Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio sind wegen des Coronavirus verschoben worden, sagte ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Die Spiele werden nun voraussichtlich 2021 ausgetragen.


Dick Pound (ja, der heißt wirklich so) erklärte gegenüber ​USA Today: "Auf der Grundlage der Informationen, die dem IOC vorliegen, wurde die Verschiebung beschlossen. Die Parameter für die Zukunft sind noch nicht festgelegt, aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, so viel weiß ich." 


Die Olympischen Spiele sind ein kolossales Ereignis im Sportkalender, und deshalb hat diese Ankündigung auch große Auswirkungen auf den Fussball.


Die Saison 2021/22


Die Olympischen Spiele sollten sich in diesem Sommer mit dem Beginn der Bundesliga-Saison 2020/21 überschneiden (zumindest wäre das vor der Corona-Krise der Fall gewesen). Da Olympia jedoch voraussichtlich auf 2021 verschoben wird, wird dieses Szenario stattdessen für die folgende Saison ins Spiel kommen.


Das bedeutet, dass die Kader der Bundesliga-Klubs in diesem Sommer nicht davon betroffen sein werden, dass Spieler aufgrund ihrer olympischen Pflichten für den Beginn der kommenden Saison fehlen, sondern dass die Auswirkungen stattdessen auf die Saison 2021/22 übergreifen werden.

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Klubs, die möglicherweise involviert sein könnten, sind beispielsweise Gladbach (wegen Matthias Ginter und/oder Christoph Kramer) und der FC Bayern (wegen Thomas Müller).


Altersgrenze bei Olympia


Die Regeln des olympischen Fussballs sehen vor, dass im Kader nur drei Spieler stehen dürfen, die älter als 23 Jahre sind. Da die Olympischen Spiele möglicherweise in den nächsten Sommer verlegt werden, würde das eine ganze Reihe von Spielern ausschließen, die für die Spiele dieses Sommers spielberechtigt gewesen wären. 


Ein Florian Neuhaus oder Benjamin Henrichs hätten in diesem Jahr beispielsweise mitspielen können, werden aber über 23 Jahre alt sein, wenn die Olympischen Spiele für den nächsten Sommer neu organisiert werden.


Die Olympischen Spiele sind zwar nicht so prestigeträchtig wie die Weltmeisterschaft oder die Europameisterschaften, aber sie haben einen besonderen Platz im Fussballkalender - Brasilien, Mexiko und Argentinien sind die letzten drei Goldmedaillengewinner im Männerturnier. Bei den Frauen haben die USA drei der letzten vier Turniere gewonnen, Titelverteidigerinnen sind die deutschen Frauen. 


Hektischer Spielplan


Die EM 2020 wurde auf 2021 verschoben und ist derzeit auf dem Weg, mit der Klub-Weltmeisterschaft 2021 in Konflikt zu geraten. Die Olympischen Spiele sollen nur 13 Tage nach Abschluss der Europameisterschaften beginnen - wie es ohnehin der Fall gewesen wäre, wenn Corona nicht dazwischen gekommen wäre -, aber mit der neuen Idee der FIFA, der neu gestalteten Klub-Weltmeisterschaft, haben alle Spieler, die an mehreren dieser Wettbewerbe beteiligt sind, einen harten Sommer vor sich. 


FIFA-Präsident Gianni Infantino hat jedoch zu bedenken gegeben, dass die Klub-WM, die 2021 eigentlich starten sollte, wahrscheinlich verschoben werden muss, um die EM durchführen zu können.


Die Planung der nächsten Saison, die nach der diesjährigen Unterbrechung für alle nationalen, kontinentalen und internationalen Turniere gelten soll, wird eine Menge Kopfschmerzen bereiten.


Die EM der Frauen


Die Europameisterschaften der Frauen 2021 sollen genau mit dem Ende der Männer-EM - am 7. Juli - beginnen und bis zum 1. August dauern, würde also direkt mit den Olympischen Spielen kollidieren.


Anders als bei den Männern ist das olympische Turnier der Höhepunkt des Frauenfussballs, und es gibt keine Altersbeschränkungen, so dass zahlreiche Spielerinnen und Spieler der EM 2021 auch an den Olympischen Spielen teilnehmen werden.


Die Niederlande und Schweden sowie alle Spieler, die als Vertreter der Mannschaft Großbritannien aus England, Schottland, Wales und Nordirland einberufen werden, sind von diesem Spielpaarungskonflikt betroffen.