​Borussia Dortmund muss seit Jahren damit leben, die wertvollsten Spieler an europäische Topklubs zu verlieren. Das liegt in der Natur der Sache, da die Verantwortlichen in der Kaderplanung häufig auf junge und hochtalentierte Spieler zurückgreifen, die in der eigenen Jugendabteilung oder andernorts ausgebildet werden und in Dortmund erstmals Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln sollen. In den vergangenen Jahren gab es zehn Abgänge, die dem BVB besonders geschmerzt haben - nicht immer aber hat sich der Wechsel für die Spieler gelohnt, wie die folgende Liste zeigt.


Nuri Sahin

Nuri Sahin

Im zarten Alter von 16 Jahren und 335 Tagen betrat Nuri Sahin als jüngster Spieler der Geschichte zum allerersten Mal den Bundesliga-Rasen. Schon vor einer Ausleihe zu Feyenoord Rotterdam in der Saison 2007/08 war Sahin Stammspieler, danach reifte er zum Lenker und Denker in der Zentrale mit einem feinen Fuß bei direkten Freistößen.


Nach der Meisterschaft im Jahr 2011 verabschiedete sich Sahin in Richtung Madrid, ​Real verpflichtete den damals 23-Jährigen für 10 Millionen Euro. Doch unter José Mourinho kam er nur zehn Mal zum Einsatz, weshalb er nach nur einer Saison an den FC Liverpool verliehen wurde. Von dort aus ging es nur ein halbes Jahr später wieder zurück nach Dortmund. Die Zeiten hatten sich allerdings längst geändert. 


Noch in der Saison 2013/14 absolvierte Sahin alle 34 Bundesligaspiele, die darauffolgende Spielzeit war gezeichnet von zahlreichen Verletzungen. Danach wurde er zum Bankdrücker degradiert und wechselte im Sommer 2018 zu Werder Bremen. Förderlich war der Sprung nach Madrid überhaupt nicht.


Shinji Kagawa

Shinji Kagawa

Auch für Shinji Kagawa hat sich der Abschied aus Dortmund nicht gelohnt. Im Sommer 2012 wechselte der Japaner zu ​Manchester United, an seine herausragenden Leistungen konnte er in 57 Pflichtspielen aber nicht anknüpfen. 


2014 ging es wieder zurück zum BVB, doch wie bei Sahin wollte es auch bei Kagawa einfach nicht mehr funktionieren. Nach einer Leihe zu Besiktas Istanbul im Januar 2019 zog es ihn im abgelaufenen Sommer nach Spanien. Bei Zweitligist Real Saragossa ist er Stammkraft, aber längst nicht mehr der Zauberer, der er einst war. 


Mario Götze

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Der Wechsel von Mario Götze war der Beginn einer Eiszeit zwischen Borussia Dortmund und ​Bayern München. Der Branchenprimus aus der bayrischen Landeshauptstadt nahm Götze im Sommer 2013 dank der Ausstiegsklausel über 37 Millionen Euro unter Vertrag und sicherte sich damit den vermeintlich talentiertesten deutschen Fußballer seit vielen Jahren.


Nach einer starken Debütsaison erhielt Götze immer weniger Spielzeit von Pep Guardiola, 2016 ging es daher zurück nach Dortmund. Wie Sahin und Kagawa konnte er nur selten an seine alten Leistungen anknüpfen, weswegen er auch in dieser Saison zumeist auf der Bank schmort und im Sommer ablösefrei gehen wird. 


Robert Lewandowski

Robert Lewandowski

Der zweite Bayern-Streich war die Verpflichtung von Robert Lewandowski, der sich zum Nulltarif aus Dortmund verabschiedete. Der polnische Stürmer hat in München noch einmal einige Entwicklungssprünge gemacht, ist bis heute der Torjäger vom Dienst und steht bei 230 Treffern in 275 Pflichtspielen. Mit den Bayern feierte er fünf weitere Meisterschaften und zwei Erfolge im DFB-Pokal, obendrein gewann Lewandowski drei Mal die Torjägerkanone.


Mats Hummels

Mats Hummels

Über 12 Jahre verbrachte Mats Hummels beim FC Bayern, ehe er im Januar 2008 nach Dortmund verliehen wurde. Nur anderthalb Jahre später verpflichtete Schwarz-Gelb das Abwehrtalent für 4,2 Millionen Euro - ein Transfer, der sich voll ausgezahlt hat.


