Real Madrid enttäuscht am Mittwochabend vor heimischen Kulisse: Nicht nur die Statistik spricht nun für das Aus im Achtelfinale der Champions League - auch die Spielweise des Zidane-Teams bietet wenig Hoffnung. Und nun wartet auch noch El Clasico!


Keine guten Aussichten für ​Real Madrid. Die Königlichen haben am Mittwochabend das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester City ​im heimischen Santiago Bernabeu mit 1:2 verloren. Eine verdiente, wenn auch unglückliche Niederlage für das Team von Trainer Zinedine Zidane. Nach der Führung durch Isco, drehten Gabriel Jesus und Kevin de Bruyne die Partie für die ​Sky Blues spät. Es war erst die zweite Heimniederlage in der ​Königsklasse nach eigener Führung. Zum ersten Mal passierte Real Madrid das im Oktober 2009 gegen den AC Mailand.


Zwei umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen gegen Real


Beim 1:1 durch Jesus hätte Schiedsrichter Daniele Orsato durchaus auf Offensivfoul entscheiden können - wenn nicht sogar müssen. Der Brasilianer verschaffte sich bei einer Flanke mit beiden Händen Platz, bevor er den Ball ins Tor köpfte. 


Und auch der Platzverweis gegen Ramos - bereits der vierte in der Champions League für den Real-Kapitän - war umstritten. Der 33-Jährige legte als letzter Mann ganz kurz seine Hand auf die Schulter von Gabriel Jesus. Auch am Fuß gab es einen leichten Kontakt. Der City-Stürmer schien darauf mit ausgestrecktem Bein aber nur zu warten und ließ sich sofort theatralisch fallen.


Ramos' Blick richtet sich auf den Clasico


Ramos musste vom Platz, wollte aber nicht lange über die Pleite grübeln. Schließlich steht für die Blancos am Sonntag der Clasico gegen Erzrivale ​FC Barcelona an. Via Instagram verkündete der Real-Kapitän am Morgen danach: "Nach einer sehr schweren Nacht gibt es zwei Optionen: Wir können über die Niederlage gestern nachdenken oder am nächsten Sieg arbeiten. Ich wähle das letztere. Kopf und Herz sind bereits beim El Clasico."



Statistik spricht für Real-Aus - die Spielweise auch!


Spöttisch könnte man Ramos entgegnen, dass sich Real ohnehin auf die Meisterschaft konzentrieren kann. Denn: Seit der Einführung der Champions League 1992 hat es Real noch nie geschafft eine Heimpleite aus dem Hinspiel zu drehen. Jedes Mal mussten die Königlichen dann auch die Segel streichen:


  • ​gegen PSG 1994 (0:1)
  • gegen FC Bayern 2001 (0:1)
  • gegen Arsenal 2006 (0:1)
  • gegen Barça 2011 (0:2)


​Nicht nur die Statistik spricht gegen ein Weiterkommen. Nach dem Hinspiel muss man auch klar festhalten, dass die Königlichen Man City im eigenen Stadion in Hälfte zwei kaum mehr etwas entgegenzusetzen hatten. Nur einem Schnitzer der City-Abwehr war es geschuldet, dass Real in Front ging.


Zuvor dominierten die Gäste die Partie, gegen ein Real Madrid, das zwar über weite Teile defensiv recht ordentlich stand, im Spiel nach vorne aber überhaupt keine Ideen hatte. Weder die Dreierkette im Mittelfeld ohne Toni Kroos, dafür mit Casemiro, Modric und Shootingstar Valverde, noch die offensive Dreierreihe um Benzema, Vinicius jr. und Isco, sorgten für Durchschlagskraft.

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Einzig Isco zeigte sich umtriebig und bemüht. Der 27-Jährige erzielte auch das Tor, ließ sich von seiner nominellen Rechtsaußenposition aber oft weit ins Mittelfeld treiben und war somit häufig in torungefährlichen Räumen unterwegs. Karim Benzema, in seinem 100. Champions-Legue-Spiel für Real, war kaum zu sehen, bekam aber auch kaum brauchbare Bälle. Einen guten Kopfball setzte er gegen die Laufrichtung von Ederson (Reals einzige gefährliche Offensivszene in Hälfte eins), der Brasilianer konnte aber den Ball abwehren.


Insgesamt muss sich vor allem Trainer Zinedine Zidane fragen, wie er die Offensive seiner Mannschaft beleben möchte. Ein Kroos kann als Ballverteiler sicherlich helfen - vor allem fehlt Real derzeit aber ein weiter torgefährlicher Spieler. Hinter Benzema ist Abwehrchef Ramos der zweitbeste Torschütze. Warum etwa Gareth Bale, von den Madridista zwar ungeliebt, aber dennoch in Topform weiter eine echte Offensivwaffe, so konsequent ignoriert wird, bleibt Zidanes Geheimnis...


So jedenfalls wird es nichts mit dem Titel in der Champions League - und auch nicht in der Liga!