​Am Samstagnachmittag waren im ​Bundesliga-Meisterrennen Spitzenreiter FC Bayern, der BVB und die Borussia aus Gladbach unterwegs. Dortmund und Gladbach taten sich gegen Freiburg und Augsburg schwer, sicherten sich aber knappe Siege. Der Rekordmeister gewann in Hoffenheim deutlich mit 6:0 - das Sportliche geriet aber zur Nebensache.


Im Fokus stand in dieser Samstagskonferenz aber vor allem auch erneute Schmähgesänge gegen Dietmar Hopp - und zwar sowohl in Sinsheim als auch in Dortmund. In beiden Stadien musste die Partie unterbrochen und ein Spielabbruch angedroht werden! In Sinsheim sogar ein zweites Mal - die Fortführung der Partie stand auf Messers Schneide!


So liefen die Partien Hoffenheim gegen ​FC Bayern​BVB gegen Freiburg und Augsburg gegen ​Gladbach:


TSG Hoffenheim vs. FC Bayern


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Tore:

0:1 - Gnabry (2.)

0:2 - Kimmich (7.)

0:3 - Zirkzee (15.)

0:4 - Coutinho (33.)

0:5 - Coutinho (50.)

0:6 - Goretzka (62.)


FCB-Coach Hansi Flick setzte etwas überraschend auf den jungen Niederländer Joshua Zirkzee als Lewandowski-Ersatz in der Startelf. Coutinho durfte für den verletzten Coman ran. Flick beließ es ansonsten bei der Siegerelf von Chelsea unter der Woche. Mit Zirkzee wollte er einen echten Mittelstürmer in der Sturmspitze.


Der Plan ging vom Start weg auf: Gnabry erzielte nach 120 Sekunden artistisch das 1:0 - von TSG-Keeper Oliver Baumann prallte die Kugel aus Spitzem Winkel ins Tor. 

Nur fünf Minuten später traf Kimmich von der Strafraumkante überlegt zum 2:0. Und nur weitere acht Minuten später war Zirkzee mit dem 3:0 an der Reihe.

Das Scheibenschießen ging in Durchgang eins munter weiter: Coutinho durfte in der 33. Minute ran, sein abgefälschter Schuss fand unhaltbar für Baumann die TSG-Maschen.

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So wie die erste Hälfte begann, startete der FCB auch in Hälfte zwei: 62 Sekunden nach Wiederanpfiff war Coutinho zum zweiten Mal zur Stelle. Müller hatte in die Mitte gelegt, der Brasilianer den Ball direkt genommen.


Das halbe Dutzend voll machte dann der eingewechselte Leon Goretzka in der 62. Minute. Die Bayern fuhren zwar einige Gänge zurück - Hoffenheim lief aber dennoch Gefahr, dass die Klatsche noch schlimmer wird.


Das Spiel war längst entschieden, als die mitgereisten Bayern-Fans auf sich Aufmerksam machten. Zunächst mit jeder Menge Pyro, im Anschluss mit einem Hopp-Plakat, mit diffamierenden Äußerungen. Die Partie musste in der 67. Minute unterbrochen werden, Spieler und Verantwortliche des FCB rannten aufgebracht in die Kurve.


Die rollte ihr Banner wieder ein - das Spiel konnte fortgesetzt werden. Allerdings nur bis zur 79. Minute. Dann tauchte das Plakat wieder auf und das Spiel wurde wieder von Schiedsrichter Dingert unterbrochen. Alle FCB-Spieler gingen jetzt in die Kurve. 


Die Hoffenheimer Spieler gingen derweil geschlossen in die Kabine.

Das Spiel wurde fortgesetzt, die Beteiligten einigten sich aber darauf, nur noch die Zeit herunterspielen zu lassen. Kurios: Vier Minuten vor dem Ende liefen die Mannschaften bereits ihre runden um den Platz, um den Fans zu applaudieren, die sich ganz normal verhalten haben.


BVB vs. SC Freiburg


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Tore:

1:0 - Sancho (15.)


Beim BVB fehlte der leicht angeschlagene Erling Haaland in der Startelf, der Norweger hatte unter der Woche Magen-Darm-Probleme. Mario Götze fehlte krank komplett im Kader. Ansonsten blieb die Erfolgself der letzten Wochen beisammen, nur der wiedergenesene Julian Brandt rückte für Haaland in die Startelf.

