Die DFL hat in einem Schreiben an alle 36 Profi-Klubs eine einheitliche Regelung der Trainingssteuerung gefordert. Demnach soll das Gruppentraining auf dem Platz bei allen Teams ausgesetzt werden und erst Anfang April wieder aufgenommen werden. Eine rechtliche Handhabe hat der Ligaverband allerdings nicht.


​Einige ​Bundesliga-Klubs haben in der Coronakrise wieder das Training aufgenommen. In Kleingruppen und mit dem gebotenen Abstand zueinander sollen die Spieler auf dem Platz mit dem Ball am Fuß trainieren, anstatt lediglich mit individuellen Übungen an der Fitness zu arbeiten.


RB Leipzig hat das wieder gestoppt, der FC Augsburg und der VfL Wolfsburg machen es weiterhin so. FCA-Trainer Heiko Herrlich erklärte gegenüber dem kicker die Maßnahme: "Ich halte ein Training, wie wir es durchführen, nicht nur für möglich, sondern allein schon aus Gründen der Gesundheitsprophylaxe für notwendig."

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Dabei handelt es sich aber keinesfalls um Zweikampfübungen oder Spielformen. Passspiel und Individualtaktik steht auf dem Programm.


DFL mit Schreiben an Profi-Klubs: Bis 5. April nur Individualtraining


Dennoch ist der DFL das Vorpreschen einiger Klubs ein Dorn im Auge. Wie die Bild berichtet, soll ein Schreiben an alle 36 Klubs der ersten und zweiten Liga verschickt worden sein, in dem das Präsidium empfiehlt, bis zum 5. April nur individuell trainieren zu lassen.


Erst danach soll es wieder möglich sein, in kleinen Gruppen auf den Platz zu gehen - so wie es einige Klubs aktuell bereits tun. Sollte wie aktuell geplant im Mai wieder gespielt werden können, will die DFL ab 12. April (Ostern) normales Teamtraining erlauben.


Allerdings hat der Ligaverband keine rechtliche Handhabe: In die Trainingsarbeit der Klubs darf die DFL nicht eingreifen und kann so nur eine Empfehlung aussprechen.


Einheitliche Regelung im Sinne der DFL - und der Chancengleichheit?


In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen ist ein Training in Gruppen nicht erlaubt. Damit entsteht auch eine Art Wettbewerbsnachteil - da manche Teams bereits mit dem Ball trainieren können, andere wiederum nicht. All zu groß dürfte dieser zwar nicht sein - ein Training mit der Kugel am Fuß bleibt dennoch unersetzlich.


Viel mehr dürfte der DFL aber an der öffentlichen Wahrnehmung liegen. In Zeiten von Social Distancing soll bei den Fans nicht der Eindruck entstehen, dass Profis eine Sonderstellung genießen.


Insgesamt ist der Vorschlag durchaus nachzuvollziehen: Es wäre nicht nur eine einheitliche Regelung, sondern auch ein einheitliches Zeichen! Und die sind in diesen Zeiten besonders wichtig!


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