​Quizfrage: Wieviele deutsche Torhüter spielen aktuell in der niederländischen Eredivisie? Sechs! Einer von ihnen hört auf den Timon Wellenreuther - und reitet gerade auf einer Erfolgswelle mit ​Willem II Tilburg. Seine beständig guten Leistungen sind auch einigen Klubs in der Bundesliga nicht verborgen geblieben. Auch der ​HSV soll Interesse an dem Ex-Schalker haben.


Vor fünf Jahren machte der damals 19-jährige Wellenreuther zum ersten Mal auf sich aufmerksam: Als Ersatz für die verletzten Ralf Fährmann und Fabian Giefer ins kalte Wasser geworfen, lieferte Wellenreuther an jenem Champions-League-Abend (Achtelfinale gegen Real Madrid) eine überragende Leistung ab. Viele sahen in ihm schon den legitimen Nachfolger von Nationaltorwart Manuel Neuer. 


In Holland zum Leistungsträger gereift


Doch wie das so ist im schnelllebigen Profifußball-Geschäft -  nach ein paar schwächeren Auftritten ging der ganze positive Hype um den Teenie plötzlich in die andere Richtung. "Mit 19 fehlt dir halt noch die Erfahrung, da machen gerade Torhüter Fehler", beurteilt er die damalige Situation im Gespräch mit der Sportbild. "Aber ich wusste schon damals, dass das zwei absolute Extreme waren."


Von den Extremen in Deutschland "floh" Wellenreuther 2017 dann endgültig in die relative Ruhe der niederländischen Liga. Und hatte es dort zunächst schwer. "Die ersten eineinhalb Jahre waren nicht einfach für mich", gibt der Keeper zu. Als Deutscher wird er von den Fans vielleicht sogar noch ein wenig kritischer beäugt als andere Legionäre. Auch innerhalb des Teams kommt es zu Spannungen, Wellenreuther erfährt zwei disziplinarische Strafen. Doch das liegt mittlerweile alles hinter ihm. Unter Trainer Adrie Koster hat sich nicht nur das ganze Team stabilisiert, und steuert geradewegs auf die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe zu, sondern auch Wellenreuther. Vom Fachmagazin Voetbal International wurde er gar zum "Torwart der Hinrunde" in Holland gewählt. 


Wellenreuther träumt von Rückkehr in die Bundesliga


Und da sein Vertrag im Nachbarland in diesem Sommer ausläuft, gerät der Deutsche unweigerlich in den Fokus finanzstärkerer Teams. "Im Sommer ist alles möglich", behält sich Wellenreuther zwar auch noch einen Verbleib in Tilburg vor, doch realistischer ist sein Abgang. "Es wäre ein Traum, wieder in Deutschland zu spielen, mich in der ​Bundesliga zu beweisen."


Und da kommt der HSV ins Spiel. Der müsste sich, im Falle eines Aufstieges, auch erstmal wieder beweisen und eine Klasse höher zurechtkommen. Das plant der Klub offenbar ohne das aktuelle Torhütergespann. Wie die Sportbild erfahren haben will, soll der HSV an einer Trennung von Daniel Heuer Fernandes und Julian Pollersbeck arbeiten. Und an einer Verpflichtung Wellenreuthers interessiert sein. Der könne sich sogar einen Umweg über die zweite Liga vorstellen, allerdings nur bei einem ambitionierten Klub. Wie ihn der HSV auch im Falle eines Nichtaufstieges in diesem Sommer weiterhin darstellen würde. Gut möglich also, dass das Tor der Rothosen im nächsten Jahr von Timon Wellenreuther gehütet wird.