Die aktuelle Saison steht durch das Coronavirus bereits auf der Kippe. Auch in den nächsten Jahren werden noch Folgen der Krise spürbar sein. Unter anderem drohen den Bundesligisten mit weniger Einnahmen durch die Vergabe der TV-Rechte weitere Verluste.


Anfang Mai sollte Klarheit über die Zukunft der ​Bundesliga und den Übertragungsrechten für die kommenden Jahre herrschen. Die Vergabe dieser begehrten Lizenzen steht nun aber ganz im Zeichen der Corona-Krise. ​Die DFL verschob sie am Dienstagabend offiziell um einen Monat. Der ehemalige DAZN-Chef Kay Dammholz spricht im Interview mit der SportBild über die Auswirkungen auf die TV-Veranstalter.


"Aus meiner Sicht dürfte der Vergabeprozess in einem Klima der Verunsicherung eine abkühlende Wirkung auf das Bieter-Verhalten haben. Niemand vermag derzeit seriös vorherzusagen, wann wieder Profi-Fußball gespielt werden kann, ob mit oder ohne Zuschauer", so der 50-Jährige. 


Preisverhalten schwer zu prognostizieren


Zumindest bestätigt Dammholz den Glauben, dass die Bundesliga spätestens ab der Saison 2021/22, also dem Beginn des neuen Pakets, wieder laufen wird. Damit gestaltet sich für die vier Übertragungs-Kandidaten um Sky, DAZN, Amazon und Telekomsport eine schwierige Situation. Speziell die Erstgenannten sind dringend auf den Lizenzerwerb der Bundesliga angewiesen.


In der aktuellen Krise könnten die Preise für das Gesamtpaket nur schwer bestimmt werden. Ursprünglich wurden mit Einnahmen um die 1,4 Milliarden Euro pro Saison gerechnet. "Aktuell traue ich mir überhaupt keine neue Prognose zu. Das Ergebnis könnte krisen- und angstbedingt niedriger als in der aktuellen Lizenzperiode ausfallen oder auch - etwa durch eine erfolgreiche Überwindung der Krise euphorisiert - sogar noch etwas höher als meine damalige Prognose."

TV Kamera,Mikrofon von Sky Sport News HD

Wer sichert sich ab 2021 die Übertragung der Bundesliga - und zu welchem Preis?


Ob die Vereine also mit Einbußen oder unverhofften Gewinnen rechnen können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Aktuell würde ein Verkauf sicherlich deutlich weniger Geld einbringen. "Zum Glück gibt es einen zeitlichen Puffer. Daher könnten es sich meines Erachtens alle Beteiligten leisten, auch bis Herbst oder Winter 2020 zu warten", so Dammholz. 


Damit bliebe der Liga und den Veranstalter noch genügend Zeit, die wirklichen Folgen realistisch einzuschätzen. Im besten Fall droht den Teams bei einer Rückkehr zum Vollbetrieb bis zum Sommer so kein großer Schaden.


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