Hummels wurde Stammspieler, Leistungsträger mit seiner resoluten Abwehrarbeit und seinen starken Bällen im Spielaufbau, stieg zu den besten Innenverteidigern Europas auf und gehörte zu den wichtigsten Dortmunder Spielern. 2016 entschied er sich für eine Rückkehr nach München, wo er zweifelsohne an seine guten Leistungen anknüpfte, nach drei Jahren zog es ihn aber in den Ruhrpott zurück. Seit dieser Saison ist Hummels wieder Borusse.


Ilkay Gündogan

Ilkay Gundogan

Für 5,5 Millionen Euro kam Ilkay Gündogan 2011 vom 1. FC Nürnberg. Der zentrale Mittelfeldspieler brauchte ein paar Monate Anlaufzeit und galt zunächst als Flop, entwickelte sich mit der Zeit aber zum Stammspieler. Gündogan versprühte Kreativität im Mittelfeld, trieb das Offensivspiel permanent an und war zum Ende hin das Herzstück.


Nach langem Hin und Her und einer kuriosen Vertragsverlängerung verließ er Dortmund im Jahr 2016 und schloss sich ​Manchester City an. Pep Guardiola vertraut bis heute auf die Qualitäten des 29-Jährigen, der einen Vertrag bis 2023 besitzt.


Henrikh Mkhitaryan

Henrikh Mkhitaryan

Mit Henrikh Mkhitaryan verabschiedete sich 2016 auch der dritte Leistungsträger. Der Armenier kam drei Jahre zuvor für 27,5 Millionen Euro von Schachtar Donezk und wechselte für 42 Millionen zu Manchester United.


Bei den Red Devils konnte der Offensivspieler kaum überzeugen, im Tausch mit Alexis Sanchez ging es im Januar 2018 zum FC Arsenal. In dieser Saison spielt er auf Leihbasis für die AS Rom, wo er trotz Verletzungen auf neun Torbeteiligungen in 13 Spielen kommt. Langsam geht es wieder bergauf.


Ousmane Dembélé

Ousmane Dembele

Obwohl auch der FC Bayern nach seinem Durchbruch bei Stade Rennes Interesse hatte, entschied sich Ousmane Dembélé im Sommer 2016 für den BVB. In 50 Pflichtspielen glänzte er mit zehn Toren und 22 Vorlagen, doch weil der ​FC Barcelona Neymar an Paris Saint-Germain verlor und Dembélé unbedingt für seinen Traumverein spielen wollte, streikte er sich nach Spanien. 


Dort hat er mit vielen Verletzungen zu kämpfen, nach zweieinhalb Spielzeiten steht Dembélé gerade einmal bei 74 Pflichtspielen. Der 125 Millionen Euro schwere Transfer zeichnet sich immer mehr als riesiges Missverständnis ab.


Pierre-Emerick Aubameyang

Pierre-Emerick Aubameyang

Nach dem Weggang von Robert Lewandowski fanden die Verantwortlichen mit Pierre-Emerick Aubameyang einen würdigen Nachfolger. Der Gabuner begann zwar erst auf dem Flügel, erzielte aber bereits in seinem ersten Bundesligaspiel einen Hattrick und wurde im Frühjahr 2015 endgültig in die Sturmspitze versetzt. 


Nach 141 Toren in 213 Pflichtspielen wechselte Aubameyang im Januar 2018 für rund 64 Millionen Euro zum ​FC Arsenal. Trotz 61 Treffern in 97 Spielen sind die Gunners im Kampf um die Champions League chancenlos, weshalb Aubameyang als Wechselkandidat für den Sommer gilt.


Christian Pulisic

Christian Pulisic

Christian Pulisic wechselte erst vor der Saison zum ​FC Chelsea. Die ersten Monate auf der Insel verliefen durchwachsen. Nach einem Platz auf der Ersatzbank blühte der US-Amerikaner, der den Blues 64 Millionen Euro wert war, auf und steht nach 23 Partien bei 12 Scorerpunkten. Allerdings erlitt Pulisic zu Jahresbeginn eine Adduktorenverletzung, die ihn bis heute außer Gefecht setzt.