Drei Jahre lang verzückte Max Kruse die Fans des ​SV Werder. Mit ihm kam der Erfolg, nach ihm der Misserfolg. Kruse ist anders als die anderen ​Bundesliga-Profis, auf jeden Fall aber er selbst. War er der wichtigste Bremer der vergangenen Jahre? 

Im Sommer 2019 kehrte eine echte Persönlichkeit der Bundesliga den Rücken. Max Kruse wechselte nach drei starken Jahren in Bremen zu Fenerbahce Istanbul. Vielen war zu dem Zeitpunkt nicht bewusst, wie sehr der Stürmer den Grün-Weißen noch fehlen wird. 

​Ein Spieler mit Ecken und Kanten. Ein echter Typ eben, der sich nicht verbiegen lässt und zu seinen Skandalen, Eskapaden und Schlagzeilen steht. Abseits des Platzes ein wenig eigenwillig, auf dem Platz ein genialer Fußballer mit Köpfchen. In der Hansestadt akzeptierte man ihn so, wie er ist. Auch weil man einen Top-Stürmer wie ihn sonst gar nicht in seinen Reihen wüsste. 


Kruse's Werder-Statistik

​SaisonSpiele​ToreAssists​
​16/17​24​15​7
​17/18​33​8​9
​18/19​36​12​14

​Als der ehemalige Nationalspieler im Sommer 2016 vom ​VfL Wolfsburg zu den Norddeutschen wechselte, übernahm er unmittelbar die Führungsrolle. Das Spiel wurde auf ihn zugeschnitten. Die Bremer hatten einen erfahrenen Star mit gewissem Stellenwert in ihren Reihen. Ein Denker und Lenker, der voranging und durchzog, wenn nötig. Einer, der seinen Worten auch Taten folgen ließ. Kruse hat dem Team seinen Stempel aufgedrückt. Ein Antreiber mit enormen Einfluss auf das Spielgeschehen. Ein genialer Kopf und mit Sicherheit eines Kapitäns mehr als würdig. 

Werder bei Kruse-Abgang zu fahrlässig?


Sein Abgang in die Türkei war fragwürdig. Die Verantwortlichen gingen mit der Situation sehr luschig um. Hätte Frank Baumann ein wenig mehr Geld in die Hand genommen, so wäre eine Vertragsverlängerung sicherlich nicht ausgeschlossen gewesen. Aber das sind nur Spekulationen. 

​Bei Werder dachte man jedenfalls, man könne auch ohne seinen Shootingstar auskommen. Yuya Osako sollte angeblich flexibler sein und Kruse ersetzen. Wie das geklappt hat, sieht man anhand der aktuellen Saison. Man wollte nie wahrhaben, dass man stückweise von Kruse abhängig war. Doch es hätte schon bei längeren Verletzungspausen, wie der seines Außenbands, auffallen müssen, dass man seinen Abgang nicht so einfach kompensieren kann. 

Max Kruse,Nabil Dirar

Nun verzückt der mittlerweile 32-jährige Stürmer die türkische Süper Lig. Auch dort konnte sich Kruse sowohl sportlich, als auch menschlich sehr gut etablieren. ​Auf und neben dem Platz ist er voll integriert

​Max Kruse - ein Spielertyp mit selten gewordenen Charakter, der nicht nur Werder, sondern der gesamten Bundesliga fehlt.