​Auch während der durch den Coronavirus entstandenen Zwangspause wird bei den einzelnen Klubs hinter den Kulissen emsig für die neue Saison geplant. ​Real Madrid macht da keine Ausnahme. Dringlichstes Transferziel für die kommende Spielzeit ist ein Torjäger.


Und zwar einer der zuverlässig knippst. Das kann im aktuellen Kader nur der älteste aller königlichen Angreifer von sich behaupten: Karim Benzema. 14 Treffer in 26 Liga-Spielen, in denen er zum Einsatz kam, deuten an, dass der Franzose seine Treffsicherheit auch im fortgeschrittenen Alter (wird dieses Jahr 33) noch nicht eingebüßt hat. Um aber im nächsten Jahr in allen Wettbewerben berechtigte Hoffnungen auf den finalen Triumph zu haben - wie es nun mal der Anspruch der Königlichen ist - bedarf es an der Seite des Routiniers noch einer gleichwertigen Alternative. 


Jovic soll verliehen werden


Die Luka Jovic ganz offensichtlich (noch) nicht ist. Der Marca zufolge mehren sich im Klub die Stimmen derer, die für eine Leihe des Serben plädieren. Von dem Schritt erhoffen sich die Verantwortlichen, dass Jovic in einem medial etwas ruhigeren Umfeld und ohne den Druck eines der größten Vereine der Welt, wieder zurück in die Spur findet. Mittel- bis langfristig hoffen sie an der Avenida de Concha Espina, dass Jovic irgendwann die Form wiederfindet, die ihn noch bis vor nicht all zu langer Zeit zu einem der gefährlichsten und meistumworbenen Angreifer der Bundesliga machte. 


Auch bei Mariano Díaz stehen die Zeichen auf Abschied. Zumindest aus der Sicht des Vereins. Man erhofft sich, ähnlich zum Vorjahr, einige Angebote für den 26-Jährigen und würde ihm keine Steine in den Weg legen. Problem hier: der Spieler selbst hat nicht die Absicht den Klub zu verlassen. Sollte er aber im Rest der Saison (vorbehaltlich dass diese überhaupt zu Ende gespielt wird) keine weiteren Einsatzzeiten mehr bekommen, würde wohl auch er die Situation neu bewerten müssen. 


Zwei Mittelstürmer, die momentan kaum eine Rolle spielen und einer, der in seinen letzten Karriereabschnitt geht: das ist das aktuelle Panorama in der vordersten Spitze von Real Madrid.

Klar, dass die Rufe der Fans nach spektakulären Neueinkäufen immer lauter werden. 


Für Mbappé plant Real den Großangriff im kommenden Jahr


Und noch klarer, dass in diesem Zusammenhang immer wieder der Name von Kylian Mbappé fällt. Der französische Weltmeister ist und bleibt der große Traum von Florentino Pérez und des gesamten Klubs. Doch die Madrilenen wollen es sich nicht mit den katarischen Eigentümern von PSG verderben, und spekulieren vielmehr auf die "Zusammenarbeit" des Wunderstürmers. 

Kylian Mbappe

Der große Traum von Real Madrid: Kylian Mbappé


Die beginnt damit, dass er die von PSG angedachte Verlängerung seines aktuellen Kontrakts (bis 2022) erstmal verweigert. In Madrid geht man genau davon aus. Und diese Weigerung des Spielers ist dann auch die Grundvoraussetzung, um im kommenden Jahr den Angriff zu wagen. Dann müssten sich die PSG-Bosse, ob sie wollen oder nicht, Angebote anhören. Zum jetzigen Zeitpunkt scheint ein Wechsel Mbappés noch in diesem Jahr nahezu ausgeschlossen.


Martínez, Werner oder Haaland - einer der drei soll in diesem Sommer kommen


Entsprechend sondiert Real Madrid anderweitig den Markt. Und stößt dabei hauptsächlich auf drei Namen: Lautaro Martínez, Timo Werner - und Erling Haaland. Das Problem im Falle des Argentiniers von Inter Mailand: er ist kein EU-Ausländer (zu denen in diesem Kontext auch Bürger aus der Schweiz oder Norwegen gehören). Von denen dürfen im Kader der Blancos aber höchstens drei stehen. Diese sind zur Zeit Vinicius Jr, Rodrygo und Militao. Zwei weitere Nicht-EU-Spieler, Reinier (zur Zeit in der zweiten Mannschaft aktiv) und Takefusa Kubo (an Mallorca verliehen) stehen darüber hinaus im virtuellen Kader für die kommende Spielzeit. Wobei beim Japaner angedacht ist, ihn auch über die Saison 2020/21 zu verleihen. Zudem könnte Martínez einen europäischen Pass beantragen und bereits 2021 in dessen Besitz sein. 


Blieben noch Erling Haaland und Timo Werner. Der Norweger hat über sein unmittelbares Umfeld bereits einige Male während seiner kurzen Schaffenszeit beim BVB damit kokettiert, den Klub für einen noch weitaus größeren zu verlassen. Dass das jedoch schon in diesem Sommer der Fall sein wird, schloss sein Berater - kein geringerer als Mino Raiola - zuletzt eigentlich aus. 


Die von der Marca in den Raum geworfenen 40 Millionen Euro, die der Spieler im Sommer, auch aufgrund eines vermeintlichen Wertverlustes durch die Corona-Krise, nur noch kosten soll, kann man jedoch in das Reich der Fabel verweisen. Fakt ist, dass sich der Norweger eine Klausel in den Vertrag hat einbauen lassen, der zufolge er den BVB für einen Betrag von 75 Millionen Euro verlassen kann. Dieser Passus greift jedoch noch nicht in diesem Sommer. Sollte Real ihn also unbedingt haben wollen, müssten sie sich mit dem BVB verständigen. Der dürfte Haaland aber wohl kaum unter einem dreistelligen Preis ziehen lassen. 


Weitaus günstiger wäre da ​Timo Werner zu haben. Dessen schon in diesem Sommer greifende Klausel soll bei "nur" 55 bis 60 Millionen Euro liegen. Also so ziemlich bei dem Betrag, den Real vor etwas mehr als einem halben Jahr für Jovic bezahlt hat. 

UEFA Champions League"Red Bull Leipzig v Tottenham Hotspur FC"

Wird RB Leipzig wohl in diesem Sommer verlassen: Timo Werner


Timo Werner zeigte sich zuletzt auch durchaus interessiert, zeitnah den nächsten großen Schritt in seiner Karriere zu tun - und ins Ausland zu wechseln. Doch der sensible Stürmer braucht Zuspruch und eine gewisse Wertschätzung innerhalb des Klubs. Die dürfte ihm bei einem Klub wie dem FC Liverpool und einem Trainer wie Jürgen Klopp eher entgegengebracht werden als bei Real Madrid. In Madrid hätte Werner nur seinen Nationalmannschaftskameraden Toni Kroos als Bezugsperson. Auch mit Blick auf sein auf Schnelligkeit ausgelegtes Spiel wäre ein Wechsel nach Liverpool für Werner eigentlich die günstigere Variante.


Pläne unter Corona-Vorbehalt


All dies ist natürlich unter Vorbehalt gesagt. Dass nämlich die Corona-Krise die Klubs (zumal in Europa) nicht dauerhaft und über den Sommer hinaus im Schwitzkasten hat. Ansonsten könnte man sich sündhaft teure Transfers in diesem Jahr wohl abschminken und müsste mit Leihgeschäften zu Rande kommen. Auch bei Real Madrid.