​In der ​​Bundesliga wird schon seit einigen Wochen kein Fußball mehr gespielt. Bis Mitte Mai müssen sich die Klubs mindestens noch gedulden. Dann aber könnte die Liga in einer nie dagewesenen Art und Weise zu Ende gespielt werden. Die Abstiegskandidaten haben vor dem Endspurt die unterschiedlichsten Voraussetzungen.


Hertha BSC

Krzysztof Piatek

Wie es für die ​Hertha nach der langen Zwangspause weiter geht ist komplett offen. ​Die Mannschaft von Interimstrainer Alexander Nouri könnte in einen ähnliches Loch fallen, wie es bereits so häufig in dieser Saison geschah. Auf der anderen Seite bleibt dem Team nun Zeit, sich nach den vielen Unruhen neu aufzustellen.


Die Qualität im Kader ist definitiv vorhanden. Nun liegt es am Trainer diese auch richtig einzusetzen. Klar ist in jedem Fall, dass die Berliner noch sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang haben. Holt der BSC die wichtigen Punkte, dürfte der Hauptstadtklub diese Seuchensaison halbwegs unbeschadet überstehen.


FC Augsburg

Rani Khedira, Alfred Finnbogason

Am 10. März wurde Heiko Herrlich​ als neuer Trainer in ​Augsburg vorgestellt. Für den Übungsleiter wird sich die aktuelle Auszeit wie eine Sommerpause anfühlen, in der er die Mannschaft allerdings komplett kennenlernen kann. Dagegen ist der erhoffte frische Wind an der Seitenlinie auch schnell wieder verflogen.


Vorteil: die Fuggerstädter hatte schon in der Hinrunde niemand wirklich auf dem Zettel. Dann überzeugte der FCA allerdings zwischenzeitlich mit fünf Siegen aus sechs Partien. In den nächsten Spielen warten schlagbare Gegner, die Herrlich und seine Mannschaft in ruhigere Fahrgewässer führen wird.


1. FSV Mainz 05

FBL-GER-BUNDESLIGA-MAINZ-BAYERN MUNICH

In ​Mainz ist man sich ​unsicher, ob die Pause zu einem guten oder einem schlechten Zeitpunkt kommt. Sportlich war der FSV in den letzten absolvierten Partien nicht allzu schlecht unterwegs. Bis auf eine herbe 0:4-Klatsche gegen ​Wolfsburg holten die 05er acht Punkte seit dem 21. Spieltag.


Genug um sich vorzeitig aus dem Abstiegsrennen zu verabschieden? Sicher nicht; doch der Trend könnte sich weiter fortführen. Mit 26 Punkten haben die Mainzer immer noch ein kleines Polster. Bleiben alle wichtigen Spieler fit, dürfte das machbare Restprogramm den ersten Abstieg seit 13 Jahren abwenden.


Fortuna Düsseldorf

Erik Thommy

Unter Uwe Rösler hat ​Fortuna Düsseldorf noch einmal Fahrt aufgenommen.​ Aus den vergangenen sechs Ligaspielen ging nur ein Spiel verloren. Speziell die Defensive wurde bis auf wenige Ausnahmen deutlich stabiler. Wirklich rosig ist die Situation für den Tabellensechzehnten allerdings nicht.


In den restlichen Spielen warten unter anderem ​Dortmund​Bayern und ​Leipzig. Spät in der Saison könnten diese Duelle die viele Arbeit zunichte machen. Hoffnung macht dagegen eine angepeilte Rückkehr von Keeper Zack Steffen. Der US-Amerikaner könnte seine Patellasehnenprobleme rechtzeitig auskuriert haben.


Werder Bremen

Eintracht Frankfurt v Werder Bremen - DFB Cup

Selbst die Zwangspause macht ​Werder nur wenige Hoffnungen. Zumindest gibt sie den Norddeutschen Zeit, die vielen Negativ-Erlebnisse der vergangenen Wochen und Monate abzuschütteln. Bei einem Neustart müssen aber vor allem die vielen Standard-Gegentore und der fehlende Offensivdrang endlich behoben werden. Immerhin gab ​es im letzten Spiel gegen die Hertha ein Unentschieden.


Dazu hat Werder noch ein Spiel in der Hinterhand. Dennoch fehlen vier Punkte auf das Minimalziel, dem Relegationsrang. Entscheidend könnte werden, wie schnell die Langzeitverletzten wieder einsteigen können. Mit Kevin Möhwald dürfte in jedem Fall zu rechnen sein, Jiri Pavlenka ist ebenfalls wieder fit. Ein mögliches Comeback von Niclas Füllkrug könnte die Grün-Weißen letztendlich doch noch retten.


SC Paderborn 07

Sebastian Schonlau

​Paderborn hatte über weite Strecken der Saison die Rote Laterne inne. Daran wird sich bis zum Sommer vermutlich nichts ändern. Es ist das entscheidende Etwas, das dem Aufsteiger für den Klassenerhalt fehlen wird. Nur wenn sich die Mannschaft wirklich für den Aufwand belohnt, gibt es noch leise Hoffnung.


Doch auf das rettende Ufer fehlen dem Sport-Club schon zehn Punkte. Womöglich zu viel, um die Mannschaft weiterhin so gut zu motivieren. Ein Lichtblick könnte Streli Mamba werden. Der Top-Torjäger soll im Mai wieder einsteigen und noch einmal Schwung auf dem Flügel mitbringen. Insgesamt müsste bei Paderborn allerdings alles klappen.​