​Die ​Corona-Pandemie hat den Sport mittlerweile fast vollständig im Griff. Auch der DFB beschäftigt sich schon mit Planspielen, die sogar bis zur vorzeitigen Beendigung der laufenden Saison gehen könnten. Das bestätigte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius in seinem Gast-Artikel im Fachmagazin kicker.


"Aktuell kann noch niemand die Folgen des Coronavirus für den Fußball in ihrem gesamten Ausmaß absehen", so Curtius in seinem Beitrag. "Wir müssen uns mit allen Szenarien beschäftigen, um vorbereitet zu sein, wenn der Fall eintreten sollte, dass der Spielbetrieb unterbrochen oder die Saison sogar vorzeitig beendet werden müsste", malte der Spitzenfunktionär sogar das Worst-case-Szenario an die Wand. 


Denn "vorzeitig beendet" würde im Klartext bedeuten: die Tabellen werden zu einem bestimmten Stichtag "eingefroren". Der FC Bayern wäre, beim heutigen Stand der Dinge, vorzeitig Meister, Dortmund, Leipzig und Mönchengladbach wären die Champions-League-Teilnehmer - und Werder Bremen und SC Paderborn müssten absteigen. Ein wahrhaftiges und sämtlichen sportlichen Prinzipien entgegenstehendes Horrorszenario. Das auch Curtius noch nicht als gegeben formuliert. Ziel sei es weiterhin, "die Saison regulär sportlich zu Ende zu spielen". 


Absage und Verlegung der EM wird immer dringlicher


Doch dies wird irgendwie immer unwahrscheinlicher. Helfen würde natürlich ein baldiges Statement der ​UEFA bezüglich der Europameisterschaft. Sollte diese zeitnah abgesagt und auf nächstes Jahr verschoben werden, würde man auf Klub-Ebene (sowohl was die nationalen als auch internationalen Wettbewerbe betrifft) einen erheblich größeren zeitlichen Spielraum gewinnen. Die klassische Sommerpause (die ja quasi jetzt beginnen würde) könnte dann für die Nachholung der zahlreichen bereits verlegten Spiele genutzt werden. Dies jedoch immer unter dem Vorbehalt, dass bis dahin die Krise wirklich überstanden ist. 


Viele Experten in Virologie jedoch glauben, dass sich die Ausbreitung des Virus erst im Sommer auf ihrem Höhepunkt befinden wird. Und deshalb könnte, um weitere terminliche Kollisionen mit der Spielzeit 2020/2021 zu vermeiden, am Ende tatsächlich die ganz große Keule geschwungen werden - und sämtliche Wettbewerbe mit dem zum betreffenden Datum herrschenden Status beendet werden.