​Die ​Real Sociedad aus San Sebastian spielt bislang eine hervorragende Saison. Nach 24 Spielen (ein Nachholspiel gegen die SD Eibar steht noch aus) belegen die Basken den sechsten Rang, mit nur drei Punkten Rückstand auf die Champion-League-Plätze. Dazu stehen die Blau-Weißen nur noch einen kleinen Schritt vor dem Einzug ins spanische Pokalfinale. Einer der Namen, die mit diesem sportlichen Höheflug immer wieder in Verbindung gebracht werden, ist der des Martin Ödegaard.


Martin Ödegaard - dieser Name wurde im Januar 2015 über Nacht weltweit berühmt, als das große ​Real Madrid den damals 15-Jährigen unter Vertrag nahm. Zuvor hatte das vermeintliche Wunderkind schon bei Manchester United und Bayern München vortrainiert. Doch die Königlichen machten am Ende das Rennen.


Natürlich war der Norweger nicht als Soforthilfe für die erste Mannschaft Reals eingeplant, sondern sollte sich erstmal im Reserveteam der Madrilenen, beim FC Castilla, an die neue Herausforderung gewöhnen. Es folgten Leihen nach Heerenveen und und Arnheim, und als der Hype um das Ausnahmetalent schon wieder merklich abgekühlt war, öffnete sich dem Mittelfeldspieler im letzten Jahr die Tür zur Real Sociedad. 


In San Sebastian ist Ödegaard förmlich "explodiert"


Und dort erlebte der nunmehr 20-Jährige eine wahre Leistungsexplosion, wurde zu einem der Leistungsträger der Mannschaft. Und aus der Entfernung beobachtete natürlich auch Real Madrid die Geschicke seines Schützlings. Im Umfeld der Blancos mehren sich immer mehr Stimmen, die für eine Rückkehr des Spielers in diesem Sommer plädieren und in Ödegaard durchaus eine valide Option für das zentrale Mittelfeld der Königlichen sehen. Ursprünglich war eine zweijährige Leihe (bis zum Sommer 2021) zwischen den Vereinen vereinbart worden, wenngleich man den Medien gegenüber die Formel "verlängerbare Einjahresleihe" wählte. Und die Basken hoffen, dass sich daran auch nichts ändert. 


Real denkt über vorzeitige Beendigung der Leihe nach


Doch die teils überragenden Leistungen des Skandinaviers haben die Real-Verantwortlichen offenbar zum Umdenken bewegt. Erst vor kurzem, beim Viertelfinal-Spiel im Königspokal, konnte Ödegaard und sein Team vollends überzeugen - und den großen Favoriten in dessen Stadion aus dem Wettbewerb kegeln. Mit Tor von Ödegaard inklusive! Da Trainer Zinédine Zidane im kommenden Sommer zudem plant, ein sehr junges Team aufzustellen, würde ein Martin Ödegaard eigentlich perfekt ins Schema passen. 


Beim Liga-Spiel der Ttxuriurdin gegen den FC Valencia am vergangenen Samstag sollen sich Angaben der Zeitung Diario Vasco zufolge mehrere Scouts im Stadion Anoeta aufgehalten haben. Schnell ging die Runde, dass es sich womöglich um Talentspäher englischer Klubs gehandelt haben könnte. Auf Anfrage jedenfalls wollten beide "Spione" nicht preisgeben, im Auftrag welchen Klubs sie vor Ort waren. Doch vor allem wenn Ödegaard am Ball war, sollen sich die beiden Späher eifrig Notizen gemacht haben. 


Doch auch die Valencia-Spieler Carlos Soler und Ferran Torres, sowie Ödegaards Mannschaftskollegen Alexander Isak (früher beim BVB) und William José (war im Winter bei Barça als Suárez-Ersatz im Gespräch) dürften das Interesse einiger Vereine in Europa auf sich gezogen haben. 


Ein Abgang Ödegaards aus Spanien, falls Real einen solchen überhaupt in Erwägung zieht, dürfte für den interessierten Klub auf jeden Fall teuer werden - allein seit September 2019 konnte der Norweger seinen damaligen Marktwert von 20 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Aktuell wird er von transfermarkt.de auf satte 50 Millionen Euro taxiert. Und da Real Madrid einer der wenigen Klubs auf dieser Welt ohne echte Finanznöte ist, werden sie eines der aktuell aufregendsten Talente im Weltfußball nicht so ohne weiteres ziehen lassen. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass der junge Norweger ab nächstem Sommer seine Schuhe für die Weißen schnürt.