Es gibt sie monochrom oder vielfarbig, gestreift oder kariert, in dezenten Farben oder knallbunt - die Trikots der Fußballklubs. So mannigfaltig wie die Hemden selbst sind bisweilen die Gründe, die einen Klub eine bestimmte Trikotfarbe hat "wählen" lassen. Wir stellen euch ein paar kuriose Anekdoten rund um das Mieder der Kicker vor.


1. Boca Juniors

Blau und Gelb. Das sind seit jeher die Farben des Maradona-Klubs Boca Juniors aus dem gleichnamigen Stadtteil von Buenos Aires. 

Am 3. April 1905 gründeten ein paar Jugendliche, überwiegend Söhne italienischer Einwanderer, zusammen mit ihrem irischen Sportlehrer Paddy MacCarthy den Klub Boca Juniors. "Boca", weil der Stadtteil an der Mündung (boca = Mund, Mündung) des Flusses Riachuelos im südlichen Teil der argentinischen Hauptstadt lag. Kurz nach der Gründung versammelte sich die Gruppe an diesem Delta, um über die künftigen Vereinsfarben des Klubs zu beraten. Einer machte dann den Vorschlag: die Farben des ersten Schiffes, das nach neun Uhr zu sehen sei, sollten die Klubfarben werden. Es kam dann ein Schiff unter schwedischer Flagge vorbei - und die Vereinsfarben waren geboren.


2. AC Florenz

La Fiorentina, oder nur kurz la Fiore, spielte in ihren Anfangsjahren seit der Gründung 1926 in den Farben Rot und Weiß. Eines Tages jedoch, im Jahr 1929, beging die Wäscherin des Klubs einen folgenschweren Fehler, als sie die roten und weißen Trikots zusammen in den Waschzuber stopfte. Zwar wurden die Leibchen auch sauber, doch erstrahlten sie alle nunmehr in einem leuchtenden Violett. Und das in einer Stadt, in der man traditionell mit Textilien umzugehen weiß. Jedenfalls beließen die Klubverantwortlichen es dabei. Und seitdem spielt die Fiore (deshalb auch la Viola genannt) in Violett. 


3. 1.FC Köln

Dass der 1.FC Köln zumeist in Weiß spielt, weiß (Wortspiel!) hierzulande jedes Kind. Doch warum ist das so? Der ehrgeizige Franz Kremer, erster Präsident des 1948 gegründeten Klubs, hatte daran seinen gewichtigen Anteil. Kremer war nicht nur die treibende Kraft der Fusionierung des Kölner Ballspiel-Clubs (Kölner BC) mit der Spielvereinigung Sülz 07 (aus welcher der 1.FC Köln hervorging), sondern auch extrem ehrgeizig. Wenige Jahre nachdem der neue Kölner Klub aus der Taufe gehoben worden war, schickten sich die Königlichen von ​Real Madrid an, den europäischen Kontinent zu erobern. Zwischen 1956 und 1960 gewannen die Madrilenen den 1955 ins Leben gerufenen Europapokal der Landesmeister fünfmal in Serie. Real - das war von nun an der Maßstab für Kremer und seinen 1.FC Köln. Als "Real Madrid des Westens" wollte er den Verein nicht nur deutschlandweit, sondern international zu sportlichem Ruhm führen. Und was lag da näher, als die Spieler in blütenreinem Weiß auflaufen zu lassen? 


4. Athletic Bilbao

Heute spielen die "Löwen" in Rot-Weiß. Doch das war nicht immer so. Die ersten Trikotfarben waren tatsächlich blau-weiß geviertelt (ähnlich dem Shirt der Blackburn Rovers). Doch 1910 setzten sich die aktuellen Farben durch. Dies lag daran, dass Bilbao, als größte Hafenstadt Spaniens, von jeher Einwanderer aus aller Herren Länder anzog, somit auch viele englische Hafenarbeiter. Daher auch der englischstämmige Name, denn der Klub wurde von Engländern (und baskischen Studenten) gegründet. Die Immigranten kamen überwiegend aus den industriellen Ballungszentren Portsmouth, Southampton - und Sunderland. Der AFC Sunderland existierte zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Jahrzehnte und spielte von jeher in Rot-Weiß. Also übernahmen die Vereinsgründer einfach diese Farben für ihren Klub. Nebenbei passten sie auch viel besser zur baskischen Nationalflagge - und waren in der Herstellung auch noch günstiger als das relativ teure Blau.