​Bei Magenta-TV, Sky oder DAZN bleibt derzeit der Bildschirm schwarz - zumindest was Live-Fußball angeht. Der Großteil der Abonnenten bezahlt die monatliche Gebühr aber genau aus diesem Grund. Die Frage steht im Raum, wie man als Fan nun reagieren sollte?


Je nachdem wie lange die Fußballpause aufgrund der Coronakrise noch andauert, ​könnten Kunden von Sky, DAZN und Co. ein Sonderkündigungsrecht zugesprochen bekommen. Der Fall ist klar: Die Pay-TV-Sender können schlicht nicht mehr das liefern, warum der Fan überhaupt ein Abo abgschlossen hat: Live-Fußball (bzw. Live-Sport im Allgemeinen) präsentieren.


Jeder Fan muss sich nun die Frage stellen, wie man selbst mit dieser Situation umgeht: Alles dafür tun, um aus dem Abo zumindest temporär herauszukommen und so Geld zu sparen? Oder das Abo unberührt lassen, die Kosten weiter tragen (ohne wirkliche Gegenleistung) und dem Sender so die Treue halten?


Zukunft der Pay-TV-Sender: Fans haben sie mit in der Hand


Egal wie man für sich diese Frage beantwortet: Der Fan bekommt unverhofft einiges an Macht zugesprochen. Das wird in diesen Tagen sehr deutlich: ​Die Klubs sind existenziell abhängig von den Einnahmen aus dem TV-Vertrag. Und der neue Zyklus der Rechtevergabe ist just in diesem Moment zur Ausschreibung frei. Der ursprüngliche DFL-Plan sah vor, die Rechte bis Ende Mai zu verkaufen. Gut möglich, dass sich die aktuelle Situation auf das Verkaufsvolumen auswirkt.

Christian Seifert

Sieht die Liga in Gefahr: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert


So oder so - springen den Sendern die Kunden ab, gibt es weniger Geld. Das dürfte sich zunächst einmal auf die für diese Saison noch ausstehenden Zahlungen direkt auswirken. Ob es auch einen langfristigen Effekt haben wird, bleibt abzuwarten und hängt hier vor allem an der Liquidität der Sender ab.


Zukunft im Profi-Fußball: Status Quo oder Rezession?


Für den Fan bedeutet das: Auf der einen Seite kann man ein Statement setzen und seine Abos auch ohne Live-Fußball einfach weiterlaufen lassen. Gerade bei DAZN kann man monatlich kündigen und so zumindest temporär leicht aus dem Abo herauskommen. Tut man dies nicht, hat man auch als einzelner Fan zumindest die Macht mitzuhelfen, den Status Quo aufrecht zu erhalten und künftige Übertragungen zu sichern.


Auf der anderen Seite kann auch das Kündigen eines Abos ein Statement bedeuten. Wie oft wird über die immer weiter explodierenden Summen im Fußball diskutiert? Weniger TV-Gelder würden Verbänden und Klubs den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Grundlage für immer neue Rekord-Einnahmen - und damit auch für immer neue Rekord-Ausgaben (Stichwort: Transfermarkt) würde wegbrechen.


Einschnitte wird es auf dem Spielermarkt wohl so oder so geben. Als Fan kann man nun zumindest im Kleinen mitbestimmen, wie groß diese sein werden. Will man die Form so wie sie jetzt existiert aufrechterhalten oder hofft man eher auf eine Rezession des gesamten Fußball-Imperiums?


Jeder Fan muss für sich selbst entscheiden!


Keine einfache Frage. Denn zum einen wäre das Zurückdrehen des Finanz-Rades ja durchaus zu begrüßen - zumal wenn man der Spezies des Fußballromantikers angehört. Andererseits hängen an diesen Entscheidungen viele Jobs, die Existenzen der Klubs. So wie in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft dieser Tage auch.


Am Ende muss jeder für sich entscheiden: Soll man Solidarität zeigen oder ein Zeichen in die andere Richtung abgeben? Beantworten kann das nur jeder für sich selbst. Es ist Zeit, ein Statement setzen!