Zwischen der Stadt Leipzig und ihrem strahlkräftigen Fußballverein RasenBallsport ist ein Streit entbrannt. Mittelpunkt der Debatte ist ein stillgelegtes Gelände gegenüber des Leipziger Stadions, dass der Verein gerne für eigene Zwecke erwerben würde. 


Das rund 17.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem derzeit noch eine denkmalgeschützte Tribüne des alten Schwimmstadions der Stadt steht, liegt direkt gegenüber des Leipziger Stadions. Der Verein selbst möchte das Grundstück gerne erwerben, um darauf ein Parkhaus, seine neue Geschäftstelle samt "Fanwelt" und auf Wunsch der Stadt, ein Sportmuseum zu errichten. 


Mintzlaff wirft Bürgermeister Wortbruch vor


Nun hat sich das brach liegende Gelände jedoch zum Streitthema entwickelt und treibt einen Keil zwischen zwei Partien, Verein und Stadt, die bisher zuverlässig zusammengearbeitet haben. RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff wirft Oberbürgermeister Burkhard Jung gar Wortbruch vor. Dieser hätte versprochen, das Grundstück bei Erfüllung bestimmter Bedingungen an den Verein zu verkaufen, möchte nun jedoch nur noch für festgelegte 99 Jahre verpachten. 


Mintzlaff wittert Betrug: "Wenn ich mit jemandem über einen Kaufvertrag spreche und die Zusage war: 'Wir verkaufen euch das Grundstück unter gewissen Bedingungen' - dann kann ich es nicht nachvollziehen, wenn der Oberbürgermeister erklärt, dass dies angeblich nie ein Thema war", ließ der 44-Jährige gegenüber der Bild-Zeitung verlauten.

Oliver Mintzlaff

Fühlt sich von der Stadt getäuscht: RB-Klubboss Oliver Mintzlaff


RB Leipzig war bereits 2018 an die Stadt herangetreten, mit dem Wunsch für das Gelände rund 50 Millionen Euro in die Hand nehmen zu wollen. Auf Nachfrage der Mitteldeutschen Zeitung erklärte ein Rathaussprecher: "Es wurde mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen, dass RB seine Ausbaupläne in den städtischen Gremien präsentieren kann, was anschließend in einer gemeinsamen Sitzung verschiedener Fachausschüsse auch erfolgt ist", und ergänzte anschließend, dass dem Fußballklub stets beide Optionen, Verkauf und Erbpacht angeboten wurden, "mit dem klaren Hinweis, dass der Leipziger Stadtrat für die Verkaufs-Option nur sehr schwer zu gewinnen wäre." 


Nun steht also Aussage gegen Aussage. Ob Sich Verein und Stadt in der nahen Zukunft einigen, ist fraglich. Klar ist jedoch: Das Vertrauensverhältnis, dass beide Seiten bislang pflegten, auch weil dem Verein mehr Zugeständnisse gemacht wurden als in der Regel üblich - schließlich profitiert auch die Stadt von seinem neuen strahlkräftigen Partner - ist auf unbestimmte Zeit geschädigt.