Am 30. Mai feiert die Allianz Arena ihren 15. Geburtstag. Der ​FC Bayern München hat in seinem Heimstadion viele emotionale Momente erlebt, seien es magische Nächte in der Champions League, das dramatische Finale Dahoam oder zahlreiche Kantersiege in der Bundesliga. Doch auch abseits von puren Ergebnissen gab es viele besondere Momente, die den Fans lange im Gedächtnis bleiben werden. Fünf davon sind in der folgenden Liste zusammengefasst.


Das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte


Real Madrid ist einer der ewigen Rivalen des FC Bayern. Unzählige Schlachten haben beide Mannschaften im Europapokal geschlagen, nicht selten ging es dabei auch um eine Vorentscheidung im Titelkampf. Ein ganz besonderes Duell war das Achtelfinale in der Saison 2006/07. 


Mit zwölf Punkten feierte der FC Bayern vor Inter Mailand, Spartak Moskau und Sporting Lissabon in Gruppe B den Gruppensieg, Real Madrid qualifizierte sich in Gruppe E hinter Olympique Lyon als Zweiter für die K.o.-Runde. Das Hinspiel fand also in Madrid statt, und nach nur 34 Minuten führte Real bereits mit 3:1. Doch weil Mark van Bommel kurz vor Schluss den Anschlusstreffer für die Münchner erzielte, war im Rückspiel alles offen.

Roy Makaay erzielte 17 Champions-League-Tore für den deutschen Rekordmeister, sein letztes und wichtigstes fiel am 07. März 2007. Real eröffnete das Spiel in der ausverkauften Allianz Arena und leistete sich in Person von Roberto Carlos einen verhängnisvollen Ballverlust nach nur wenigen Sekunden. Hasan Salihamidzic schaltete blitzschnell um und bediente den mitgelaufenen Makaay mit einem Steckpass in den Strafraum. Der Niederländer ließ Iker Casillas keine Chance, platzierte den Ball per Flachschuss ins lange Eck und markierte nach exakt 10,03 Sekunden das schnellste Tor in der Geschichte der Königsklasse.


Abschiedsspiel von Oliver Kahn


14 Jahre lang hütete Oliver Kahn das Tor des FC Bayern. Nach acht Meisterschaften, sechs Pokalsiegen und dem Gewinn der Champions League hing der Titan die Torwarthandschuhe am Ende der Saison 2007/08 an den Nagel. 

Am 02. September 2008 wurde Kahn gebührend verabschiedet. Im Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft wurde er nach 75 Minuten für seinen designierten Nachfolger Michael Rensing ausgewechselt und ließ sich bei einer Ehrenrunde von den anwesenden Zuschauern feiern. Im Anschluss bezeichnete Kahn seinen Abschied als das größte Erlebnis seiner Karriere, ehe er in den Katakomben verschwand. 


Der Abschied war allerdings nur von temporärer Dauer. Seit dem ersten Januar arbeitet Kahn im Vorstand des FC Bayern, nach einem Jahr wird er Karl-Heinz Rummenigge als Vorstandsvorsitzenden ablösen.


Vertragsverlängerung von Bastian Schweinsteiger


Unter Louis van Gaal hatte Bastian Schweinsteiger seine Position gefunden. Das Münchner Eigengewächs spielte ab der Saison 2009/10 im zentralen Mittelfeld, stieg peu a peu in die Weltklasse auf und machte mit seinen Leistungen unter anderem Real Madrid auf sich aufmerksam. Brisant war die Situation, weil sein Vertrag nur bis 2012 datiert war, am Saisonende wären die Münchner also zum Verkauf gezwungen gewesen. 


Doch nach langen Verhandlungen entschied sich Schweinsteiger für eine Verlängerung bis 2016. Die Bekanntgabe erfolgte jedoch nicht per Pressemitteilung, sondern von Schweini persönlich.

Am 11. Dezember 2010 feierten die Bayern gegen den FC St. Pauli das letzte Heimspiel des Kalenderjahres. Nachdem sich die Mannschaft per Spruchband für die Unterstützung der Fans bedankte, ergriff Schweinsteiger per Mikrofon das Wort und sorgte für pure Ekstase: "Ich wollte es euch als allererstes sagen. Ich spiele jetzt schon zwölf Jahre hier beim FC Bayern München und ich wollte euch sagen, ich habe meinen Vertrag für euch um fünf Jahre verlängert."


Tatsächlich blieb Schweinsteiger bis 2015, danach wechselte er zu Manchester United. Im Anschluss ließ er seine Karriere bei Chicago Fire ausklingen.


Lewandowskis Fünferpack gegen Wolfsburg


Die Verpflichtung von Robert Lewandowski im Jahr 2014 war gleich aus zweifacher Hinsicht ein Coup: Einerseits kam der Torjäger ablösefrei, andererseits vom Erzrivalen Borussia Dortmund. Der ärgste Konkurrent wurde geschwächt, kassierte nicht einmal einen Cent Ablösesumme - und Lewandowski sorgt bis heute im Dress des Rekordmeisters für Furore.


Unvergessen ist das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am 22. September 2015. Drei Tage zuvor verpasste Lewandowski die Partie gegen den SV Darmstadt wegen Sprunggelenksproblemen, gegen die Wölfe, die im Vorjahr Vizemeister und Pokalsieger wurden, begann er daher zunächst auf der Bank. Zur Pause lagen die Gäste dank des Treffers von Daniel Caligiuri in der 26. Minute in Führung, also brachte Pep Guardiola seinen besten Torschützen zur zweiten Halbzeit in die Partie. Effektiver hätte eine Einwechslung nicht sein können.

In Minute 51 markierte Lewandowski den Ausgleich, doch damit nicht genug: Wenige Sekunden später brachte er die Bayern in Führung (52.), erhöhte kurz darauf zum 3:1 (55.), 4:1 (57.) und 5:1 (60.). Mit fünf Toren binnen 8 Minuten und 59 Sekunden schrieb Lewandowski Geschichte. Unvergessen ist auch der ungläubige Gesichtsausdruck von Guardiola, der seinen eigenen Augen nicht trauen konnte.


Abschied von Robbery


Fast zehn Jahre lang bildeten Franck Ribéry und Arjen Robben die Flügelzange des FC Bayern. Gemeinsam überstanden beide Ausnahmekünstler viele Verletzungen und Tiefpunkte, feierten dafür aber auch zahlreiche Titel. Beide avancierten zu den absoluten Publikumslieblingen, allen voran Ribéry hatte sich in die Herzen der Münchner Fans gespielt.


In der Saison 2018/19 wollten beide zum Abschied noch einmal gemeinsam mit den Fans feiern. Die Meisterschaft blieb bis zum letzten Spieltag offen, im eigenen Stadion empfingen die Bayern Eintracht Frankfurt. Ribéry und Robben begannen auf der Bank, wurden erst nach dem 3:1 durch Renato Sanches eingewechselt und präsentierten auf dem Feld noch einmal ihre ganze Klasse.

In Minute 72 tanzte sich Ribéry durch die wehrlose Frankfurter Abwehr und vollendete sein Solo mit einem Heber zum 4:1, sechs Minuten später traf Robben zum 5:1-Endstand. Uli Hoeneß, der bereits bei der Einwechslung von Ribéry sichtlich berührt war, ließ den Tränen nach dem Treffer seines Lieblingsspielers endgültig freien Lauf. Mit dem Sieg feierten die Bayern die Meisterschaft, besser hätte der letzte Auftritt nicht laufen können.