In der Anfangsphase tat sich Schwarz-Gelb mit dem Sport-Club etwas schwer - bis mal wieder Jadon Sancho den Bann brach. 1:0 in der 15. Minute durch den jungen Engländer, auf Vorlage von Hazard. Es war bereits Treffer Nummer 17 in dieser Spielzeit für Sancho. Nebenbei legte der 19-Jährige noch 18 Tore auf. Wahnsinn!

In der Halbzeit blieb Mats Hummels in der Kabine - eine Vorsichtsmaßnahme hieß es von BVB-Seite.





Ähnlich wie in Sinsheim wurde schon zuvor in Dortmund das Spiel unterbrochen. Es drohte der Spielabbruch, wenn die BVB-Fans ihre Schmähungen gegen Hopp nicht unterlassen würden. Im Anschluss hielten sich die Anhänger zurück - auf dem Rasen ging es sportlich weiter.


Und da hatte Nils Petersen urplötzlich den Ausgleich auf dem Kopf. Völlig freistehend nickte er an Bürki vorbei, Piszczek konnte auf der Linie für seinen geschlagenen Keeper klären.


Am Ende zitterte sich der BVB über die Ziellinie und fuhr einen glücklichen aber enorm wichtigen Heimsieg ein.


FC Augsburg vs. Borussia Mönchengladbach


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Tore: 

0:1 - Bensebaini (49.)

0:2 - Stindl (53.)

1:2 - Löwen (57.)

1:3 - Stindl (79.)

2:3 - Finnbogason (83.)


Die Fohlen haben bislang in der Bundesliga noch nie in Augsburg gewonnen - am 24. Spieltag brauchte die Borussia aber einen Sieg beim FCA um an der Spitze dran zu bleiben. Etwas überraschend stand Plea nicht in der Startelf, dafür Stindl als Sturmspitze und Stobl auf der Doppelsechs.


Das Spiel in Augsburg war aber von Beginn an ein sehr umkämpftes - und eher zäh. Die umstrittenste Szene in der Anfangsphase ereignete sich im Fohlen-Strafraum, als Thuram der Ball an die Hand sprang. Nach Rücksprache mit dem VAR gab es aber keinen Elfmeter. Gut so! Thuram war der Ball unabsichtlich an den Arm gesprungen.

 

​Gegen Ender der ersten Halbzeit wurden die Gäste dann besser. In der 36. Minute die erste Torchance für VfL-Kapitän Lars Stindl. Sein Schuss aus rund 16 Metern fand aber seinen Meister in FCA-Keeper Koubek.


Sechs Minuten später war wieder Koubek zur Stelle, als dieses Mal Neuhaus aus der Distanz abzog, der zuvor von Thuram stark in Szene gesetzt wurde. Den Abpraller konnte Hofmann völlig frei nicht verwerten, weil er zuvor ins Straucheln geriet.

​​Nach torlosen 45 Minuten ließen sich die Fohlen in Hälfte zwei nicht lange bitten: Bensebaini erzielte in der 50. Minute das 1:0. Stindl stocherte bei einem hohen Ball im FCA-Strafraum erfolgreich und legte so den Ball auf den Linksverteidger auf, der nur noch ins leere Tor schieben musste. Koubek war zuvor unglücklich aus dem Kasten gestürmt.


Und der Capitano legte wenig später zum Doppelschlag nach. Der für Thuram eingewechselte Plea legte quer auf Stindl, der keine Probleme hatte, das 2:0 zu erzielen.


Doch der FCA schlus zurück und kam in der 57. Minute durch Löwen zum Anschluss. Der Mittelfeldmann leitete seinen Treffer mit einem Pass auf rechts zu Framberger selbst ein. Der flankte nach innen, wo Löwen wuchtig einköpfte. Nur noch 1:2!


Die Augsburger wurden nun besser. Framberger hatte die Gelegenheit zum Ausgleich, schoß aber aus zehn Meter freistehend über den Gladbacher Kasten.


Doch in der 79. Minute stellte erneut Stindl den alten Abstand wieder her. Die vermeintliche Entscheidung. Denkste: denn der eingewechselte Finnbogason erzielte in der 83. Minute den erneuten Anschluss. Zittern war wieder angesagt aus Fohlen-Sicht!


Doch es reichte zum ersten Ausswärtssieg in der Fuggerstadt! Ganz wichtige Punkte für das Rose-Team!