Dietmar Hopp hat sich nach den Schmähungen beim Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und dem ​FC Bayern erneut zu Wort gemeldet. Auf der vereinseigenen Homepage der TSG forderte Hopp zum Schulterschluss gegen Homophobie und Rassismus auf.


Nach dem Eklat in Sinsheim ​bedankte sich Dietmar Hopp vorrangig für die ihm gegenüberbrachte Solidarität. Und in der Tat: Vereine, Verantwortliche und der Verband zeigten eine Reaktion, die man sich in der Form bereits bei anderen Themen (Rassismus z.B.) in der Vergangenheit gewünscht hätte. Diesen Schulterschluss wünscht sich Hopp auch in Zukunft.


Hopp fordert Schulterschluss bei Rassismus und Homophobie


"Ich durfte eine Sympathiewelle ohnegleichen erleben und viel Unverständnis, dass in einem zivilisierten Land so etwas geschehen kann. Die TSG spielt ihre 12. Saison in der 1. Bundesliga. Die Saat des Hasses, die auch schon in der 2. Bundesliga gesät wurde, ist leider aufgegangen", so der Hoffenheim-Mäzen. "Ich wünsche mir aber von Herzen, dass nicht nur kraftvoll und solidarisch gehandelt wird, wenn ich beleidigt werde. Beleidigungen gegen jeden Menschen sind zu verurteilen, egal wo und in welcher Form. Vor allem rassistische und homophobe Beleidigungen müssen mit aller Konsequenz geahndet werden."


Vor allem dem DFB wurde vorgeworfen, verhältnismäßig heftig auf die Beleidigungen von Geldgeber Hopp reagiert zu haben; bei rassistischen oder ähnlichen Themen mit humaner Dringlichkeit hielt der Verband in den vergangenen Monaten die Füße still. Es wäre wünschenswert, wenn der DFB jetzt dem Appell von Milliardär Hopp Folge leisten und auch in anderen Themenbereichen klare Kante zu zeigen beginnt.

Karl-Heinz Rummenigge,Dietmar Hopp

Hopp indes betonte erneut, dass er keinen Dialog mit den Unruhestiftern anstrebt. "Ich hatte im Jahr 2010 schon mal ein solches Gespräch, bei dem rein gar nichts herauskam, weil die Herren ihre vorgefertigte Meinung vertraten und sich nicht einen Millimeter bewegen wollten. Dann hatte ich mein letztes Gespräch mit ‘Schwatzgelb‘ aus Dortmund. Da hatte ich das Gefühl, dass die Damen und Herren uns verstanden haben. Wir waren sogar noch gemeinsam bei einem TSG-Sportfest im Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim. Aber geholfen hat das gar nicht - die Beleidigungen nahmen eher noch zu", erzählte der 79-Jährige. "Deshalb ist das für mich keine Option mehr. Ich sehe keinen Sinn darin, mich mit Menschen auseinanderzusetzen, denen ich noch nie etwas getan habe, die mich seit Jahren grundlos massiv beleidigen und gar keinen Konsens wollen."