​Man kann sich als ​BVB-Fan über Erling Haaland eigentlich gar nicht beschweren. Der norwegische Stürmer ist nicht nur ein neuer Weltstar, der dem Dortmunder Klub viel mediale Aufmerksamkeit einbringt, sondern auch ein essentieller Faktor im Leistungsaufschwung der Mannschaft in den vergangenen Monaten - und das ist noch eine Untertreibung. Es gibt jedoch eine Kleinigkeit rund um den 19-Jährigen, die doch ein wenig irritiert.


Es ist praktisch unmöglich, eine Fußballseite an einem beliebigen Morgen zu öffnen, ohne eine Meldung zu Erling Haaland zu sehen. Oftmals handelt es sich um Lobeshymnen oder eine gelegentliche titelwürdige 08/15-Aussage, die ein Journalist ihm entlocken konnte. 


Es kommt aber auch oft vor, dass Haaland, der erst seit knapp zwei Monaten für den BVB spielt, durch seine direkte Umgebung oder sogar eigene Aussagen bereits mit anderen Klubs in Verbindung gebracht wird. 


Das jüngste Beispiel dafür entstammt einer Aussage von seinem Vater und Manager Alfie Haaland gegenüber der spanischen AS (via Transfermarkt): "Es ist wahr, dass die spanische Liga für meinen Sohn eine sehr gute ist, viele gute Teams spielen dort. Man weiß nie, ob er nicht einmal in Spanien spielen wird. Was passiert, passiert."


Haalands Management verlautbart Gedanken, die nicht unbedingt mit der Öffentlichkeit geteilt werden sollten


An und für sich ist diese Aussage eher unspektakulär. Klar, als BVB-Fan wünscht man sich eigentlich so etwas nicht, doch Haaland kann nicht jeden Menschen in seiner Umgebung kontrollieren. Wenn man jedoch die Pluralität solcher Verlautbarungen betrachtet, wird einem schon ein wenig mulmig...


Es begann bereits wenige Tage nach der offiziellen Bekanntgabe des Wechsels von Haaland zum BVB, als Raiola dem Telegraph verkündete (via Sport.de): "Es wird hoffentlich die Zeit kommen, dass er in die Premier League geht - wenn er erfolgreich spielt."


Haaland deutete mit seinen Aussagen in Bezug auf ​Zlatan Ibrahimovic ebenfalls an, dass er durchaus Wechselgedanken hegt. Ihn sollte man aber bei so etwas nicht allzu sehr verurteilen. Dortmunds Presseabteilung hat ihm zumindest schon mal mit einer selteneren Interview-Verfügbarkeit nach Spielen einen Gefallen getan.


Denn es geht hier nicht darum, dass Haaland und sein Management bereits über den nächsten Schritt nachdenken. Es geht viel mehr um den Respekt, den die BVB-Fans verdient haben. Man will in solch einer sportlichen Phase nicht unbedingt überall Meldungen solcher Art sehen, die auch noch direkt dem Spieler bzw. seinem Umfeld, und nicht der medialen Gerüchtefabrik entstammen.


Das ständige Wechselgerede könnte auch Haaland zum Verhängnis werden. ​Leon Bailey kann beispielsweise davon ein Lied singen, denn der Jamaikaner befand sich in genau derselben Situation. Aus der ständigen Koketterie mit England wurde bei ihm bislang nichts, nun muss er in Leverkusen erneut um einen Stammplatz kämpfen.

Erling Haaland

12 Tore in 9 Partien: Haalands Bilanz beim BVB ist phänomenal



Bis spätestens 2022 werden solche Aussagen weiterhin das Geschehen rund um Haaland begleiten. Heutzutage sind das leider die Nebenwirkungen eines Stardaseins in der Fußballwelt. Viele Anhänger sind deshalb - trotz seines immensen sportlichen Werts - von der Möglichkeit eines schnellen Abschieds nicht sonderbar betrübt.