In der jüngeren Vereinsgeschichte sind schon einige große Namen für ​Schalke 04 aufgelaufen - einer von ihnen war Ivan Rakitic, der im zarten Alter von 19 Jahren ein Königsblauer wurde. Sein Verkauf durch Felix Magath warf damals wie heute ein paar Fragen auf.


Über die letzten Jahre hat Ivan Rakitic zahlreiche Titel und Erfolge mit dem ​FC Barcelona feiern können. Viermaliger Meister und Pokalsieger in Spanien, Champions-League-Sieger und eine gewonnene Wahl zum Fußballer des Jahres 2015 in Kroatien. Bevor er all diese ruhmreichen Erfolge auf seinen Namen vereinen konnte, spielte er ein paar Jahre auch für Schalke 04.


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Der größte Erfolg seiner Karriere: Rakitic gewinnt 2015 die Champions League


Im Sommer 2007 wechselte der in der Schweiz geborene Kroate für ganze fünf Millionen Euro zu den Knappen. Für diese Zeit eine stolze Summe, vor allem angesichts der 19 Jahre, die er zu diesem Zeitpunkt erst zählte. In seiner Zeit im Ruhrgebiet sollte er 135 Pflichtspiele absolvieren, 16 Tore schießen und 29 weitere vorbereiten. Schon damals gute Zahlen für den zentralen Mittelfeldspieler, der eine so große Entwicklung noch vor sich hatte. 


Ein junger Mittelfeldspieler mit großer Zukunft: Schalke ließ Rakitic mit gutem Gewissen gehen


Im Januar 2011 kam es jedoch zur Trennung. Für viele Beobachter des Schalker Umfelds war der Wechsel zum FC Sevilla, für gerade einmal 2,5 Millionen Euro, abschließend nicht mehr überraschend - viel mehr war es damals eine wohl unausweichliche Wendung. Doch wie hatte sich diese überhaupt ergeben?


Wirklich vollends überzeugt hatte Rakitic im S04-Umfeld nie. Trotz guter Leistungen und guter Statistiken schien man über die dreieinhalb Jahre, die er auf Schalke verbrachte, nie zu wissen, woran man bei ihm genau ist. Eine große Entwicklung wurde ihm schon damals zwar zugetraut, doch nach und nach schien man das Vertrauen in das Können des Mittelfeldspielers verloren zu haben. Bei einer ​Umfrage von DerWesten antworteten kurz vor der Bekanntgabe des Abschieds 75 Prozent der Teilnehmer mit "Ja" auf die Frage, ob die Trennung gut und richtig für den Verein sei. Diese Umfrage war zwar nicht repräsentativ, doch spiegelte sie das damalige Stimmungsbild einigermaßen gut wider.


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Ende Januar 2011 wurde Rakitic als Transfer des FC Sevilla vorgestellt



Über die Wochen und Monate vor dem Wechsel soll es intensive Vertragsgespräche gegeben haben. Schalke - damals von Felix Magath an so gut wie allen Ecken gesteuert - sei zunächst an einer Verlängerung des Arbeitspapiers interessiert gewesen. Das Angebot seitens Königsblau nahm Rakitic jedoch nicht an, hielt den Verein zudem hin. Nach seinem letzten Spiel in Blau-Weiß wurde der Kroate von Magath stark kritisiert - eine Verlängerung war zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeschlossen und der Abschied von Rakitic somit beschlossen. Ob dieser noch im Winter oder erst im Sommer erfolgen sollte, war jedoch noch offen. 


Zunächst gab Magath noch an, es gäbe "keine Anfrage aus Sevilla". Auch der ​VfL Wolfsburg wurde zwischenzeitlich mit dem zu diesem Zeitpunkt 22-Jährigen in Verbindung gebracht. Wenig später bestätigte der FC Sevilla den Transfer von Rakitic mit den Worten, nun "einen der begehrtesten Spieler in Europa" bekommen zu haben. ​Der damalige Ersatz: Anthony Annan. Er absolvierte jedoch nur 14 Spiele für Schalke und wurde bis zum endgültigen Aus mehrfach verliehen. Eine für die damaligen Verhältnisse vermutlich sinnvolle Entscheidung, die man im Rückblick mit Kopfschütteln bedenken kann. In den Jahren danach lässt sich das alles natürlich leicht kritisieren - im Nachhinein ist man schließlich immer schlauer.