​Dass der ​FC Barcelona bei seinen Gedankenspielen bezüglich der Planungen für die kommende Saison (wann immer diese beginnt!) das ganz große Rad dreht, ist bekannt. ​Neymar soll aus Paris zurückkommen. Und Lautaro Martínez von Inter Mailand losgeeist werden. Doch selbst losgelöst von der aktuellen Corona-Krise können die Azulgrana diese Transfers nur stemmen, wenn sie entsprechende Gegeneinnahmen verzeichnen. Heißt: es müssen Spieler verkauft werden. Die barça-nahe Sport hat jetzt eine Liste der acht Verkaufskandidaten vorgestellt.


Vor allem von zwei Spielern erhoffen sich die Katalanen einen substanziellen Erlös, um die annähernd 250 Millionen Euro, die das Paket Neymar/Martínez - nur an Ablösesummen - kosten würde, gegenfinanzieren zu können. 


Griezmann, Coutinho und Umtiti sollen die Kassen richtig füllen


Zum einen natürlich von Antoine Griezmann, der erst im vergangenen Sommer für stattliche 120 Millionen von Atlético Madrid verpflichtet wurde. Und auch von Philippe Coutinho. Für den brasilianischen Nationalspieler, damals noch beim FC Liverpool unter Vertrag, legte Barça vor etwas mehr als zwei Jahren sogar noch mehr auf den Tisch (145 Millionen). 

Antoine Griezmann

Doch ob in diesen Zeiten Transfers dieser Größenordnung überhaupt möglich sein werden, steht derzeit in den Sternen. Die Experten jedenfalls rechnen in diesem Jahr mit einem massiven Einbruch auf dem Spielermarkt. Manche malen sogar das Szenario an die Wand, dass sich die allermeisten Klubs, vielleicht sogar die superreichen, in diesem Jahr mit Leihgeschäften begnügen. 


In die Kategorie dieser beiden genannten Spieler könnte man noch, mit Abstrichen, den französischen Nationalspieler Samuel Umtiti aufnehmen. Vor allem alterstechnisch. Mit 26 befindet sich der Verteidiger gerade in einem perfekten Alter für einen Innenverteidiger. Nicht so grün, als dass man ihm noch Anfängerfehler zugestehen müsste. Und gleichzeitig noch nicht so alt, dass sein Karriereende absehbar wäre. Seit Jahren soll Manchester United an dem Spieler dran sein. Mit einem geschätzten Marktwert von 40 Millionen Euro und einem noch bis 2023 laufenden Vertrag, könnte sein Verkauf einen wichtigen Anteil an den diesjährigen Transfereinnahmen haben.


Für Rakitic und Vidal wird es nicht viel geben


Hinter diesen dreien, die wohl noch am besten zu verkaufen wären (oder wegen Corona, vielleicht auch gerade nicht) reihen sich mit Ivan Rakitic (32), Arturo Vidal (32) zwei Spieler ein, deren sportliche Wertigkeit außer Frage steht, die aber auch schon im Herbst ihrer Laufbahn angekommen sind. Die Tatsache, dass beider Verträge im nächsten Jahr auslaufen, macht es für den FC Barcelona nicht einfacher. Große Beträge werden für die beiden nicht mehr gezahlt werden.

Ivan Rakitic

Rakitic wurde zuletzt mit einer Rückkehr zum FC Sevilla in Verbindung gebracht


Braithwaite, Aleñá und Neto auf der Reste-Rampe


Schließlich gibt es mit Martin Braithwaite, Carles Aleñá und Neto noch die Kategorie: absolut verzichtbar. Der Däne Braithwaite wurde im Februar per Sondererlaubnis des spanischen Verbandes als Notlösung angesichts des akuten Stürmer-Mangels verpflichtet. 18 Millionen Euro überwiesen die Katalanen an den abstiegsbedrohten CD Leganés. Und ohne dass Braithwaite enttäuscht hätte (was aber wohl auch an der ohnehin geringen Erwartungshaltung ihm gegenüber gelegen haben dürfte), wird er keine großartige Zukunft im Nou Camp haben.


Was auch für Carles Aleñá gilt, der nie über den Status des Super-Talents hinausgekommen ist. Auch bei Betis Sevilla, wohin er in dieser Spielzeit verliehen wurde, konnte sich der 22-Jährige nicht wirklich durchsetzen. Um so unwahrscheinlicher ist es, dass ihm dies im künftigen Starensemble des FC Barcelona gelingt.


Last but not least haben wir noch Neto. Der brasilianische Torhüter wurde im vergangenen Sommer für eine ungewöhnlich hohe Ablösesumme (26 Millionen Euro) vom FC Valencia geholt. Ungewöhnlich deshalb, weil Neto bereits 30 Jahre alt ist und in seiner bisherigen Karriere auch noch nicht den Nachweis erbracht hat, einem Klub wie dem FC Barcelona eine wirkliche Stütze zu sein. Dabei handelte es sich aber mehr um einen Tausch: Jasper Cillessen wurde im Gegenzug für eine ähnliche Summe an die Fledermäuse abgegeben. Sollte Neto verkauft werden, bräuchte es eine neue Nummer zwei.


Eine Liste mit acht Namen also, die der FC Barcelona in den kommenden Wochen und Monaten (und vorbehaltlich einer positiven Entwicklung an der Virus-Front) abarbeiten will. Jeder Cent zählt jetzt, wenn der Traum von einer Rückkehr Neymars ins Nou Camp weiter geträumt werden soll.