Es war eine Hiobsbotschaft, die die Freude über den Auswärtssieg beim FC Chelsea (3:0)  trübte: Robert Lewandowski wird den Bayern nach einem Bruch der Schienbeinkante ​vier Wochen fehlen. Anfang April wird die Lebensversicherung zurückerwartet, bis dahin muss Trainer Hansi Flick eine Lösung finden. In der jetzigen Konstellation bieten sich vier Alternativen.


Die wahrscheinlichste Variante ist die Versetzung von Serge Gnabry in die Sturmspitze. Dort agierte der gelernte Flügelspieler schon in der Nationalmannschaft, auch in den vergangenen Wochen orientierte sich Gnabry regelmäßig etwas zentraler. 


Das einzige Manko: Da auch Ivan Perisic und Kingsley Coman ausfallen, herrscht wieder einmal ein Notstand auf den Außenbahnen.

Serge Gnabry

   Vieles spricht dafür, dass Serge Gnabry (Foto) Robert Lewandowski vertreten wird



Am wahrscheinlichsten ist folglich eine Kombination aus der Flügelzange Philippe Coutinho und Thomas Müller, dazwischen dürfte Leon Goretzka den Platz auf der Zehn einnehmen. Die Achse Goretzka-Müller war in Kombination mit Benjamin Pavard bereits beim Rückrundenauftakt erfolgreich, als Gnabry und Coman eine Zwangspause einlegen mussten. 


Müller in der Spitze?


Leicht abgeändert könnte auch Müller den Platz in der Spitze einnehmen, dabei aber eine ähnliche Funktion ausüben wie hinter der Spitze. Dann bliebe Gnabry auf der Außenbahn, müsste wohl aber wieder auf rechts rücken - es sei denn, Flick entscheidet sich dazu, ​Alphonso Davies wieder auf den Flügel zu versetzen. Anstelle des Kanadiers könnte Lucas Hernandez den Linksverteidiger mimen, auf der Zehn würde ein Zweikampf zwischen Goretzka und Coutinho entstehen, bei dem Goretzka die Nase vorn hätte. 


Wird das Experiment Dreierkette fortgesetzt?


Vorstellbar - aber riskant, weil experimental - wäre auch, dass Flick häufiger mit Dreierkette spielen lässt und auf das bei Eintracht Frankfurt bis zur Winterpause praktizierte 3-4-1-2 zurückgreift. So würden Hernandez, Alaba und Jerome Boateng respektive Benjamin Pavard die Abwehr bilden. 


Davies und Alvaro Odriozola könnten dann die ohne Coman und Gnabry fehlende Dynamik auf den Außenbahnen kompensieren, während entweder Coutinho oder Goretzka vor der Doppelsechs (Joshua Kimmich und Thiago) sowie hinter der Doppelspitze um Gnabry und Müller spielen könnte. 


Zirkzee und Arp mit Außenseiterchancen


Die unwahrscheinlichere Alternative beinhaltet die Wahl aus Joshua Zirkzee oder Fiete Arp. Zirkzee wurde bereits einige Male als Joker eingesetzt, dem Nachwuchsstürmer werden laut kicker jedoch Defizite im "taktischen Verständnis" und Gegenpressing nachgesagt. Insofern dürfte er weiterhin eine Alternative von der Bank bleiben.

Joshua Zirkzee

Joshua Zirkzee ist die Sturmhoffnung für die Zukunft - noch kommt ein Einsatz von Beginn an aber nicht in Frage



Arp kommt indes überhaupt nicht für einen Platz bei den Profis in Frage. Der 20-Jährige kam bei der Reserve nur fünfmal über 119 Spielminuten zum Einsatz, ist hinter Zirkzee, Leon Dajaku und Kwasi Wriedt nur die Nummer vier. Dass Flick ihn ins kalte Wasser wirft, darf berechtigterweise angezweifelt werden.