Auch wenn Borussia Dortmund im bevorstehenden Sommer-Transferfenster etwas zurückhaltender agieren dürfte, wie Sportdirektor Michael Zorc kürzlich andeutete, ist die Mannschaft auch in den kommenden Jahren sehr gut besetzt. 90min wagt den Blick in die Glaskugel und zeigt Euch, wie der BVB in der Saison 2021/22 auflaufen könnte.


Torwart

Roman Buerki

Roman Bürki spielt eine starke Saison. Der Schweizer ist seit mehreren Jahren die unumstrittene Nummer eins beim BVB und dürfte auch in Zukunft zwischen den Pfosten bleiben.


Allerdings müssen sich beide Parteien zunächst auf ein neues Arbeitspapier verständigen. Aktuell steht Bürki nur bis 2021 unter Vertrag, vor über einem Monat bestätigte Zorc laufende Gespräche. Die dürften wegen der Corona-Krise erstmal auf Eis liegen, an sich ist eine Verlängerung mit dem 29-Jährigen aber nur reine Formsache.


Abwehr

Dan-Axel Zagadou

Wie Borussia Dortmund spielen wird, hängt womöglich davon ab, wer in der Saison 2021/22 auf der Trainerbank sitzt - wobei auch Lucien Favre bei einem Verbleib auf eine Viererkette zurückgreifen könnte, wie der Schweizer im Januar erklärte. Daher basiert die Aufstellung auf einem 4-1-4-1.


In der Abwehr könnte sich auf dem Rechtsverteidiger-Posten ein Zweikampf zwischen Thomas Meunier und Mateu Morey entwickeln. Diversen Medienberichten zufolge soll Meunier in diesem Sommer ablösefrei von Paris Saint-Germain nach Dortmund wechseln, Morey kam bereits vor dieser Saison vom FC Barcelona und wurde perspektivisch eingeplant. Sollte Achraf Hakimi bleiben, könnte Morey auch nur die dritte Geige spielen.


Das Abwehrzentrum dürften Mats Hummels und Dan-Axel Zagadou besetzen. Zagadou hat Manuel Akanji mittlerweile den Rang abgelaufen, Hummels kam im Sommer zurück vom FC Bayern und soll mindestens bis 2022 als Abwehrchef vorangehen. Dahinter könnte sich der bislang glücklose Leon Balerdi in den Fokus spielen, ob sich Akanji auf Dauer mit einem Platz auf der Bank zufrieden gibt, ist derweil unwahrscheinlich.


Auf dem Linksverteidiger-Posten dürfte es auch in Zukunft beim Zweikampf zwischen Raphael Guerreiro und Nico Schulz bleiben. Der Portugiese hat die Nase vorn, bislang feierte Sommerneuzugang Schulz nur wenige Erfolgsmomente in Schwarz-Gelb. 


Mittelfeld

Julian Brandt

Bis dato hatte Axel Witsel einen Stammplatz sicher, in dieser Saison konnte der Belgier aber nur unregelmäßig an seine starken Leistungen aus dem Vorjahr anknüpfen. Gut möglich, dass Winter-Neuzugang Emre Can ihm auf Dauer den Rang ablaufen wird. Der deutsche Nationalspieler hinterlässt bislang einen guten Eindruck, mit Juventus Turin einigte sich der BVB auf einen Transfer über 25 Millionen Euro.


4-1-4-1 bedeutet volle Offensive - daran dürfte es auch in Zukunft nicht mangeln. Jude Bellingham gilt als eines der vielversprechendsten englischen Talente, im Poker um den 16-Jährigen wird über einen Zweikampf zwischen Dortmund und Manchester United spekuliert. Sollte Bellingham im Ruhrpott landen, könnte er an der Seite von Julian Brandt spielen, der in zentraler Position immer wichtiger werden dürfte. Allerdings dürften sich Bellingham und Brandt einen engen Konkurrenzkampf mit Marco Reus liefern, der beispielsweise anstelle des jungen Engländers spielen könnte.


Auf den Außenbahnen könnte Jadon Sancho wegen der Corona-Krise zwar in diesem Sommer bleiben, grundsätzlich aber gilt es als unwahrscheinlich, dass er bis zu seinem Vertragsende im Sommer 2022 bleiben wird. Sollte er im nächsten Jahr einen Wechsel anstreben, dürfte Giovanni Reyna seinen Stammplatz einnehmen. Der 17-jährige US-Amerikaner mischt seit der Winterpause bei den Profis mit und hinterließ einen sehr guten ersten Eindruck. Sein Flügelpartner dürfte auch in Zukunft Thorgan Hazard heißen, der Belgier kam erst im Sommer von Borussia Mönchengladbach und überzeugt bis dato mit fünf Toren und elf Vorlagen.


Angriff

Erling Haaland

Erst im Winter wurde Erling Haaland von RB Salzburg verpflichtet. Der Norweger erzielte in seinen ersten elf Einsätzen zwölf Tore und dürfte wegen der Vertragslaufzeit bis 2024 auch in den kommenden Jahren in Schwarz-Gelb auflaufen. Allerdings soll Haaland laut SportBild eine Ausstiegsklausel in Höhe von ​75 Millionen Euro besitzen, die frühestens im Sommer 2021 greift.


Sollte Haaland nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs und über die Saison hinaus regelmäßig treffen, ist es nicht ausgeschlossen, dass er seine Zelte nach nur anderthalb Jahren wieder abbricht. Aber die Verantwortlichen haben ohnehin schon ein Sturmtalent in der Hinterhand: Youssoufa Moukoko. Der 15-Jährige erzielte bereits 38 Pflichtspieltore für die U19 und wird aller Voraussicht nach schon bald mit den Profis trainieren. 


Wie Ende Januar berichtet wurde, erwägt die DFL, ​die Altersgrenze auf 16 Jahre zu senken. Da Moukoko im November seinen 16. Geburtstag feiert, könnte er demzufolge zur Saison 2021/22 zu den Profis gehören.