​Am heutigen frühen Donnerstagabend trifft sich die Führungsetage des ​Hamburger SV zur turnusmäßigen Sitzung. Bei dem Treffen zwischen Vorstand und Aufsichtsrat wird es neben der Coronavirus-Krise auch um die Zukunft von Vorstandsboss ​Bernd Hoffmann gehen.


Vergangene Woche berichtete das Hamburger Abendblatt von Unstimmigkeiten zwischen Hoffmann und Sportvorstand Jonas Boldt. Doch nicht nur Boldt soll Probleme mit Hoffmanns Führungsstil haben. Zudem wurde ein pikantes Detail im Kontrakt des Vorstandsvorsitzenden publik, dessen Enthüllung Hoffmann zu der Aussage veranlasste, "diese Zeiten beim HSV" vorbei gewähnt zu haben. Hoffmann kann demzufolge noch in diesem Sommer von seinen Aufgaben entbunden werden, wenn die sportlichen Ziele, sprich: Wiederaufstieg, nicht erreicht werden. Und was erstmal wie eine durchaus branchenübliche Vertragsregelung aussieht, könnte für Hoffmann doch mehr Gefahrenpotential bergen als gedacht. 


Auch Vereinspräsident Marcell Jansen kritisch gegenüber Hoffmann eingestellt


Denn im siebenköpfigen Aufsichtsrat sitzt mit Marcell Jansen, Präsident des Hamburger e.V. (als Gesamtverein), ein mittlerweile ebenfalls eher kritisch gegenüber Hoffmann eingestellter Mann. Und Jansens Wort hat Gewicht im Kontrollorgan. Die Mehrheitsverhältnisse, die bis vor kurzem noch für Hoffmann gesprochen haben, könnten sich nun ändern - und damit die Luft für Hoffmann knapp werden lassen.


Der ist in dieser Woche vorgeprescht und hat der Sportbild gegenüber seine Einschätzung der momentanen Lage kundgetan. Dabei bekräftigte er auch seine Intention, beim "HSV gerne in Rente gehen" zu wollen - was wiederum bei Teilen seiner Kollegen auf wenig Verständnis traf. In Zeiten einer weltumspannenden Coronavirus-Krise wurden ihm diese Aussagen als "völlig unangebrachter Ego-Trip" (so die Mopo) ausgelegt. Angesichts dieser Ausgangslage ist mit einem harmonischen Austausch heute Abend eher nicht zu rechnen.


Dem Klub bleibt nur zu wünschen, dass er nicht in einer hässlichen Schlammschlacht endet, an deren Ende schließlich alle als Verlierer dastehen würden. Eine Uneinigkeit auf der Führungsebene kann sich der HSV in diesen Zeiten, in denen Solidarität und gemeinschaftliches Handeln das Gebot der Stunde sind, schlichtweg nicht leisten.