planung der Folgesaison verwenden könnte.


Fortsetzung erst im September!

Die letzte Option wäre vom Prinzip her wie die zweite, allerdings in verschärfter Form. Der Zeitpunkt, um die angebrochenen Saison zu Ende zu spielen, wäre demnach der September. Natürlich müsste dann die neue Saison (die ja eigentlich im September beginnen soll) radikal neu geplant werden. Doch spricht ebenfalls der Faktor Zeit und die damit verbundene solidere Planungsmöglichkeit über die aktuelle Spielzeit hinaus ganz klar für diese letzte Variante. 


Doch alle drei genannten Optionen würden natürlich zu reiner Makulatur, wenn sich in den kommenden Wochen die Situation nicht erheblich verbessert. Anderenfalls droht tatsächlich der Super-GAU, und es würde in diesem Jahr überhaupt kein Fußball mehr stattfinden. Einige Virologen in Deutschland haben diese Schreckensvision bereits als durchaus realistisch bezeichnet.