Vor allem die Fans von ​Borussia Dortmund sorgten in der jüngeren Vergangenheit mit Anfeindungen gegen Dietmar Hopp immer wieder für Aufsehen, für sie ist der TSG-Mäzen eine Art Sinnbild der Kommerzialisierung des Fußballs. Auf der Hoffenheimer Website wehrte sich Hopp nun und verwies auf die Vergangenheit des BVB.


Wegen wiederholter Anfeindungen gegen ​Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp wurde am 20. Februar bekannt gegeben, dass die Fans von Borussia Dortmund bis 2022 nicht mehr zum Auswärtsspiel nach Sinsheim fahren dürfen. Die Aufhebung der eigentlich abgeschafften Kollektivstrafen sorgte im Fanlager für große Entrüstung - und hob die Proteste auf ein neues Level.


Schon zwei Tage später zeigten Fans von ​Borussia Mönchengladbach Dietmar Hopp im Fadenkreuz, eine Woche darauf führten Aktionen bundesweit beinahe zu Spielabbrüchen. In Hoffenheim kam es im Duell mit dem ​FC Bayern dann zum denkwürdigen Protest, die Spieler hörten auf zu spielen und schoben sich den Ball nur noch gegenseitig zu.

Karl-Heinz Rummenigge,Dietmar Hopp

Karl-Heinz Rummenigge solidarisierte sich beim Gastspiel der Bayern mit Hopp



​Mit etwas Abstand hat sich Dietmar Hopp nun in einem Interview auf der Website der Hoffenheimer noch einmal zu den Vorfällen geäußert: "Natürlich weiß ich, dass es in Fußballarenen bisweilen derbe zugeht. Aber es geht doch nicht um eine emotionale Beleidigung im Fußballstadion. Die muss und die kann ich aushalten. Es geht um konzertierte, vorbereitete Aktionen, Plakate und Drohungen." Hopp betonte, er wolle "einfach wie ein normaler Mensch behandelt werden".


Hopp erinnert den BVB an einen "dubiosen Finanzjongleur"


Angesprochen auf die Kritik der Fans an der Kommerzialisierung des Fußballs teilte Hopp in Richtung Borussia Dortmund aus: "Wenn um das Thema Kommerzialisierung im Fußball geht, empfehle ich einen Blick zurück: Die Borussia Dortmund KGaA ist bis dato die einzige börsennotierte Fußballkapitalgesellschaft, der Börsengang im Jahr 2000, zu Zeiten der vermeintlichen 'New- Economy', spülte einen dreistelligen Millionenbetrag in die Kasse. Zu diesem Zeitpunkt spielte die TSG Hoffenheim in der Oberliga gegen den FC Teningen. Vier Jahre später, als der BVB vor dem Ruin stand, stieg dann ein gelinde ausgedrückt dubioser Finanzjongleur mit einem 25%-Anteil sowie 20 Millionen Euro bei der Borussia ein."


Hoffenheims Geschäftsführer Frank Briel, ebenfalls Teil des Interviews, fügte an: "Umso irritierender ist es doch, dass die massiven Anfeindungen ausgerechnet aus diesen Reihen begannen." Die Dortmunder hatten schon 2008, beim ersten Auswärtsspiel des BVB in Hoffenheim, ein Bild von Dietmar Hopp im Fadenkreuz gezeigt.