​Die DFL hat sich am heutigen Montag mit Vertretern der 36 deutschen Profi-Klubs getroffen, um das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie zu besprechen. Geschäftsführer Christian Seifert verkündete am Nachmittag das Ergebnis der Sitzung in Frankfurt: 


"Alle Anwesenden erleben gerade wohl die schwierigste Phase unseres Berufslebens", startete Seifert die PK. Es gebe mehr Fragen als Antworten - das gelte für alle in der Gesellschaft. "Die Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus' steht derzeit über allem", so Seifert weiter.


"Ich kann heute nur einen ehrlichen Einblick geben, in die Situation der DFL", erklärte Seifer. "Ich kann ihnen nur eine Momentaufnahme beschreiben, was wir heute beschlossen haben."


Ein Notfallfahrplan wurde erstellt:


  • "Um als Liga handlungsfähig zu bleiben, haben wir uns auf einen sogenannten Notfall-Paragraf geeinigt"
  • Auch der 27. Spieltag der 1. und 2. Bundesliga wird vorerst verschoben - was nicht bedeutet, dass man davon ausgeht, ab 3. April wieder spielen kann
  • In der Woche ab dem 30. März soll über das weitere Vorgehen noch einmal diskutiert werden
  • Jeder Klub soll einen Status-quo-Bericht über die aktuelle Lage verfassen und an die DFL weiterleiten
  • Geisterspiele unausweichlich
  • DFL geht von Verschiebung der EM aus
  • Keine endgültigen Entscheidungen - Liga will weiter abwarten
  • Abbruch der Saison kann Seifert nicht ausschließen.
  • TV-Rechtevergabe läuft zunächst wie geplant weiter - hat aber derzeit keine Priorität
  • Seifert erklärt: Andere Ligen haben ihm versichert, dass andere Ligen ​keine Pandemie-Versicherung haben. Nur ähnlich wie die DFL: Spielausfallversicherung (keine Zuschauerversicherung für ausbleibende Zuschauer)


Seifert erklärte weiter, es sei nicht absehbar, wann wieder Spiele in den nationalen Ligen stattfinden können. Die Vereine sollen jetzt Rücksprache mit den örtlichen Behörden halten, ehe die DFL erneut berät, wie es weitergehen kann. Einen Abbruch der Saison könne er nicht ruhigen Gewissens ausschließen - dafür könne man die weitere Entwicklung einfach noch nicht gut genug absehen.


Seifert sprach erneut vom größeren Zusammenhang: "Durch die 612 Spiele sind rund 65.000 Jobs entstanden. Ich möchte die Lage nicht dramatisieren. Aber es sollte sich jedem erschließen", so Seifert, der andeutete, dass viele Jobs im und um den Fußball auf dem Spiel stehen.


Seifert über den Notfall-Paragrafen:


Wie die Entwicklung in den nächsten Tagen und Wochen weiter geht, stehe in den Sternen. Der Beschluss soll Entscheidungen schneller und einfacher vorantreiben. Man wisse schließlich auch nicht, ob Klub-Vertreter in naher Zukunft noch reisen dürfen, um zu weiteren Sitzungen zusammenzukommen. Mit dem Notfall-Paragrafen habe man dem vorgesorgt.


Eine drängende Frage war auch, wie lange die Klubs ohne Spiele finanziell durchhalten könnten. Über staatliche Hilfen sei aber noch nicht gesprochen worden, bekräftigte Seifert. Das Thema Kurzarbeit sei bei der DFL ein Thema, so wie bei allen Klubs. Lösungen gebe es in diesem Fall noch nicht.


Droht ein Abbruch der Saison?


Seifert merkte an, dass man weiter keine Prognosen abgeben kann. Der Abbruch der Saison gilt weiter als Worst-Case-Szenario, den es unbedingt zu vermeiden gilt. Seifert geht davon aus, "dass die nationalen Ligen nach der UEFA-Entscheidung morgen mehr Flexibilität haben und auch in den Mai und Juni hinein gespielt werden kann." Seifert geht also davon aus, dass die EM verschoben wird.


Geisterspiele unausweichlich:


"Das wird in nächster Zukunft die einzige Überlebenschance sein", stellte Seifert klar. Wer Spiele ohne Zuschauer kategorisch ausschließt, "der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir bald mit 18 oder 20 Profiklubs spielen. Denn dann wird es keine 18 Profiklubs mehr geben."


Sollte Im Mai wieder gespielt werden können - so könnte der Rahmenkalender aussehen:


Seifert merkte an, dass alles auch von der UEFA-Entscheidung zur EM am Dienstag abhängt. "Dann wird deutlicher, welche Optionen wir noch hätten, um eine Saison zu Ende zu bringen." Sollte die EM verschoben werden, könnte theoretisch im Mai und Juni gespielt werden.


Keine Pandemie-Versicherung der DFL:


Seifert bestätigte, dass man keine Pandemie-Versicherung habe - anders als bisher mitgeteilt, hätten aber auch andere Ligen keine Versicherung gegen Pandemien. Das habe er sich versichern lassen, so der DFL-Geschäftsführer.


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