Einige Fußballer waren und sind variabler als man denkt. Als Pep Guardiola Philipp Lahm plötzlich im Mittelfeld aufstellte, überraschte der Außenverteidiger mit sehr guten Leistungen, Gareth Bale entwickelte sich derweil vom Linksverteidiger zu einem der begnadetsten Flügelstürmer der Welt. Die folgende Liste beinhaltet fünf Spieler, die auch einmal auf einer anderen Position getestet werden sollten.


David Alaba

German DFB Pokal"FC Schalke 04 v Bayern Munchen"

David Alaba begann als Linksverteidiger, hat seine Flexibilität bei den ​Bayern aber auch schon zu Genüge bewiesen. So hilft er aktuell in der Innenverteidigung aus und meistert diese Aufgabe mit Bravour, jedoch ist seit Jahren bekannt, dass er eigentlich gerne im defensiven Mittelfeld spielen würde.


Im Abwehrzentrum begeistert Alaba bereits als Spielmacher - warum dann auch nicht auf der Sechs? Mit seiner Übersicht und Spielintelligenz, aber auch seinen defensiven Eigenschaften könnte er einen variablen Spieler mimen, der nicht nur die Aufräumarbeiten vor der Abwehr erledigt, sondern ähnlich wie Thiago oder Joshua Kimmich das Spiel mit gezielten Bällen aus dem Zentrum heraus lenken kann. Nach vielen Jahren in der Außenverteidigung wäre das womöglich ein neuer Anreiz. 


Joao Cancelo

Joao Cancelo

Eigentlich ist Joao Cancelo Rechtsverteidiger, doch so recht liegt ihm diese Position nicht. Im Spiel nach vorne überzeugt der Portugiese mit viel Tempo, einer gehörigen Portion Kreativität und der Qualität, sich auch im Eins-gegen-eins durchzusetzen. In vielen Auftritten wirkte er eher wie ein Flügelspieler und nicht wie ein Verteidiger, zumal er im Spiel gegen den Ball einige Defizite aufweist, wegen denen er sich bei ​Manchester City hinter Kyle Walker anstellen muss. Warum sollte Pep Guardiola ihn also nicht auf dem Flügel ausprobieren?


Achraf Hakimi

Achraf Hakimi

Gleiches gilt für Achraf Hakimi. Der Marokkaner war in bislang 65 Pflichtspielen für ​Borussia Dortmund an 27 Toren direkt beteiligt und ist besonders im 3-5-2 eine echte Waffe, wenn er als rechter Außenverteidiger beginnen darf. So gut Hakimi offensiv auch ist, so groß sind seine Mängel auch heute noch gegen den Ball - auch wenn er sich in den vergangenen Monaten verbessert hat. Auf lange Sicht wäre es nicht verwunderlich, wenn er dauerhaft auf dem Flügel beginnen würde. 


Manuel Neuer

Manuel Neuer

Manuel Neuer hat zweifelsohne das Torwartspiel revolutioniert. Die Nummer eins des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft ist nicht nur auf der Linie sehr gut, sondern überragte viele Jahre besonders mit seinen Qualitäten am Ball. Neuer ist ein mitspielender Torwart, der teils Meter aus seinem Tor herausstürmt und sich nicht davor scheut, selbst einige Gegenspieler auszudribbeln.


Deshalb erwägte Pep Guardiola während seiner Zeit in München, ihn im Mittelfeld spielen zu lassen. "Ich konnte Pep nur mit Mühe von dieser Idee abbringen, die uns einige vielleicht als Arroganz ausgelegt hätten", sagte Neuer laut Eurosport, ganz so abwegig ist die Idee aber nicht - auch wenn das eher in einem Freundschaftsspiel passieren dürfte. Denn Neuer ist zwar gut am Ball, im Tor aber weitaus besser aufgehoben. 


Amine Harit

Amine Harit

Amine Harit ist einer der ganz wenigen Kreativspieler des ​FC Schalke 04. Der 22-Jährige besitzt einen feinen Fuß, ist technisch beschlagen und war besonders in der ersten Saisonhälfte für die zündenden Ideen im Spiel unter David Wagner verantwortlich. 


Zuletzt blieb Harit aber nur ein Platz auf der Bank, weil Wagner den Fokus auf die Defensivarbeit legte. Mit Omar Mascarell und Suat Serdar fehlen dem 48-Jährigen allerdings die wichtigsten Mittelfeldspieler. Im Spielaufbau ist Mascarell unersetzlich, Serdar avancierte derweil mit sieben Toren zum Top-Torschützen der Mannschaft. 


Auf der Sechs ist Harit sicherlich nicht gut aufgehoben, aber Wagner könnte ihn durchaus auf einer tieferen Position ausprobieren und ihn als Achter einsetzen. Auch dort könnte er mit seinem kreativen Element auf sich aufmerksam machen und den Spielgestalter geben, der ohne Mascarell schlicht und ergreifend fehlt. Gänzlich ohne spielerische Elemente kommt Schalke nicht weit, und nach der Entschlüsselung der 4-4-2 mit Mittelfeld-Raute könnte Wagner so für ein Überraschungselement sorgen.